sauber drauf! mindzone.info
  • Aktuelles
    • Aktionen & Schulungen
    • Sicher-Feiern-Plakat
    • Partytüte
    • Pillenwarnungen
    • Substanzwarnungen
    • Presse
    • Forschung
  • Projekt
    • Leichte Sprache
    • Inklusion im Nachtleben
    • Profil
    • Standorte
      • München
      • Würzburg
      • Augsburg
      • Traunstein
      • Rosenheim
      • Regensburg
    • Mitmachen
    • Kampagnen
    • Fachtagung „Abenteuer Partyleben!“
  • NEWS
    • Warnmeldungen
    • Aktuelle Befragungen
    • Analyse von Substanzproben
    • Trendspotter-Berichte
    • Quartals-Updates
    • Projektbeschreibung
    • Netzwerk
  • Drogen
    • Substanzen
    • 2C-B und 2C-X-Derivate
    • Alkohol
    • Amphetamin (Speed)
    • Benzodiazepine
    • Butylon
    • BZP
    • Cannabidiol (CBD)
    • Cannabis
    • Cannabinoide (Kräutermischungen)
    • CAT
    • Codein
    • Crack
    • Crystal
    • DMT
    • DOB
    • DXM
    • Ecstasy
    • Ephedrin
    • Fentanyl
    • GHB / GBL / BDO
    • Hawaiianische Holzrose
    • Herbal Ecstasy
    • Heroin
    • Hexahydrocannabinol (HHC)
    • Ketamin
    • Koffein
    • Kokain
    • K.O.-Tropfen / Spiking
    • Kratom
    • Lachgas
    • Legal Highs
    • LSD
    • MDPV
    • Mephedron
    • Meskalin
    • Methoxetamin
    • Methylon
    • Nachtschattendrogen
    • Naturdrogen
    • Nikotin
    • Nitazene
    • NPS
    • Opiate / Opioide
    • Oxycodon
    • PCP
    • Pilze
    • Poppers
    • Research Chemicals
    • Salvia Divinorum
    • Spice & Co
    • Streckstoffe
    • Tilidin
    • Tramadol
    • Vapes, E-Zigaretten, Shisha, Snus & Co.
    • Wasserpfeife
    • Mischkonsum
    • Nachweiszeiten
    • Gesetz
    • Analyseverfahren
    • Glossar
  • Gesundheit
    • Drogennotfall
    • Mischkonsum
    • Chemsex
    • Analyseverfahren
    • sauber drauf: Celebrate Safe!
    • Sicher hören
    • Konsumreflexion
    • HIV / AIDS
    • Geschlechtskrankheiten
    • Ernährung
    • Female Special
  • Sucht
    • Substanzkonsum & Abhängigkeit
    • Was tun bei Entzugserscheinungen?
    • Was tun bei Konsumdruck?
    • Tipps für den Cannabis-Entzug
  • Beratung
    • sauberdrauf! Der Party-Drogen-Podcast
    • Dr. Schepper antwortet…
    • Neu: SuchtGPT
    • Neu: Risiken im Netz
    • Tipps für Freunde, Eltern & Familie
    • Awareness im Partykontext
    • Drogenberatung
    • CannaPeer
    • Beratungsstellen
    • Digital Streetwork
  • Infomaterial
    • Bestellungen
    • Substanz-Sticker
    • Literatur
    • Links
    • Glossar
  • Aktuelles
    • Aktionen & Schulungen
    • Sicher-Feiern-Plakat
    • Partytüte
    • Pillenwarnungen
    • Substanzwarnungen
    • Presse
    • Forschung
  • Projekt
    • Leichte Sprache
    • Inklusion im Nachtleben
    • Profil
    • Standorte
      • München
      • Würzburg
      • Augsburg
      • Traunstein
      • Rosenheim
      • Regensburg
    • Mitmachen
    • Kampagnen
    • Fachtagung „Abenteuer Partyleben!“
  • NEWS
    • Warnmeldungen
    • Aktuelle Befragungen
    • Analyse von Substanzproben
    • Trendspotter-Berichte
    • Quartals-Updates
    • Projektbeschreibung
    • Netzwerk
  • Drogen
    • Substanzen
    • 2C-B und 2C-X-Derivate
    • Alkohol
    • Amphetamin (Speed)
    • Benzodiazepine
    • Butylon
    • BZP
    • Cannabidiol (CBD)
    • Cannabis
    • Cannabinoide (Kräutermischungen)
    • CAT
    • Codein
    • Crack
    • Crystal
    • DMT
    • DOB
    • DXM
    • Ecstasy
    • Ephedrin
    • Fentanyl
    • GHB / GBL / BDO
    • Hawaiianische Holzrose
    • Herbal Ecstasy
    • Heroin
    • Hexahydrocannabinol (HHC)
    • Ketamin
    • Koffein
    • Kokain
    • K.O.-Tropfen / Spiking
    • Kratom
    • Lachgas
    • Legal Highs
    • LSD
    • MDPV
    • Mephedron
    • Meskalin
    • Methoxetamin
    • Methylon
    • Nachtschattendrogen
    • Naturdrogen
    • Nikotin
    • Nitazene
    • NPS
    • Opiate / Opioide
    • Oxycodon
    • PCP
    • Pilze
    • Poppers
    • Research Chemicals
    • Salvia Divinorum
    • Spice & Co
    • Streckstoffe
    • Tilidin
    • Tramadol
    • Vapes, E-Zigaretten, Shisha, Snus & Co.
    • Wasserpfeife
    • Mischkonsum
    • Nachweiszeiten
    • Gesetz
    • Analyseverfahren
    • Glossar
  • Gesundheit
    • Drogennotfall
    • Mischkonsum
    • Chemsex
    • Analyseverfahren
    • sauber drauf: Celebrate Safe!
    • Sicher hören
    • Konsumreflexion
    • HIV / AIDS
    • Geschlechtskrankheiten
    • Ernährung
    • Female Special
  • Sucht
    • Substanzkonsum & Abhängigkeit
    • Was tun bei Entzugserscheinungen?
    • Was tun bei Konsumdruck?
    • Tipps für den Cannabis-Entzug
  • Beratung
    • sauberdrauf! Der Party-Drogen-Podcast
    • Dr. Schepper antwortet…
    • Neu: SuchtGPT
    • Neu: Risiken im Netz
    • Tipps für Freunde, Eltern & Familie
    • Awareness im Partykontext
    • Drogenberatung
    • CannaPeer
    • Beratungsstellen
    • Digital Streetwork
  • Infomaterial
    • Bestellungen
    • Substanz-Sticker
    • Literatur
    • Links
    • Glossar
24. Februar 2026 In Aktuelles, sauberdrauf! der Partydrogen Podcast von mindzone

Cannabis und Psychosen: Interview mit Dr. med. Sophie Greiner u. Ayla Fickler – sauberdrauf! Folge 22 – der Mindzone-Podcast

sauberdrauf – Podcast Folge 22 – Cannabis & Psychosen – 2026 TrueFonts 002 HelNeue OTF Heavy 3 mit schatten slightly
https://mindzone.info/wp-content/uploads/2026/02/Cannabis-Psychosen-Interview-mit-doktor-med-Sophie-Greiner-und-Ayla-Fickler---sauberdrauf-Folge-22---Mindzone-Podcast.mp3

Podcast: Play in new window | Download (Duration: 1:38:29 — 90.2MB)

sauberdrauf! abonnieren Spotify | RSS

Cannabis und Psychosen – Interview mit Dr. med. Sophie Greiner und Sozialarbeiterin Ayla Fickler vom Projekt CaP

In der 22. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ befassen wir uns mit dem Thema „Cannabis und Psychosen“. Zu Gast sind Dr. med. Sophie Greiner und Ayla Fickler, die gemeinsam im Präventions- und Behandlungsprojekt CaP in Augsburg arbeiten.

Cannabis ist – gerade seit der Teillegalisierung – eine der am häufigsten konsumierten Substanzen unter jungen Menschen. Neben als angenehm empfundenen Wirkungen, kann der Konsum jedoch auch mit ernsthaften Risiken verbunden sein. Eine Cannabis-induzierte Psychose zählt dabei zu den schwerwiegendsten möglichen Folgen.

Doch was genau ist eine Psychose eigentlich? Wie unterscheidet sie sich von Angstzuständen, Panikattacken oder sogenannten „Bad Trips“? Und welche Rolle spielen THC-Gehalt, Konsummuster und individuelle Risikofaktoren? Diesen Fragen gehen wir im Gespräch praxisnah und verständlich nach.

Über die Gesprächspartnerinnen

Dr. med. Sophie-Kathrin Greiner ist Oberärztin an der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Bezirkskliniken Schwaben am Standort BKH Augsburg.

Ayla Fickler ist Sozialarbeiterin bei Condrobs in Augsburg.

CaP – Cannabis & Psychose

CaP ist ein spezialisiertes Präventions- und Unterstützungsangebot für junge Menschen (18 -30 Jahre ) mit Cannabiskonsum und psychotischem Erleben sowie deren Angehörige.
Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (BKH Augsburg) und Condrobs Augsburg und wird durch die Robert-Vogel-Stiftung gefördert.

Weitere Infos zu CaP:

  • https://www.condrobs.de/einrichtungen/cap/
  • https://www.bezirkskliniken-schwaben.de/fileadmin/Daten/PDFs/Kliniken/BKH_Augsburg/CaP_Flyer_2021.pdf


Anmeldung und Informationen:

Jeden Dienstag telefonisch zwischen 10-11 Uhr unter Tel.: 0821-4803138 oder per Mail: cap@bkh-augsburg.de

Psychose – Definition & Symptome

  • Was versteht man unter einer Psychose?
  • Wie erleben Betroffene eine psychotische Episode?
  • Welche Symptome sind typisch?

Cannabis als möglicher Auslöser

  • Was passiert im Gehirn, wenn THC konsumiert wird?
  • Welche Rolle spielen THC-Gehalt, Konsumfrequenz, genetische Prädisposition (Veranlagung) und Konsummuster?
  • Weitere Risikofaktoren: früher Konsumeinstieg, Stress, Mischkonsum, psychische Vorbelastungen
  • Kann sich eine Psychose zurückbilden, wenn der Konsum frühzeitig beendet wird?

