Cannabidiol (CBD)

Substanz

Cannabidiol (CBD) gehört zur Stoffgruppe der Cannabinoide und ist neben Tetrahydrocannabinol (THC) der bekannteste Wirkstoff der Hanfpflanze. Da CBD nicht den rechtlichen Beschränkungen wie Cannabis und THC unterliegt, wird es im Internet als Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika (Körper- und Gesichtscremes, Lippenpflege, etc.) oder als Lebensmittel (Nudeln, Gebäck) vermarktet. CBD ist außerdem als rezeptpflichtiges Medikament in Apotheken erhältlich. Die Kosten werden nicht automatisch von den Krankenkassen übernommen.

Einnahme

CBD gibt es als Öl, Kapseln, Paste sowie in kristalliner Form in verschiedenen Qualitäten und mit unterschiedlichem Wirkstoffgehalt. Das extrem bitter schmeckende Öl wird tropfenweise oral (direkt auf die Zunge) eingenommen oder Speisen/ Getränken beigemischt. Die Kristalle (ähnlich wie Kandiszucker) haben einen Reinheitsgrad von 98% und sind somit Cannabidiol in seiner reinsten Form. Im Gegensatz zum bitteren Öl sind sie geschmacksneutral und können entweder in Öl aufgelöst und oral eingenommen oder in einem Vaporizer, der sich für Öl und Wachse eignet, verdampft werden.

Über die richtige Dosierung von CBD ist man sich bisher noch nicht ganz einig. Einige Anbieter nennen eine Standarddosis von 25 Milligramm CBD.

Die Dosierung kann von einer Vielzahl von Faktoren abhängen: u.a. von der Stärke des Extraktes, dem jeweiligen medizinischen Zustand des Konsumenten sowie der Reaktion des Körpers auf CBD.

Wirkung

CBD hat keine berauschende Wirkung, d.h. es macht nicht „high“. Während THC, die CB1 und CB2 Rezeptoren direkt stimuliert, wählt das CBD andere Rezeptoren aus, bei denen es ansetzt.

Bei nicht regelmäßigen Cannabiskonsumenten kann der geringe THC-Restgehalt jedoch schon eine minimale, spürbare Wirkung hervorrufen. Auch wenn CBD noch nicht ausreichend erforscht ist, gibt es Hinweise, dass CBD eine angstlösende, entzündungshemmende, Übelkeit und Brechreiz lindernde, antioxidative, antiepileptische, antidepressive, antipsychotische und schlaffördernde Wirkung aufweist.

Kurzzeitnebenwirkungen

Im Vergleich mit THC hat CBD relativ wenig Nebenwirkungen. Mögliche Nebenwirkungen können Benommenheit, Müdigkeit, Mundtrockenheit und Durchfall sein, sowie eine Verstärkung/ Verminderung des Appetits, die zu einer Gewichtszunahme/ Gewichtsreduktion führt.

Durch die Hemmung der Enzyme CYP2C19 und CYP2D6 kann es zu einem verlangsamten Abbau und infolgedessen zu einer Steigerung der Konzentration und Wirkung anderer Medikamente kommen!

In der Schwangerschaft wird von einer CBD-Öl-Einnahme abgeraten. CBD beeinflusst einige Proteine, die für die ordnungsgemäße Funktion der Plazenta eine Rolle spielen. Es ist denkbar, dass der Mutterkuchen unter CBD nicht einwandfrei funktioniert, so dass es zu Problemen während der Schwangerschaft kommen kann!

Langzeitnebenwirkungen

Langzeitnebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Wird CBD mit Tabak vermischt in einem Joint geraucht, besteht die Gefahr einer Nikotinabhängigkeit und es birgt alle Risiken, die der Konsum von Tabak mit sich bringt (Krebs-, Herz-, Kreislauf-, und Lungenerkrankungen). CBD selbst macht nicht abhängig und birgt auch kein Risiko für Überdosierungen.

Auch wenn CBD pur geraucht wird, entstehen beim Verbrennungsprozess gesundheitsschädliche Stoffe. Daher ist eine orale Aufnahme oder das Verdampfen in einem Vaporizer zu bevorzugen.

Personen, die Fahrzeuge lenken, wird vom CBD-Konsum abgeraten, da es kaum abzuschätzen ist, wann der gesetzliche Grenzwert von 1,5 Mikrogramm THC pro Liter Blut erreicht ist.

Rechtslage

Sowohl THC als auch CBD gehören zur Stoffgruppe der Cannabinoide. Da CBD nicht psychoaktiv wirksam ist, kann es als Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder als Kosmetika legal erworben werden.

Hierbei ist folgendes zu beachten:

CBD als Arzneimittel ist rezeptpflichtig und muss vom Arzt verschrieben werden. Allerdings ist hierzu kein Betäubungsmittelrezept notwendig, da CBD nicht im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) aufgeführt ist.

CBD als Nahrungsergänzungsmittel ist ab 18 Jahren in diversen Online-Shops erhältlich.

CBD als Kosmetikprodukt ist ohne Altersbeschränkung legal zu erwerben.

Weiterführende Links und Literatur

https://hanfverband.de/node/3430

https://en.wikipedia.org/wiki/Cannabidiol

http://www.suchtschweiz.ch/fileadmin/user_upload/DocUpload/170425_Factsheet_CBD_D.pdf

https://hanfverband.de/sites/hanfverband.de/files/flyer_cannabis_als_medizin.pdf

Cannabidiol (CBD), Franjo Grotenhermen, Nachtschattenverlag 2015