Seit Juni 2026 wurden bei Drug-Checking-Angeboten in Österreich, Belgien, den Niederlanden, Spanien und der Schweiz mehrere Tabletten getestet, die als Ecstasy verkauft wurden, aber das hochriskante PMMA (para-Methoxymethamphetamin) enthielten.
Aus Deutschland sind derzeit keine entsprechenden Nachweise bekannt. Da die Tabletten bereits in mehreren europäischen Ländern aufgetaucht sind, ist eine Verbreitung in Deutschland jedoch nicht auszuschließen.
Die getesteten Tabletten enthielten sehr unterschiedliche Mengen PMMA. In einigen wurden mehr als 100 mg nachgewiesen – eine potenziell lebensbedrohliche Menge. Manche Tabletten enthielten ausschließlich PMMA, andere zusätzlich MDMA sowie teilweise Ketamin oder Amphetamin.
Betroffen waren verschiedene Farben, Formen und Logos, unter anderem:
- Trump
- Red Bull
- Club 555
- Abarth
Die Tabletten wurden über unterschiedliche Wege verkauft, darunter Dealer, soziale Netzwerke und das Darknet. Logo, Farbe oder Form lassen keine verlässliche Aussage über den Inhalt einer Tablette zu. Auch Tabletten mit gleichem Aussehen können unterschiedlich zusammengesetzt sein.
Warum ist PMMA so gefährlich?
PMMA wirkt psychoaktiv, ist aber deutlich giftiger als MDMA. Der Abstand zwischen einer wirksamen und einer möglicherweise tödlichen Dosis ist sehr gering. Zusätzlich kann die Wirkung verzögert einsetzen oder zunächst schwächer erscheinen. Dadurch besteht die Gefahr, zu früh nachzulegen und unbemerkt eine lebensgefährliche Menge einzunehmen.
Mögliche Anzeichen einer schweren Vergiftung sind:
- starke Überhitzung
- ausgeprägte Unruhe oder Verwirrtheit
- Krampfanfälle
- Muskelkrämpfe oder Muskelzerfall
- sehr schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
- Bewusstlosigkeit
- Herz-, Leber- oder Nierenversagen
PMMA wurde bereits mit schweren und tödlichen Vergiftungen in Verbindung gebracht.
Achtung, Lebensgefahr! Vom Konsum wird dringend abgeraten!
Da Tabletten mit gleichem Logo und gleicher Farbe unterschiedliche Inhaltsstoffe enthalten können, ist das Aussehen kein verlässlicher Hinweis auf den Inhalt.
Safer-Use-Hinweise:
Am sichersten ist es, unbekannte Tabletten nicht zu konsumieren. Wenn möglich, nutze ein Drug-Checking-Angebot. Ein Selbsttest kann PMMA nicht zuverlässig ausschließen.
Falls du trotzdem konsumierst:
- Nimm zunächst nur eine kleine Menge und lege nicht nach.
- Warte die Wirkung vollständig ab – PMMA kann verzögert wirken.
- Mischkonsum erhöht die Risiken zusätzlich.
- Konsumiere nicht allein und informiert euch gegenseitig darüber, was eingenommen wurde.
- Achte auf Warnzeichen wie starke Überhitzung, Krämpfe, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen.
Bei Verdacht auf eine Vergiftung sofort 112 wählen. Die betroffene Person nicht allein lassen und dem Rettungsdienst möglichst genau sagen, was vermutlich konsumiert wurde. Die medizinische Versorgung steht im Vordergrund.