Früherkennung & Warnsignale

  • Woran lassen sich erste Anzeichen einer beginnenden Psychose erkennen?
  • Worauf sollten Freundeskreis, Eltern oder Fachkräfte achten?
  • Wann ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen?

Behandlung & Genesung

  • Wie verläuft die Behandlung einer cannabisinduzierten Psychose?
  • Was können Betroffene selbst zur Stabilisierung beitragen?
  • Wie wirkt sich der Konsum psychoaktiver Substanzen gemeinsam mit einer antipsychotischen Medikamenteneinnahme aus?
  • Muss der Konsum immer ganz eingestellt werden?
  • Ist späterer Cannabiskonsum grundsätzlich ausgeschlossen?

Hilfe & Unterstützung

Bei akuten psychischen Krisen oder dem Verdacht auf eine drogeninduzierte Psychose gibt es rund um die Uhr Unterstützung beim Krisendienste Bayern:

https://www.krisendienste.bayern
0800 / 655 3000

Alternativ könnt ihr euch auch an eine Suchtberatungsstelle oder ein Krankenhaus in eurer Nähe wenden.


Infos vom Infostand: Wie den eigenen Substanzkonsum einordnen?

In dieser Podcast-Folge sprechen wir mit Alexa direkt vom Mindzone-Infostand über eine Frage, die viele junge Menschen beschäftigt: Ab wann ist Substanzkonsum noch „im Rahmen“ – und wann sollte man genauer hinschauen?

Viele junge Menschen konsumieren auf Partys Alkohol oder andere Substanzen. Der Übergang von gelegentlichem Feiern hin zu problematischem Konsum ist dabei oft fließend. Dieses Gespräch soll helfen, den eigenen Konsum besser einzuordnen, Warnsignale zu erkennen und zu wissen, welche ersten Schritte bei Problemen entlasten können.

Inhalte des Gesprächs:

  • Gelegentlicher Konsum
    Ab wann ist Konsum noch Teil des Feierns – und wann sollte man bei sich selbst aufmerksam werden?
  • Veränderungen im Alltag erkennen
    Woran merkt man, dass Konsum nicht mehr nur Spaß ist, sondern den Lebensalltag belastet?
  • Der Weg Richtung Abhängigkeit
    Welche typischen Zwischenstufen gibt es, bevor eine Abhängigkeit entsteht?
  • Klare Warnsignale
    Welche Anzeichen auf problematischen Substanzkonsum oder eine Abhängigkeit hindeuten können?
  • Stabilisierende Strategien und Grenzen
    Was tun, wenn sich der Konsum nicht mehr gut anfühlt – ohne sofort Angst vor Therapie oder kompletter Abstinenz zu haben?

Unterstützung & Beratung

Wenn ihr euch beim Thema Konsum unsicher fühlt oder professionelle Unterstützung möchtet, nutzt unsere kostenlose und anonyme Onlineberatung:
https://mindzone.info/beratung/drogenberatung/

Folgt uns in den Sozialen Medien, um nichts zu verpassen!

  • https://www.facebook.com/sauberdrauf
  • https://www.instagram.com/projekt.mindzone/
  • https://twitter.com/projektmindzone

Abonniert unseren Podcast und teilt ihn mit Freunden!
Jetzt reinhören via Spotify, iTunes, Amazon Music

Habt Ihr bestimmte Themen-Wünsche, die Euch besonders interessieren? Für Feedback, Fragen und Anregungen schreibt uns gerne unter der Mail-Adresse: podcast@mindzone.info

Wichtiger Hinweis:
Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.  Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.

Das Transcript der Podcast Folge zum lesen

Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren.
Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dienen zur Informationsgewinnung und Weitergabe.
Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zur neuen Podcastfolge des MindZone Podcasts „sauber drauf!“.
Heute sprechen wir über das Thema Cannabis und Psychosen.
Dazu habe ich Frau Doktor Med. Sophie Greiner, Oberärztin der Uni Augsburg am BKH zu Gast
und Ayla Fickler, Mitarbeiterin bei Condrobs, Sozialarbeiterin und sie leitet auch das betreute Wohnen für Suchtkranke.
Herzlich willkommen, hallo! Schön, dass ihr da seid.
Hallo!
Super! Schön, dass ihr den Weg in unser Büro gefunden habt, dass ihr auch Zeit habt, eure wertvolle Zeit für den Podcast hier opfert.
Und ich bin sehr gespannt auf die Aufnahme. Es wird, glaube ich, ein sehr interessantes Gespräch.
Das Thema ist sehr aktuell. Cannabis wurde ja entkriminalisiert, dadurch ist auch mehr Gespräch darüber.
Es sind viele Fragen offen. Aufklärung ist extrem wichtig aus unserer Sicht.
Und wir versuchen damit, dieser Folge auch unserem Teil zu beizutragen.
Bei jungen Menschen, die Partydrogen konsumieren, ist Cannabis mit die am häufigsten oder zweithäufigsten konsumierte Substanz direkt nach Alkohol.
Der Hauptwirkstoff THC kann zu verschiedenen Zwecken eingesetzt werden.
Es gibt eine angenehm empfundene Wirkung.
Es kann aber auch unter Umständen zu unerwünschten Nebenwirkungen und negativen Langzeitfolgen kommen.
Und also der Worst Case, der in den Augen vieler Betroffener oder auch Cannabis Konsumierender passieren kann, ist eben eine Psychose zu erleiden.
Und darüber wollen wir heute sprechen, um dem Ganzen auch so ein bisschen das Stigma vielleicht zu nehmen oder einfach auch ein bisschen Informationen dazu vermitteln.
Und ja, dafür habe ich einige Fragen mitgebracht.
Gerne würde ich aber zur Einleitung noch was über euer gemeinsames Projekt erfahren.
Ihr seid aus Augsburg und da gibt es ein Projekt, das nennt sich CAP.
Das ist ein Präventionsprojekt für junge Menschen mit Cannabis Konsum und psychotischem Erleben.
Das ist ein Kooperationsprojekt zwischen der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik und Condrobs Augsburg.
Ihr habt ein vielfältiges Unterstützungs- und Therapieangebot und begleitet Menschen, die eine Psychose erleiden und auch deren Angehörige.
Gefördert werdet ihr durch die Robert Vogel Stiftung oder das Projekt wird darüber gefördert.
Seit wann gibt es dieses Angebot und was war der Grund, warum es ins Leben gerufen wurde?
Noch eine kurze Anmerkung für die Zuhörenden.
Die erste Stimme, die ihr hört, ist die von Frau Dr. Greiner.
Ja, das kann ich gerne mal beantworten.
Also seit 2021 gibt es CAP.
Wir sagen CAP, manche sagen CAP.
Mittlerweile ist die auch Sprache so ein bisschen jedem freigestellt, glaube ich.
Das war jetzt noch deutlich vor der Legalisierung, aber es hat sich einfach schon abgezeichnet, dass Cannabis und Psychose viel miteinander zu tun haben.
Ich komme eher so eigentlich gar nicht so aus dem Suchtbereich, sondern war als Psychiaterin viel in dem Feld Früherkennung von psychischen Erkrankungen tätig.
Vor allem Früherkennung von Psychosen, weil die kommen mit so schleichenden, nicht ganz so starken Symptomen.
Kann man es manchmal schon merken, dass da eine Psychose ist.
Und ganz viele konsumieren eben im Vorfeld Cannabis.
Und so war es einfach der Wunsch von der Klinik und auch der Robert Vogel Stiftung, dass Cannabis und Psychose gemeinsam gedacht werden sollen.
Und zwar gibt es viele Patienten, wenn sie zum Beispiel psychotisch sind, die dann durchs Raster fallen, weil Suchtberatungsstellen überfordert sind oder sich vielleicht nicht ganz firm fühlen mit psychotischen Patienten.
Und auf der anderen Seite gibt es leider auch einen psychiatrisch-psychotherapeutischen System, dass die Behandler*innen voraussetzen, dass zum Beispiel jemand abstinent ist, bevor eine Psychotherapie begonnen werden kann.
Und wir dachten, das kann es ja nicht sein.
Die Patient*innen, die sind eigentlich ganz besonders gefährdet.
Die brauchen doch eine intensivere Behandlung.
Die dürfen nicht durchs Raster fallen, weil das sind die, die vielleicht sonst sehr schwer krank werden.
Deswegen, wir denken beides zusammen.
Wir wollen da Patient*innen auf Augenhöhe begegnen.
Deswegen ist es bei uns auch so, Abstinenz ist keine Voraussetzung, sondern wir fördern eigentlich die eigene Entscheidung, wie mit dem Konsum umgegangen werden soll.
Ob jemand den Konsum reduzieren möchte, ob jemand abstinent werden möchte.
Und wir behandeln halt gleichzeitig die psychische Erkrankung mit für junge Menschen aktuell zwischen 18 und 30 Jahren.
Und ja, mal als kleiner Blick in die Zukunft, es soll auch ausgeweitet werden auf den Transitionsbereich, das heißt auch für Jugendliche weiterentwickelt werden.
Okay, das ist dann ab 14 Jahren?
Ab 15 wahrscheinlich, ja.
Okay, da ist auch ein Bedarf da?
Ja, da ist auf jeden Fall ein Bedarf da, insbesondere was den Cannabiskonsum betrifft.
Da geht es noch nicht so ganz um die vollentwickelte Psychose, aber schon um auch psychische Auffälligkeiten, um vielleicht Ängste, um depressive Symptome, um so auch ein bisschen die Selbstbehandlung damit.
Auch sehr viel um besorgte Eltern.
Wie wirkt sich sozusagen Cannabis auf mein Kind aus, insbesondere wenn es vielleicht schon psychische Auffälligkeiten bestehen?
Und euer Team bei der CAP ist aus dir als Sozialarbeiterin und euch oder dir als Ärzten und deinem Team.
Und sind da noch andere Stellen mit?
Genau, also ich bin Sozialpädagogin im CAP-Projekt, ich habe noch eine Kollegin, die auch mit mir im Sozialdienst arbeitet.
Zusätzlich haben wir immer eine Psychotherapeutin und Psychiater*innen, die da arbeiten.
Aktuell ist die Stelle auf zwei Personen aufgeteilt, die Psychiater*innen-Stelle.
Genau, und so arbeiten wir einfach ganz gut in einem interdisziplinären Team und haben von jedem Blickwinkel sozusagen auf den Patienten.
Genau.
Genau, und was vielleicht auch besonders ist bei uns, die Patienten bekommen das Angebot von Einzel- und Gruppentherapien.
Ein bisschen Voraussetzung ist, dass sie psychiatrisch auch gesehen werden, weil das eben bei uns eine Ambulanz ist.
Aber ansonsten können die sich eigentlich selber wählen, welche Therapien sie wahrnehmen wollen,
zu welchen Fachdisziplinen sie gehen wollen und auch wie lange sie daran teilnehmen möchten.
Okay, das klingt ja, als ob ihr so ein bisschen auch wie wir akzeptierend arbeitet und auch versucht den Leuten so ein bisschen die Kontrolle auch zu lassen, wie sie ihren Aufenthalter gestalten.
Genau, ich denke, das ist ja auch das Thema Augen auf Augenhöhe mit den Klient*innen zu arbeiten.
Wir versuchen da einfach zu schauen, da wirklich auch zu gucken, was brauchen die einzelnen Klient*innen, wo brauchen die gerade Unterstützung.
Wir versuchen die oft auch an jede Disziplin einmal anzubinden, dass sie uns kennen, dass sie wissen, okay, da kann ich vielleicht hinkommen, wenn mal wieder irgendwie ein Thema in der Sozialberatung wäre,
wenn ich eine Wohnung suche, wenn ich Gelder brauche, wenn irgendwas ist.
Aber auch, dass sie wissen, okay, ich muss da nicht dauerhaft hingehen.
Ich darf sagen, okay, ich komme jetzt drei Mal zu dir und dann möchte ich gerade erst mal nicht mehr.
Ich möchte zu den Gruppenangeboten kommen, die sind auch alle freiwillig, also da ist keine davon verpflichten und ich glaube, das ist auch ganz wichtig.
Wir fördern ja, dass sie selbstständig sind, dass sie ihre eigenen Entscheidungen treffen, dass sie versuchen, rauszufinden, wo geht es hin, was brauche ich gerade, wo brauche ich Unterstützung.
Und in unserem Konzept funktioniert das, glaube ich, am besten, wenn wir ihnen auch einfach da die Entscheidung lassen, was gerade aktuell ihre Anliegen sind und ihr Bedarf ist.
Genau, es gibt so eine Grenze, die für uns schon noch wichtig ist und zwar wir haben schon den Schwerpunkt auf Cannabis und Psychose.
Viele bei uns haben natürlich auch schon mal einen Probierkonsum von anderen Substanzen gehabt oder auch gerade im Vorfall der Psychose ist häufig der Mischkonsum erstmal auslössend gewesen.
Aber wenn wirklich eine Abhängigkeit besteht von einer anderen Substanz oder von vielen anderen Substanzen, dann kommen wir mit unserem Konzept,
einfach weil wir so diese Cannabisbrille die ganze Zeit aufhaben, ein bisschen einfach an unsere Grenzen und dann haben wir auch ganz tolle Partner in der Stadt von der Drogenhilfe Schwaben, Caritas,
die uns da eben unterstützen oder auch in der Klinik. Das ist wichtig, genauso wenn zum Beispiel jemand Cannabis abhängig war und davon abstinent wird und dann aber eine Suchtverlagerung hinlegt.
Sowas gibt es ja leider auch. Meistens geht es dann Richtung Alkohol, weil Alkohol so verfügbar und auch so eigentlich gar nicht reguliert ist.
Und da müssen wir dann auch immer aufpassen, dass die Patient*innen, die Klient*innen das richtige Therapieangebot bekommen.
Okay, das klingt herausfordernd und spannend, auf jeden Fall, vielfältig.
Also Spaß macht es auf jeden Fall. Ich glaube, allen auch unseren Tee enthüllen.
Jetzt würde mich noch interessieren, ich kann mir vorstellen, dass jemand, eine Person, die wirklich so richtig in der Psychose ist, dass die vielleicht auch gar nicht so wirklich erkennt,
dass jetzt, also wie werden denn die Leute überhaupt aufmerksamer auf euer Angebot? Also werden die von der Polizei gebracht oder von Angehörigen oder kommen die selber, weil die im Internet gucken?
Ja. Okay, dann ich beginne mal sozusagen. Also es gibt unterschiedliche Anlaufstellen, wie man zu uns kommen kann.
Jetzt speziell diejenigen, die richtig in, also wir sind ja ein rein ambulantes Angebot.
Da kommen natürlich viele, die vorher psychiatrisch stationär in der Klinik waren und die dann schon behandelt sind und die entweder entlassen werden wollen
oder die einfach auch bereit sind, wo man sagt, jetzt gibt es eine Entlassung, dass wir sozusagen das Anschlussangebot sind.
Es gibt aber natürlich auch diejenigen, die vielleicht noch gar nicht in die Klinik kommen, wo aber die Angehörigen merken, irgendwas stimmt nicht.
Mit meinem Sohn, der zieht sich jetzt nur noch zurück, der kifft wahnsinnig viel, der Tag-Nacht-Rhythmus hat sich komplett umgekehrt, der kommt nicht mehr in seine Ausbildung zurecht.
Es kommt ständig zu Missverständnissen, weil irgendwie wird das, was man sagt, anders verarbeitet, der ist nur noch in seinen eigenen Gedanken.
Und dann haben wir eben auch das Konzept und ich glaube auch, weil wir eben stiftungsgefördert sind, können wir das machen, dass wir erstmal nur die Angehörigen zum Beispiel beraten
und erstmal zum Umgang beraten. Was macht man dann, wenn jemand eine Psychose hat?
Und dann, wenn die dann Firma sind, dann bringen die teilweise die Klient*innen mit.
Und natürlich auch so ein Podcast wie hier oder generell Informationen führt auch dazu, dass vielleicht dann jemand sagt, ah stimmt, ich hab da was, vielleicht traue ich mich vorzustellen.
Wir haben eine E-Mail-Adresse, da kann man einfach hinschreiben. Wir haben eine Telefonsprechstunde immer Dienstags, da kann man anrufen und dann kriegt man einen Termin.
Super, ich pack euch zuhörenden die Kontaktdaten mit in die Show Notes.
Könnt ihr gerne dann reinschauen, auch wenn euch das Projekt nochmal genauer interessiert.
Viele fragen sich jetzt wahrscheinlich schon, die zuhören, wie ist denn überhaupt so eine Psychose definiert?
Also was grenzt denn eine Psychose von „Ich bin einfach nur super high“ ab?
Genau, das würde ich jetzt auch nochmal aus der medizinischen Erwarte beantworten.
Also ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man den Begriff der Psychose richtig definiert, weil der wird auch in der Gesellschaft, der ist ja total psychotisch, auch manchmal so ein bisschen fälschlich, genauso wie „oh, die ist total schizophren“ verwendet.
Wir in der Medizin oder in der Psychiatrie oder in dem Versorgungssystem verstehen darunter, was ziemlich definiert ist.
Und zwar sind das Menschen, die vor allen Dingen, wenn man Sinnestäuschungen hat, üblicherweise sind das Stimmen, die man hört.
Zum Beispiel Stimmen, die Kommentare überein machen, auch Stimmen, die einem Dinge befehlen. Häufig sind es mehrere Stimmen auch, die man hört.
Dann kann ein Wahn dazu kommen, das sind zum Beispiel paranoide Wahninhalte, zum Beispiel, dass man sich verfolgt fühlt von der Polizei.
Das kann ganz krasse Dynamiken annehmen. Also ich hatte auch schon mal eine Person behandelt, die dann wirklich angefangen hat, im Keller einen Tunnel sich zu graben, falls jemand kommen sollte, dass man irgendwie einen Fluchtweg hat.
Und dann gibt es auch noch sogenannte Ich-Störungen. Das ist einfach, wenn so die Grenze zwischen dem eigenen Ich und der Umwelt beginnt, sich aufzulösen.
Wenn man dann zum Beispiel das Gefühl hat, ich denke überhaupt nicht mehr meine eigenen Gedanken oder meine Gedanken könnten irgendwie gelesen werden.
Oder auch so, ich werde gesteuert, wie als wäre da eine Fremde macht und die steuert dann meinen Arm. Und das sind sozusagen typische psychotische Symptome.
Und der Unterschied ist, das Highsein ist ja auch einfach zeitlich ein Stück weit begrenzt. Da können natürlich auch mal vor allen Dingen optische Phänomene auftauchen und auch so ein bisschen Sinnestäuschungen.
Aber wenn das einfach auch nicht weggeht und anhält und auch länger als es 24 Stunden anhält und im Zusammenhang mit dem Konsum von Cannabis steht, dann spricht man von einer cannabisinduzierten Psychose.
Ja, wir geben auch so Schulungen für so junge Partykollektive und das auch immer so nach der Abgrenzung gefragt, was ist denn jetzt eine Überdosierung von Psychedelika oder Cannabis, wo dann schon so Symptome auftreten, dass die Leute wirklich schon so einen Realitätsverlust haben.
Und ich sage dann auch immer, ja, so eine, das geht eigentlich wieder weg, wenn die Drogenwirkung nachlässt. Aber eine Psychose, das merkt man halt, wenn die Person dann mal geschlafen hat und eigentlich das Ganze sich wieder ins Lot begeben sollte, dann hält das aber immer noch an.
Und das geht dann einfach ohne eine Behandlung auch nicht wirklich weg. Genau, und da merkt man dann den Unterschied auch.
Und ganz häufig ist es auch so bei Cannabis, dass das jetzt nicht so ist, ich hab jetzt einmal konsumiert, dann war ich total high und dann habe ich nach 48 Stunden immer noch die Psychose.
Sondern das ist so, dass ich meistens über den Konsum langsam, schon über eine längere Zeit einfach so leichte Symptome die ganze Zeit schon anschleichen. Also, dass man zum Beispiel schon länger merkt, wenn ich im Bus sitze, dann habe ich immer das Gefühl, die Leute gucken mich an, man bezieht die Dinge eher auf sich selbst.
Oder man hat auch so kognitive Probleme, wie zum Beispiel, man hat, dass die Gedanken so stoppen, dass man nicht mehr gerade ausdenken kann, dass die so abreißen oder dass ständig störende Gedanken einem reinkommen.
Dass man so gefesselt wird von irgendwelchen Details und gar nicht mehr loskommt im Kopf davon. Das sind so kleine Symptome, die manchmal im Vorfeld schon beginnen. Häufig auch so eine latente Paranoia, Misstrauen, ohne dass es wahnhaft ist. Und das kann sich halt dann steigern.
Okay. Da erzählt er jetzt schon auch so ein bisschen aus der Sicht von einer betroffenen Person. Aber was berichten denn die Leute, wie die das erleben auch? Also es würde mich total interessieren.
Also ich glaube, das ist ganz unterschiedlich. Wir haben ganz viele unterschiedliche Patient*innen, die wir behandeln. Ich glaube, manchmal, das ist wirklich, also das, was du auch gerade schon beschrieben hast, dieser Anfang, wo die Menschen wirklich erleben, kann ich noch jemandem vertrauen?
Wo man auch so ein bisschen manchmal das Vertrauen in die Person wirklich nah an einem verlieren, weil man so Gedanken bekommt, was ist hier los, irgendwie stimmt alles gerade nicht mehr.
Und das kann sich dann immer weiter steigern. Und ich glaube, das ist gerade so in den Frühwarnzeichen schon auch was, was für die Patient*innen super belastend ist, weil das ja wirklich dann sich auch immer mehr steigert.
Und am Anfang ist es, glaube ich, bei ganz vielen was, wo sie das Gefühl haben, das geht schon wieder weg oder das ist mal akut was. Und wenn es dann aber bleibt, dann ist das, glaube ich, schon einfach auch für das gesamte System und das gesamte Leben irgendwie ja auch schwierig, das dann so weiterzuführen, wie es vorher war.
Also manche Patienten schildern das auch ein bisschen wie wenn man einen Albtraum hat, also eine richtige Psychose. Also wenn man sich das vorstellt, man träumt, dann macht ja alles in dem Traum auch Sinn.
Es gibt ja auch, also viele glaube ich, kennen Verfolgungsträume und hatten das schon mal und es macht total Sinn. In einem Traum macht alles irgendwie ist da logisch und baut auf dieser Logik auf und dann verkennt man zum Beispiel Leute, jemand sieht anders aus, man ist trotzdem überzeugt, das ist meine Mutter oder dann ist die Mutter plötzlich eine Hexe und man ist so in dieser eigenen Logik gefangen.
Und so ähnlich ist auch eine Psychose. Also es gibt da eine eigene Logik und das macht es natürlich für Außenstehende auch schwierig, weil die dann sagen, hey, wir sehen gar keinen Grund, dass du gerade verfolgt wirst, aber die Person ist zu 100% davon überzeugt, dass jetzt die Polizei zum Beispiel kommen wird, weil sie vielleicht, manchmal hat es auch noch so einen mini realen Bezug, weil sie vielleicht auch noch andere illegale Substanzen konsumiert hat.
Man denkt so, okay, nee und dann werde ich richtig hochgenommen und dann werde ich in mein Umfeld auseinandergenommen und dann spaltet es sich sozusagen so ab.
Ja, okay. Und gibt es da dann auch, dass noch so andere psychische Erkrankungen mit auftreten, also zum Beispiel so Panikattacken, Angststörungen? Ja?
Ja, also ich glaube, es ist auch generell wichtig zu sagen, Cannabis und Psychose haben viel miteinander zu tun. Nichtsdestotrotz nicht jeder, der jetzt kifft, mal gekifft hat, mal zum Joint greift, entwickelt eine Psychose.
Das muss man wirklich voneinander trennen. Aber es gibt eben eine Gruppe, die hat ein höheres Risiko, eine Psychose zu entwickeln.
Aber es gibt auch andere Dinge, die vielleicht mit dem Cannabiskonsum zusammenhängen oder auch Grund dafür sind, dass man kifft. Zum Beispiel Ängste, soziale Ängste, dass man halt einerseits ist ein bisschen mehr dadurch bekommt.
Aber es gibt auch Leute, die soziale Ängste haben und sagen dann kiffe ich, weil dann habe ich es vielleicht ein bisschen weniger.
Auch depressive Symptome sind mit Cannabiskonsum assoziiert und treten halt häufiger mal gemeinsam auf.
Und warum ist jetzt Cannabis genau so ein Auslöser für Psychosen? Das sind ja andere Partydrogen oder andere psychoaktive Substanzen auch, aber bei Cannabis fällt mir so auf, dass es schon eher häufig auftritt im Gegensatz zu anderen Substanzen.
Vielleicht kriegt man es auch nur mehr mit, da habt ihr wahrscheinlich mehr einen Einblick.
Das würde mich auf jeden Fall sehr interessieren, um das zu konkretisieren. Was passiert denn im Gehirn, wenn ich jetzt THC aufnehme? Genau.
Es gibt natürlich andere Substanzen, die können auch zu einer Psychose führen. Cannabis wird einfach häufiger auch konsumiert, deswegen sieht man es vielleicht auch ein Stückchen häufiger.
Und es gibt eben bestimmte Mechanismen, die wirklich einfach dazu beitragen. THC ist ja der quasi Wirkstoff, der sowohl zum Rausch führt als auch die psychotische Symptomatik hervorruft.
Und es führt dazu, dass man eine Dopaminausschüttung bekommt. Dopamin ist der Botenstoff, der im Belohnungssystem eine Rolle spielt, der aber auch insbesondere bei Psychosen eine Rolle spielt, bei diesen Fehlwahrnehmungen eine starke Rolle spielt.
Und dann bindet THC auch noch an den Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn und das führt dann zu einer Glutamatausschüttung oder zu einem Glutamat-Gaba-Missverhältnis.
Und Summa summarum führt es zu einer Aktivierung, die dann die Filterfunktion des Gehirns stört. Und das kann man sich mit der Psychose eigentlich auch so gut ganz vorstellen.
Also häufig ist es ja so, dass man die normale Dinge wahrnimmt. Also ich gucke jetzt zum Beispiel aus dem Fenster und ich sehe da ein Ast und der zeigt so nach unten. Den kann ich jetzt sehen.
Wenn aber mein Gehirn eine Filterfunktionsstörung hat, dann gibt es plötzlich, wird es sozusagen auch emotional oder mit Ängsten oder anders verarbeitet.
Und dann ist der nach unten zeigende Ast nicht mehr einfach neutral, sondern dann ist es ein Zeichen dafür, dass es in meinem Leben abwärts gehen wird.
Und dann beginnen sich Dinge zu verbinden, die vielleicht für Außenstehende nicht so nachvollziehbar sind.
Man munkelt ja auch, also vor allem bei den Leuten, die Cannabis konsumieren, dass man quasi schon eine genetische Prädisposition haben muss, damit Cannabis auch eine Psychose auslöst.
Man sagt ja irgendwie so, ein Prozent der Bevölkerung ist gefährdet, eine Psychose zu bekommen. Also wie schätzt ihr das ein?
Also mit dem Genetikthema würde ich jetzt nochmal direkt weitermachen. Das ist jetzt sozusagen mein Block.
Es spielen tatsächlich bestimmte Risikofaktoren eine Rolle und das ist die genetische Prädisposition. Also es gibt jetzt nicht so das Schizophrenie-Gen,
aber es ist schon so, wenn viele verschiedene genetische Veränderungen zusammenkommen, dann kann man so ein Schizophrenie-Psychose-Risiko-Profil genetisch haben.
Und dann hat man leider eine höhere Wahrscheinlichkeit, auch eine Psychose zu bekommen.
Es spielt auch das Alter eine große Rolle. Also Jüngere sind gefährdeter und das Geschlecht, also Männer sind auch gefährdeter als Frauen.
Und gerade was das Alter betrifft, da gibt es aus Kanada auch eine ganz spannende Studie, die sich das angeschaut hat ab zwölf Jahren.
Wir haben gesehen, diejenigen, die zwischen zwölf und 19 Jahren Cannabis konsumieren, die haben ein deutlich höheres Risiko, eine Psychose zu entwickeln, als die, die nicht konsumieren.
Und wenn man das dann weiterfolgt, also die über 19-Jährigen bis zu uns junge Erwachsenen-Alter, da geht dieses Risiko gar nicht mehr so weit auseinander.
Also es ist wirklich so im Teenager-Alter, da entwickelt man sozusagen dieses große Risiko, auch psychotisch zu werden unter Cannabis.
Und das Risiko kann aber auch, also wenn die Person jetzt zwischen zwölf und 19 Jahren noch keine Psychose bekommt, kann es auch sein, dass sie später eine bekommt irgendwann?
Ausgeschlossen ist es nicht. Also jetzt gerade so zwischen 20 und 30, das sind ja auch viele Patientinnen, die wir sehen.
Ja, klar, da kann man auf jeden Fall noch eine Psychose entwickeln. Dafür spielen auch andere Faktoren eine Rolle.
Ist zum Beispiel Stress, Live-Events, die man hat. Mischkonsum spielt eine ganz große Rolle.
Was auch vielleicht noch wichtig ist, Kindheitstrauma und Cannabis haben additive Effekte. Das heißt, wenn man traumatisiert war oder traumatische Erlebnisse in der Kindheit hatte und dann Cannabis konsumiert, dann ist das Risiko für eine Psychose zu entwickeln noch mal höher.
Danke. Jetzt gibt es ja seit einiger Zeit auch in diesen Online-Apotheken und auch schon vor der Entkriminalisierung so ganz hochpotente Cannabis-Sorten, wo ganz viel THC drin ist, teilweise über 30 Prozent, und dieser CBD-Anteil rausgezüchtet wurde.
Man sagt ja eigentlich, CBD ist so das, was antipsychotisch wirkt, also so der Gegenspieler zum THC. Seht ihr da eine Veränderung oder würdet ihr sagen, dass auch, mal direkt gefragt, lösen diese hochpotenten Cannabis-Sorten eher eine Psychose aus als ausgewogenes Cannabis?
Also ja, das ist ganz klar die Antwort. Also es gibt viele Studien zu, die zeigen, hochpotentes Cannabis plus hochfrequenter Konsum führen zu mehr Psychosen. Also es ist wirklich eine dosisabhängige Beziehung.
Und auch die Relation spielt eine Rolle. Also zum Beispiel ist viel CBD drin, auch wenn das THC hoch ist, dann ist das eher Schützen. Und wir sehen immer mehr Sorten, auch im Medizinal-Cannabis-Feld, wo der CBD-Anteil eigentlich super niedrig ist und der THC-Anteil höher.
Und das sehen wir auch schon vor der Legalisierung, dass einfach diese Pflanzen jetzt oder diese Sorte, denen den Markt dominieren. Und ich finde es auch ganz wichtig, weil man muss sich ja vorstellen, das ist eigentlich eine Pflanze.
Und wenn da 30 Prozent Wirkstoff ist, das ist so krass hochgezüchtet. Eine Pflanze besteht ja auch noch aus Chlorophyll und ihren ganzen pflanzlichen Bestandteilen. Das ist nicht mehr ganz so grün und organisch, sondern das ist schon ein bisschen was anderes.
Und dann auch die Art und Weise, wie es dann konsumiert werden kann, wenn es dann noch in einem Öl ist etc., dann kann man das noch mal höher potenzieren. Und das sehen wir.
Und dann haben wir auch schon, also es sind Einzelfälle, aber dann haben wir, was wir sonst früher nie gesehen haben, auch mal auch ältere, wirklich ältere Personen gesehen, die das als Medikament verschrieben bekommen haben, Medizinal-Cannabis, die darunter auch eine Psychose entwickelt haben.
Und das haben wir früher nicht gesehen. Also noch mal bezüglich Altern. Ich fand immer so über 40 wird es dann eigentlich relativ unwahrscheinlich, aber mit diesen ganz hoch potenten Pflanzen sind wir dann doch manchmal ganz überrascht, dass es das auch gibt.
Ja, okay. Jetzt fragen sich wahrscheinlich viele, wie kann ich denn, wenn ich jetzt anfange Cannabis zu brauchen, wie kann ich denn herausfinden, ob ich eine Psychose-Neigung habe? Also ob ich wirklich da aufpassen sollte?
Was sind denn normale Symptome, die vielleicht jetzt mal, wo es vielleicht mal nicht so angenehm ist und wo geht es schon Richtung so einer Psychose-Vorbelastung?
Also erstmal überhaupt zu wissen, gibt es in der Familie psychische Erkrankungen. Also wenn es einfach noch Häufungen von Schizophrenie gibt innerhalb der Familie, dann ist man wahrscheinlich auch genetisch gefährdeter.
Auch andere Erkrankungen, bipolare Erkrankungen haben das ja, ähnliche Genetik, die haben auch eine höhere Neigung eine Psychose zu entwickeln. Depressive Symptome oder depressive Erkrankungen auch manchmal.
Generell, das hat jetzt nichts mit der Psychose zu tun, aber wenn viele Suchterkrankungen in der Familie sind, dann hat man auch eine höhere Anfälligkeit abhängig zu werden.
Und dann fällt es mir schon auf, wenn ich mit unseren Patient*innen spreche, es gibt Menschen, die kiffen und die sagen, ich habe eigentlich nie so wahrnehmungsverändernde Phänomene.
Das habe ich, wenn ich andere Substanzen konsumiere, wenn ich LSD oder Pilze oder so nehme, aber nicht bei Cannabis. Und dann gibt es Leute, die haben halt einfach auch schon bei wenig Konsum so Verzerrungen, also so optische Verzerrungen und die sind einfach sensibler dafür.
Und da kann man dann schon vermuten, dass die dann auch eher bei viel und mehr Konsum auch eine Psychose entwickeln.
Und ich glaube, das gleiche gilt ja auch für das, was du vorher schon gesagt hast, dieses, oder du hast es auch gesagt, wenn es danach nicht so richtig aufhört, wenn ich kiffe und ich merke, die nächsten Tage habe ich irgendwie so ein komisches Gefühl oder fühle mich irgendwie so ein bisschen beobachtet oder irgendwas,
dass dann kann man sich glaube ich schon mal denken, okay, vielleicht tut mir das Ganze nicht so gut. Ich glaube, das ist auch was, was man immer beobachten kann, dass es eigentlich nach dem Konsum aufhört, dass da einfach ein Stopp ist zu allen Symptomen.
Und eine Psychose verschwindet nicht von allein wieder, wenn ich jetzt einfach sage, okay, ich habe solche Gedanken und höre jetzt aber zum Kiffen auf, um das irgendwie einzugrenzen.
Doch, kann passieren. Ja, also wir haben einen Bias, weil wir sehen natürlich diejenigen, die sich dann auch vorstellen und die kommen und bei denen es nicht aufgehört hat.
Es gibt es schon, es gibt sowohl Drogen induziert, es gibt es aber auch ohne Substanz, es nennt sich Blips, wenn man wirklich für eine kurze Zeit mal psychotische Symptome hat und die dann auch von ganz alleine wieder verschwinden.
Allerdings, wenn man sowas mal hatte, das ist auch, dann hat man ein sogenanntes Hochrisikosyndrom für eine Psychose, heißt dann nicht, dass es immer wieder verschwindet, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass es mal bleibt, nimmt zu.
Okay. Gibt es auch die Gefahr, dass man nach dem Cannabis-Konsumstopp psychotische Symptome bekommt, weil sich das so stark verändert? Dann, also dass man wirklich eine ganz lange Zeit hoch frequentiert gekifft hat, da ging es aber.
Dann muss man oder will aus irgendwelchen Gründen einen Konsumstopp einlegen, macht es dann sehr plötzlich und dass es dann psychotische Symptome gibt?
Hab ich tatsächlich so noch nie erlebt. Ich kenne das eher bei anderen Substanzen, dass man sozusagen im Entzug so ein Delir bekommt, wo man auch dann psychotische Symptome hat.
Das ist üblicherweise eher bei dämpfenden Substanzen, also Alkohol, Benzos, GBL. Also da, wenn man dann plötzlich einen Konsumstopp hat, dann wird man so delirant und kriegt psychotische ähnliche Symptome. Bei Cannabis kenne ich es jetzt tatsächlich weniger.
Okay. Dann gehen wir zu dem Teil über. Früherkennung und Warnsignale. Wir haben schon so ein bisschen drüber gesprochen.
Woran kann man als betroffene Person, also als Freundin, als Elternteil oder auch Sozialarbeiter*in merken, ob jemand eine Psychose hat?
Also, ihr habt es so ganz kurz angeschnitten, aber ich würde noch mal ein bisschen genauer darauf eingehen.
Also, ich glaube, auch da muss man wieder sagen, das ist sehr vielfältig. Also gerade diese Frühwarnphase, diese Symptome, die am Anfang kommen, die sind einfach nicht ganz klar.
Also, man kann jetzt nicht sagen, wenn der sich so und so verhält, dann ist er definitiv psychotisch oder dann ist er dabei, eine Psychose zu entwickeln. Aber was man schon sagen kann, ist, also, dieses, was wir schon besprochen haben, dass jemand sich so ein bisschen anders verhält, dass er viel in Dinge reininterpretiert.
Also, dieses so ein bisschen, dass die Wahrnehmung zu dem Teil so ein bisschen verschoben ist. Also, der ist schon noch in dem gleichen Raum und sieht die gleichen Dinge wie ich, aber der misst denen manchmal ganz andere Bedeutungen zu.
Der sitzt im Bus und denkt, ich werde immer beobachtet oder man führt ein Gespräch und der sagt am Ende, ja, ich weiß ganz genau, der hat das jetzt nur gesagt, um mir irgendwie ein schlechtes Gefühl zu geben.
Das sind so erste Symptome, wo man schon gerade als Mensch, der der Person nahe steht, merken kann, irgendwas stimmt nicht. Wenn es länger geht, ist es auch oft so, dass sich die Menschen so ein bisschen abkapseln und so ein bisschen auch in die Vereinsamung gehen,
weil sie auch merken, dass das, was sie wahrnehmen, nicht die Wahrnehmung von den anderen ist oder sie nicht ernst genommen werden oder sie nicht akzeptiert werden in ihren Gedanken. Das ist auf jeden Fall was, wo man auch darauf achten kann, wenn sich jemand immer mehr abkapselt, immer mehr zurückzieht.
Es kann schon auch so ein bisschen dieses Konzentrationsschwäche oder so, wenn ich merke, jemand bleibt gar nicht mehr bei der Sache, ist fahrig in den Gedanken, das ist glaube ich auch was, wo man darauf achten kann.
Ich glaube, dann ist es immer so ein Zusammenspiel von vielen Sachen. Also ich glaube, als nahestehende Person merkt man, wenn sich jemand verändert, wenn jemand einfach sich mehr zurückzieht, sich von dem, was er äußert, von dem, was er so auch von sich preisgibt stark verändert, dann glaube ich, kann man da schon mal nachhaken.
Und wenn ich die Person jetzt als befreundete Person zum Beispiel drauf anspreche und die Person reflektiert das und sagt dann, ja, okay, ich will das irgendwie auflösen, ich verstehe, dass meine Wahrnehmung irgendwie ein bisschen eine andere ist als deine und,
dass du das vielleicht nicht immer böse meinst oder so, obwohl es bei mir ganz böse ankommt, kann sowas auch helfen, also dass die Leute dann wirklich drüber reden auch und sich darauf einlassen?
Ich glaube, es kann schon helfen, aber ich glaube, da ist auch wieder so ein bisschen, da kommt es glaube ich drauf an, wie weit fortgeschritten diese Symptome schon sind.
Ganz am Anfang kann es noch gut funktionieren und da ist auch, glaube ich, noch der Realitätsbezug einfach stärker da, da kann man noch sehr viel mehr sozusagen auch selbst steuern.
Wenn ich mal an einem Punkt bin, glaube ich, wo das schon sehr weit fortgeschritten ist, dann führt es tatsächlich oft dazu, dass so ein Gespräch nicht gut funktioniert, weil sich die Person dann eben, wie vorher schon dieser Albtraum, es ist real für diese Person.
Also es ist nicht so, dass die Person dann sagen kann, ja gut, du sagst mir jetzt, es ist nicht so, dann ist es halt nicht so, sondern es ist Realität für die Person und das ist manchmal schon die Schwierigkeit dran.
Und wann wäre denn jetzt der richtige Zeitpunkt, professionelle Hilfe dazu zu holen?
Also ich glaube, als betroffene Person so früh wie möglich. Also ich glaube, bei Psychosen ist es einfach, je früher man gegensteuert, desto besser sind auch die Chancen der Heilung oder eben auch des Abwendens.
Also je präventiver, desto besser. Ich glaube, sobald man das irgendwie einschätzen kann, als jetzt als Betroffener oder als auch als Angehöriger oder Freund,
sich da Hilfe zu suchen, ist immer, glaube ich, das Richtige, einfach zu schauen, welche Anlaufstellen gibt es in meiner Stadt, wo kann ich mich hinwenden?
Und vielleicht auch schon versuchen, die betroffene Person dann mit zum Gespräch zu nehmen oder sich Infos zu holen und die betroffene Person dann darauf anzusprechen.
Genau, da vielleicht noch als Ergänzung, ich glaube, wenn halt was komisch ist, egal ob das betroffene selbst merken oder die Angehörigen,
dann hilft es ja auch einfach manchmal, eine professionelle Einschätzung zu bekommen. Sind es jetzt zum Beispiel Ängste, hat man jetzt eine Angsterkrankung oder geht das Richtung Psychose?
Und dann hilft der professionelle Blick. Und es ist auch so, wenn man früh, sag ich mal, reagieren kann, dann kann man auch sehr viel psychotherapeutisch einfach noch machen.
Und psychotherapeutisch korrigieren oder gucken kann man vielleicht da auch oft den Konsum verändern, wenn eine Psychose natürlich sehr, sehr weit fortgeschritten ist.
Und eine Psychose kann auch dahingehen, dass Leute, weil sie so eine verschobene Realität werden, auch eigen und fremdgefährdend werden.
Dass sie dann zum Beispiel ihre Umstehenden als zum Beispiel Hexen oder Aliens verkennen und sich bedroht fühlen, aber in dieser Bedrohung zum Beispiel das Gegenüber mit einem Messer angreifen.
Also sowas gibt es halt einfach auch. Und in einer Situation der Eigen- und Fremdgefährdung, dann müssen die Leute auch gegen ihren Willen psychiatrisch behandelt werden.
Und häufig muss man so eine fortgeschrittene Psychose eben auch medikamentös behandeln.
Und wenn man halt so kleine Minisymptome hat, dann kann man da ja auch noch ganz anders umgehen mit.
Deswegen ja, gerne professionelle Einschätzung sich holen.
Und seht ihr, dass die Menschen, die betroffen sind, sich eher früher oder eher zu spät in Behandlung begeben, mehr zu allgemein auch?
Ihr seid ja schon eine Stelle, die auch akzeptierend ist. Und ihr wollt ja wahrscheinlich auch, also so hört sich das an, ein gutes Umfeld schaffen, dass die Leute auch dahin gehen wollen und sich behandeln lassen wollen.
Dass sie selber auch was mitbestimmen können und sich das auch so ein bisschen aussuchen können, wie sie das angehen.
Aber so im Allgemeinen, also ich kann mir vorstellen, dass es wirklich oft zu lang laufen gelassen wird.
Ja, genau. Ich glaube, wichtig ist zu sagen, wir haben diesen Schwerpunkt Cannabis und Psychose.
Aber man kann sich auch zum Beispiel vorstellen, wenn man Cannabis konsumiert und eine Depression hat oder eine Bipolarstörung hat oder an Ängsten leidet.
Das sind aber auch alles Faktoren, die vielleicht auch zu einer Psychose führen können.
Ich finde, dass wir durch die Legalisierung, dass sich einfach noch mehr Menschen melden, die einfach ihren Konsum selbst kritisch betrachten.
Und ja, das ist ein bisschen…
Denkt ihr, das liegt daran, dass mehr Leute konsumieren oder weil es kein so ein Stigma-Thema mehr ist?
Also es ist ja schon noch ein Stigma-Thema. Wir sind in Bayern.
Da wird ja immer noch gekämpft, dass man Cannabis am besten wieder los wird aus der Legalität.
Aber woran liegt es, dass da mehr Menschen kommen?
Also was wir merken, die Stigmatisierung ist durchaus noch da.
Also wir befinden uns immer noch in Bayern. Es ist immer noch nicht so ganz so, dass das jetzt was Normales wäre.
Aber wir merken auf jeden Fall, dass die Ängste abgebaut werden.
Die Menschen kommen eher, trauen sich eher zu fragen. Durch die Entkriminalisierung ist es einfach diese Angst, dass wir Daten weitergeben,
dass vielleicht auch dann polizeiliche Folgen oder irgendwas kommen. Das ist, glaube ich, deutlich runtergegangen.
Und das verbessert auch so den Zulauf von den Menschen, gerade von Angehörigen, aber auch von Betroffenen,
die dann eben einfach mal nachfragen und sagen, okay, dieses und jenes Symptom habe ich, das und das ist los,
weil einfach nicht mehr die Angst besteht, dass sofort irgendwie Konsequenzen folgen.
Ja, obwohl die Frau auch nicht erfolgt. Ja, es ist nur eine Schweigepflicht.
Aber klar, genau, es ist diese gedankliche.
Kann es nicht auch das begünstigen, dass so eine starke Strafverfolgung da ist, dass eine Psychose auch eher ausbricht?
Also dass man was Illegales konsumiert und dann auch in so Gedanken reinkommt, dass man verfolgt wird, weil man eben was Illegales macht so?
Also ich kann mir das schon vorstellen. Es gibt bestimmt Fälle, die damit zu tun haben.
Ich glaube jetzt nicht, dass es grundsätzlich der Grund dafür ist.
Ich glaube, es ist so, man kann schon Angst davor haben, gerade wenn man noch andere Substanzen konsumiert.
Oder man kann jetzt auch nicht ausließen, dass jemand, der also der nur das konsumiert,
so auch aktuell ist es nicht mehr so, aber früher war ja auch die Beschaffung teilweise schwierig,
dass gerade solche Momente dann einen noch mehr verunsichern, weil man halt vielleicht unsicher ist, weil man Ängste hat.
Ja, obwohl ich jetzt so, dass die Strafverfolgung selbst sozusagen die Psychose mit auslöst, halte ich jetzt für eher unwahrscheinlich.
Wir haben uns auch immer viel von diesen paranoiden Ängsten, Paranoia gesprochen.
Es gibt auch ganz andere Themen, auf die so ein Wahn springen kann, das ist vielleicht auch noch wichtig zu erwähnen.
Das können so religiöse Themen zum Beispiel sein.
Also ich kann einen Patienten, der hat die Stimme Gottes und die Stimme des Teufels und Stimmen von Engeln.
Es gibt aber auch ganz bizarre Inhalte, wo es darum, ja wo Personen zum Beispiel denken, sie sind mit Planeten schwanger,
oder sind irgendwie mit Planeten und Aliens im Austausch oder haben eine Mission, eine intergalaktische.
Es können auch so Themen sein, die den Betroffenen eher peinlich sind, also zum Beispiel irgendwie sexuelle Themen
oder auch so diskriminierende Themen und dass man zum Beispiel Angst hat, sich durch den Kontakt mit anderen irgendwie mit was anzustecken.
Also dass es auch so in hypochondrische, wahnhafte Zustände gibt, das ist sehr vielgestaltig.
Wir haben auch manche, die haben positive Wahninhalte, also es gibt auch durchaus Stimmen, die nett sind und freundlich sind.
Es gibt aber auch zum Beispiel Liebeswahn oder ähnliche Sachen, wo dann sehr der Fokus zum Beispiel auf eine Person gerichtet wird,
wo man sich ganz sicher ist, die ist der Heilige Gral oder ähnliches. Also es ist so vielfältig, das kann man gar nicht.
Genau, aber wichtig ist halt, wir behandeln die oder wir möchten die behandeln, die darunter leiden.
Also das ist eben auch wichtig, nochmal um die Augenhöhe zu betonen.
Es gibt auch manche, die sagen, ich möchte meine Stimme behalten. Das ist, finde ich, auch vollkommen legitim, wenn das jemand sagt.
Aber wenn jemand sagt, ich leide darunter und es gibt auch ganz schlimme Dinge, vor allen Dingen, wenn die Stimmen so imperativ werden
und einen die ganze Zeit befehlen, Dinge zu tun, auch schlimme Dinge zu tun oder was manche berichten, dass sie die ganze Zeit von den Stimmen beleidigt und schikaniert werden.
Das klingt schrecklich, ja.
Manche kiffen auch dagegen an und sagen, manchmal wird es sogar ein bisschen besser, wenn ich kiff, aber das ist so ein bisschen ein Teufelskreis, wo man sich drin bewegt, weil weggehen tut es dadurch nicht.
Und es ist ja schon auch, also das muss man auch sagen, egal welchen Inhalt die Stimmen manchmal haben, das ist eine ganz starke Ablenkung.
Also wenn ich ständig eine Stimme habe, die mir ins Ohr spricht und das ist ja oft so, dass die Personen das wahrnehmen wie von außen.
Also es ist kein innerer Dialog, sondern es ist auch oft wirklich, dass von außen eine Stimme auf mich einspricht.
Das lenkt mich natürlich total ab.
Meine Konzentration lässt nach, wenn mir jetzt ständig jemand ins Ohr redet, während ich versuche mich zu unterhalten, ist das total…
Es ist sogar so, wenn man Leute die Stimmen hört in ein FMRT legt, also eine Bildgebung macht, man sieht in dem Bereich, wo akustische Informationen verarbeitet werden, dass die aktiv ist.
Also man kann sozusagen wirklich sehen, als würde die Person das hören.
Und mir hat auch mal der Patient, der eben die Stimme Gottes und des Teufels usw. hört, auch gesagt, es ist ja auch nichts Neues, das gab es schon immer.
Früher hat man halt die Personen Propheten genannt.
Das ist vielleicht auch nochmal ganz wichtig.
Wir gehen jetzt als Gesellschaft aktuell so damit um, dass wir das als Psychose bezeichnen.
Ich finde es eben wichtig, wenn jemand darunter leidet, dann können wir es auch behandeln, aber es ist etwas, was einfach schon sehr alt ist und unser Gehirn ist einfach dazu fähig, solche Wahrnehmungen zu haben.
Okay, vielen Dank. Jetzt hast du gerade schon Behandlung angeschnitten.
Das wäre dann so unser nächster Punkt auch.
Wie läuft denn so eine Behandlung von so einer Cannabis induzierten Psychose jetzt ab?
Da kommt es dann auch wieder drauf an, wie stark ist das schon fortgeschritten.
Also gehen wir jetzt zum Beispiel mal davon aus, die Person stellt sich jetzt selbstständig vor oder mit Angehörigen zusammen und es besteht jetzt keine Eigen- und Fremdgefährdung.
Dann ist es bei uns so, dass der Erstkontakt meistens mit dem Arzt, mit der Ärztin stattfindet.
Und dass erstmal eingeschätzt wird, was ist das, dass man eine Diagnose stellt und kann man das ambulant behandeln oder wäre vielleicht eine stationäre Behandlung sinnvoller.
Und dann überlegt man, welche Behandlungsstrategien sind richtig.
Und meistens, bei einer Cannabis induzierten Psychose empfehlen wir immer, Konsum zu verändern, im besten Fall eine Abstinenz. Und meistens, wenn wirklich psychotische Symptome voll da sind, empfehlen wir auch eine antipsychotische Medikation, die ganz gut helfen kann.
Und dann, total wichtig ist dann aber auch Psychotherapie und eben die Sozialberatung.
Alter, da kannst du gerne nochmal erzählen, wie das dann sozusagen auch weitergeht.
Ja, also ich glaube, das ist immer der erste Schritt und das ist auch total wichtig.
Ich glaube, was man ja wirklich sagen muss, diese Menschen sind ja dann erstmal sozusagen rausgeworfen.
Also wenn ich eine Psychose hatte, dann funktioniert oft das, was ich vorher gemacht habe, nicht mehr.
Also vielleicht musste ich meinen Job aufgeben, vielleicht musste ich sogar verlieren meine Wohnung, vielleicht sind meine sozialen Kontakte einfach total verringert.
Ich brauche wieder an einem Alltag eine Struktur. Struktur ist immer wichtig, egal bei welcher Suchterkrankung oder psychischen Erkrankungen.
Struktur ist ein ganz wichtiges Thema.
Und da sehen wir einfach, dass gerade unsere Klient*innen in der CAB Ambulanz ganz große Schwierigkeiten haben, weil durch diese vorgegangenen Phasen, in der ich mich vielleicht isoliert habe, auch in der aktiven Psychosephase ganz viel verloren gegangen ist.
Und da ist es glaube ich total wichtig.
Also wir haben da bei der CAB einfach wirklich viele Möglichkeiten und es ist auch total schön, weil wir können neben das wir mit denen nach Wohnungen suchen oder Anträge stellen,
was auch wichtig ist, um wieder so eine gewisse Sicherheit zu haben.
Aber wir können auch einfach begleiten, wir können mit zum Jobcenter gehen.
Wir machen auch manchmal, dass wir mit denen wieder üben, Bahn zu fahren.
Also wir hatten einen Klienten, der hat sich total schwer getan.
Da gab es einen Unfall in der Bahn, in der er saß.
Mit dem sind wir wochenlang Bahn gefahren und haben uns immer wieder eine Station gefahren, ausgestiegen und ähnliche Sachen gemacht.
Wir können da wirklich auch mal Hausbesuche machen, anschauen, wie läuft es in der Wohnung, welchen Hilfebedarf hat der noch, was muss da noch installiert werden.
Das ist ein ganz großes Thema.
Das heißt, es ist total wichtig, das jetzt nicht nur medizinisch zu behandeln, sondern auch wirklich so wie so eine Verhaltensstütze, sage ich mal, genau.
Ja, also wir sehen, dass wirklich die Klient*innen da wahnsinnig von profitieren, weil ich glaube, eine reine Behandlung von den Symptomen, es gibt Leute, da funktioniert das super.
Die haben vielleicht ein soziales Netzwerk, die das auffängt.
Aber wir haben auch ganz viele Klient*innen, wo man einfach merkt, da ist entweder durch die Psychose oder auch langfristig einfach schon,
weil warum auch immer aus verschiedensten Gründen das soziale Netz vielleicht nicht da, da sind ganz viele Defizite, die man wieder aufbauen muss.
Es ist viel einfach an Themen auch liegen geblieben, die man dann vielleicht nicht bearbeitet hat.
Und wenn man dann zwar, sage ich mal, die psychotischen Symptome nicht mehr hat, aber eine wahnsinnige Last an Problemen hat,
dann ist das trotzdem immer noch eine große Belastung und kann einen auch wieder zurückführen.
Also ich würde als Ärztin sogar so weit gehen und sagen, eine rein medikamentöse Behandlung greift eigentlich immer zu kurz,
weil man vielleicht mit Medikamenten die Symptome reduzieren kann, aber diesen ganzen Grund, warum konsumiert jemand,
warum also diese ganzen Konsumgründe mit zu betrachten, daran was zu ändern, wie du sagst, im sozialen Umfeld auch psychotherapeutisch zu arbeiten.
Die Leute haben einfach viele Themen, warum sie vielleicht auch gekifft haben.
Häufig ist es ja auch eine Coping-Strategie, also mit bestimmten Dingen zurechtzukommen.
Zum Beispiel, wenn man soziale Ängste hat, sich unwohl fühlt, dann hat man vielleicht gekifft,
aber dann lernt man vielleicht in der Psychotherapie damit anders umzugehen.
Und deswegen wäre es mein Wunsch eigentlich, dass wir auch als System weggehen und sagen,
wenn jemand eine Psychose oder eine Schizophrenie hat, dann muss der halt irgendwie Medikamente nehmen.
Nee, die Leute, die brauchen Psychotherapie, die brauchen Sozialberatung, die brauchen eine Einbindung ihres Netzes
und die brauchen auch Zugang zu diesem System.
Also ich habe jetzt rausgehört, dass so eine Behandlung unterschiedlich lang dauern kann, je nachdem, je nach Person.
Es hört sich sehr unterschiedlich an, wie so ein Verlauf auch ist.
Die einen Personen kommen früher, die anderen später, die anderen sind besser eingebunden und haben mehr Unterstützung.
Andere Personen brauchen mehr Unterstützung von euch dann.
Wenn jetzt jemand mal betroffen war von so einer Psychose, wie kann man denn dafür sorgen, für sich selbst stabil zu bleiben, eben nicht rückfällig zu werden?
Ich denke, das erste ist einen Konsumstopp oder den Konsum, wenn es geht, zu reduzieren.
Genau, also zumindestens zu verändern.
Zumindestens, also ich glaube natürlich oft ist es das Beste, den Konsum radikal zu beenden, aber das ist ehrlicherweise einfach nicht für jeden der Weg.
Dann ist eine Reduktion immer noch, glaube ich, ein gutes Mittel.
Insgesamt glaube ich, ist es wichtig, dass man sich Strukturen schafft, dass man sich Hilfen sucht, die man auch vielleicht in den Alltag einbauen kann.
Also gerade eine langfristige psychotherapeutische Hilfe, die ja oft, also bei uns ist es ja Gott sei Dank gegeben, aber oft einfach nicht passiert.
Jemand, der in der Klinik ist, eine Psychose hat und entlassen wird, hat oft keinen Psychotherapeuten.
Ich glaube, das ist total wichtig zu gucken.
Habe ich da langfristig Hilfen, kann ich langfristig die Muster, die ich habe, die mich vielleicht auch dahin geführt haben, irgendwie verändern?
Also wir hatten es auch schon ganz viel mit diesen Prädispositionen, was ja auch zum Beispiel Angststörungen, Depressionen oder ähnliche Sachen sind.
Selbstmedikation, warum habe ich gekifft?
Ich glaube, das sind alles Sachen, die muss man anschauen, muss gucken, was hat mich dahin geführt und was kann ich verändern?
Ja, und eine Sache ist sicher noch relevant, dass wenn ich mal so eine Cannabis-induzierte Psychose hatte, es gibt da so dänische Registerstudien, die gucken sich langfristiger Verläufe an.
Und 47%, also fast die Hälfte, entwickeln nach einer Cannabis-induzierten Psychose eine Schizophrenie.
Das heißt, man hat einfach ein deutlich höheres Risiko, auch eine chronische psychotische Erkrankung zu entwickeln.
Deswegen ist es eben auch so wichtig, so früh und so konsequent zu agieren.
Und dann eben auch, wie gesagt, bei einer echt, also sagen wir mal ausgewachsenen Psychose, dann behandeln wir auch medikamentös.
Und dann auch die Antipsychotika ausreichend lange zu nehmen, dass man keinen Rückfall bekommt, das ist wichtig.
Und ja, beim Konsum, ich finde es auch total wichtig, wir sprechen halt viel auch über den Konsum.
Wie konsumiert jemand? Das ist ja nicht so schwarz-weiß.
Sondern da geht es auch viel um, ja, welches Cannabis konsumiere ich, wie viel CBD hat das, wie oft konsumiere ich, was konsumiere ich dazu.
All diese Dinge muss man besprechen und gegebenenfalls verändern.
Und so eine medikamentöse Behandlung ist dann so eine Regulation von diesem Dopamin-Haushalt,
der ja quasi durch die Psychose auch aus dem Gleichgewicht gekommen ist und das wird dann wieder ins Lot gebracht.
So ein bisschen wie Antidepressiva kann man sich das vorstellen, oder?
Ja, genau. Also viele greifen tatsächlich auch bei den dopaminergen Strukturen an und wirken quasi anti-dopaminerg.
Und es gibt auch neuere Medikamente, die wirken auf noch andere Neurotransmitter und die mindern quasi die Symptome.
Viele der Medikamente, und das muss man auch ganz ehrlicherweise sagen, kommen natürlich auch mit Nebenwirkungen daher.
Und das ist auch ganz wichtig, dass man als Arzt/Ärztin ausführlich über Nebenwirkungen aufklärt,
dass man mit dem Patienten oder der Patientin gemeinsam eigentlich das Präparat auswählt, auch entsprechend des Nebenwirkungsprofils.
Manche machen zum Beispiel eine starke Gewichtszunahme und das möchten Patienten auf keinen Fall, dann muss man ein anderes Präparat wählen.
Aber auch im Verlauf, wenn im Verlauf Nebenwirkungen auftreten, dann immer wieder darüber sprechen, wie kann man das verändern?
Kann man die Dosis anpassen? Kann man das Präparat austauschen? Ist vielleicht auch schon Zeit vergangen?
Und ist das Leben vielleicht auch so stabil, dass man einen kontrollierten Absetzversuch macht? Das gehört alles zu einer medikamentösen Behandlung dazu.
Ich glaube, was aus meiner Sicht auch wichtig ist, einfach, dass die Patient*innen auch bei Sorgen und Ängsten einfach zu den Ärzten kommen und die mitteilen.
Wir machen oft die Erfahrung, dass zu früh abgesetzt wird, selbst abgesetzt wird, ohne ärztlichen Rat abgesetzt wird.
Und das ist tatsächlich oft schwierig, weil das schnell wieder zu psychotischen Symptomen führt.
Eine medikamentöse Behandlung ist einfach langfristiger, das funktioniert leider nicht.
Wie bei einer Kopfschmerztablette, die nimmt man und dann ist alles weg. Die muss man ein bisschen länger nehmen.
Aber wie du gerade schon gesagt hast, man kann viel an der Medikation verändern, man kann viel machen.
Es gibt sehr viele unterschiedliche Präparate. Ich glaube, es ist wirklich wichtig, dass man da einfach mit Sorgen und Ängsten und Nebenwirkungen
und sonstigen Sachen. Ja, und wenn man jetzt sagt, okay, ich möchte auf gar keinen Fall meine Medikamente mehr nehmen und ich möchte die jetzt absetzen,
dann gehe ich auch nicht mehr zum Arzt. Das finde ich schwierig, sondern eigentlich, wenn ich absetzen möchte und die Medikamente nicht mehr nehmen möchte,
dann ist es eigentlich erst recht wichtig, sein Netzwerk und die Behandler*innen mit einzubeziehen, weil dann muss man eigentlich noch frequenter gesehen werden,
ob diese Frühwarnsymptome, ob wieder was auftaucht und ob man gegensteuern muss. Ja, wir haben am Infostand auch ganz häufig den Fall,
dass Menschen solche Medikamente nehmen und dann in ihrem Umfeld sind. Sie hüpfen dann auf der Party rum.
Alle anderen Freunde konsumieren wie früher und die wollen es dann selber auch und versuchen sich dann bei uns am Infostand so ein bisschen das Okay abzuholen,
dass sie heute konsumieren können. Und da wollte ich jetzt mal wissen, weil wir sagen dann, ich gucke das dann kurz nach, welches Medikament,
ich bin auch kein Arzt, aber es gibt ja so Anhaltspunkte und rate dann immer davon ab und rate, sich mit Psychotherapeut*innen auseinanderzusetzen
und es dort anzusprechen. Gibt es da Medikamente, die besser dafür geeignet sind, wenn Menschen noch nicht bereit sind, den Konsum komplett einzustellen?
Also generell ist es so, dass all diese Medikamente natürlich so zugelassen sind, ohne dass Konsum stattgefunden hat.
Also das heißt, die wissenschaftliche Datenbasis bei Medikament plus Droge ist einfach gering. Es gibt Medikamente, die machen halt als Nebenwirkung auch müde, schläfrig
und wenn man dann natürlich noch Substanzen dazu konsumiert, die auch müde, schläfrig machen, dann kann das sich ziemlich potenzieren.
Das ist glaube ich wichtig zu wissen und ansonsten, mir geht es immer darum, dass alle drum rum, Kolleginnen, aber genauso Klient*innen zu Experten werden
für das, was sie nehmen. Das heißt, man guckt sich dann wirklich gerne, ah ok, dieses Medikament wirkt zum Beispiel Antidopaminerg.
Das heißt, das und das ist die Nebenwirkung. Das heißt aber auch, die und die Substanz ist zum Beispiel problematisch.
Ich mache jetzt mal ein Beispiel, wenn man zum Beispiel Serotonin wieder aufnehmende Antidepressiva nimmt, SSRI, und man nimmt zum Beispiel
Ecstasy oder MDMA, was einfach zu einem vermehrten Serotonin Release führt und dann kann es dazu führen, dass man eher ein hyperserotonerges Syndrom bekommt, dass man dann quasi viel zu viel Serotonin in dem Moment hat,
dass sich dann, das kann so zu Phänomenen führen, dass der Rücken sich überstreckt, dass man so Krämpfe bekommt und das müssen die Leute wissen.
Und da geht es wirklich immer um die einzelne Substanz und je mehr wir darüber sprechen können, desto besser können wir beraten.
Wir können aber nie jemandem raten, das Medikament kannst du jetzt super mit der Substanz kombinieren.
Erstens, weil es nicht dem sozusagen entspricht und zweitens, weil wir wirklich da, da gibt es gar keine Wissenschaft zu.
Die Leute gucken dann auch nach Halbwertszeiten, versuchen dann das Medikament morgens zu nehmen und abends dann Partydrogen zu nehmen,
oder wissen, da ist jetzt mein Festival, da will ich unbedingt hin, da habe ich schon seit einem halben Jahr das Ticket und dann setze ich halt einen Tag vor dem Festival das Medikament ab und fange danach wieder an.
Also solche Fälle gibt es oft, also das kriegen wir wirklich sehr regelmäßig mit.
Da wollte ich nur von euch nochmal so ein klares Statement hören, das ist ja.
Ich kann da gar nicht so ein so krasses klares Statement machen, wie du dir das jetzt wünscht,
weil ich eigentlich das schon gar nicht so schlecht finde, wenn sich jemand so intensiv damit befasst und so mit der Wirkung befasst und auch mit den Halbwertszeiten.
Und mir ist das eigentlich immer fast lieber, wenn eine Person weiß, ok, ich habe jetzt ein sehr langwirksames Antidepressivum und ich konsumiere jetzt eine serotonerge Substanz und weiß, was dann kommt, als ich tue es nicht.
Und ich meine, wir leben jetzt nicht in der idealen Welt, wo ich einfach sagen kann, ach, hör doch mal auf zu kiffen und nimm doch das Medikament, das keine Nebenwirkung hat und dein Leben wird wieder gut,
sondern das passiert halt alles gleichzeitig und je besser man Bescheid weiß, desto besser ist es.
Ich glaube, es gibt keine pauschale Antwort darauf. Also pauschal wäre, kombinieren ist nie so richtig gut und die Substanz sollte man lassen,
aber im Einzelfall würde ich es immer mit einem Behandler und der Behandlerin besprechen und im besten Fall reagieren die dann offen und ganz spezifisch auf diese Frage.
Ja, wir versuchen den Leuten dann auch immer so mitzugeben, dass diese Medikamente ja nicht sein Leben lang genommen werden, sondern dass es gerade eine Ausnahmesituation ist und dass es um psychische Gesundheit, die Wiederherstellung geht
und dass man in dem Zeitrahmen versuchen sollte, auf andere Substanzen zu verzichten, bis es wieder besser wird.
Ja, weil es gibt natürlich schon Erkrankungen, auch psychische Erkrankungen, wo wir auch eine lebenslange Medikation empfehlen, also zum Beispiel polare Erkrankungen.
Dann gibt es häufig die Empfehlung, auch eigentlich lebenslange Mood-Stabilizer zu nehmen oder auch bei einer Schizophrenie und es ist natürlich auch Leute, die sagen, ja, okay, so muss ich jetzt, darf ich jetzt nie wieder was nehmen?
Und ich glaube, dass das in manchen Fällen auch ehrlich gesagt einfach nicht realistisch ist.
Also der Konsum ist ja oft einfach eine Selbstmedikation und nur weil meine Psychose jetzt aufhört, weil ich vielleicht vom Kiffen eine Psychose bekommen habe, heißt es nicht, dass meine anderen Symptome weg sind.
Und ich glaube, es ist immer besser, realistisch damit umzugehen und zu sagen, das ist möglich und das ist nicht möglich.
Weil ich glaube, es bringt gar nichts mit einer Haltung reinzugehen zu sagen, nur wenn du jetzt ganz aufhörst, dann funktioniert es.
Weil es halt oft einfach gar nicht zur Wahl steht, sage ich mal, wenn man ehrlich ist.
Und wenn man mit denen auf Augenhöhe spricht, muss man auch ehrlich sagen, okay, dann ist es so, wenn das gerade für dich nicht möglich ist, ganz aufzuhören, dann müssen wir irgendwie gucken, was sind die Nebenwirkungen, was könnte passieren, auf was musst du achten?
Ja, absolut bin ich total deiner Meinung.
Gleichzeitig möchte ich ein bisschen nochmal Werbung auch für Abstinenz machen, weil wir doch viele haben, die trotz unserer konsumakzeptierenden Haltung entscheiden, ich möchte jetzt abstinent werden.
Und zwar dann meistens abstinent von allem. Also ich bin immer total begeistert, weil die sagen so, nee, ich höre jetzt auch noch mit Kaffee trinken auf und Zigaretten und allem anderen.
Und die dann wirklich so vom Saulus-Phänomen haben und auch für sich merken, krass, mein Leben ist ein anderes geworden, insbesondere die Stimmung ist stabiler, Emotionsregulation klappt besser und auch Gefühle werden wieder lebendiger erlebt.
Das berichten viele, die das schaffen. Ich finde, das ist auch ein bisschen in den Zahlen, seit der Teil-Legalisierung haben wir noch genauso viele, die ihren Konsum reduzieren, wir haben etwas weniger Patient*innen, die auch komplett abstinent werden wollen.
Was ich manchmal ein bisschen schade finde, weil es halt einfach so für die gesamte psychische Gesundheit, auch die ganzen interaktionellen Themen, Arbeitsplatz, kann so ein konsumfreies Leben halt auch wirklich heißen, auch frei zu sein, wieder Dinge zu tun.
Also was ich da wirklich noch gerne ergänzen würde, ist, glaube ich, das haben wir auch schon oft gesagt, ich glaube, dieser Punkt, diese Konsumfreiheit zu wollen, der steht oft nicht am Anfang.
Da geht die Behandlung schon eine ganze Weile, da sind wir schon ganz lange im Thema, da geht die Behandlung vielleicht schon ein paar Monate und dann kommt oft erst der Punkt, wo die Leute sagen, okay, jetzt bin ich bereit dazu, jetzt fühlt sich die Entscheidung richtig an oder ich bin bereit dazu.
Das ist wahrscheinlich auch so eine Behandlung und großer Reflexionsprozess für die Person selbst.
Ja, auf jeden Fall. Also ich meine, dadurch, dass wir wirklich alle drei Disziplinen vereinen, ist es ja einfach so, dass wir, also dass die Patient*innen, je nachdem, welche Bereiche sie wahrnehmen, aber auch in jedem Bereich irgendwie Unterstützung bekommen und auch sehen, da hakt es gerade noch und merken, okay, da kann ich mir jetzt noch Hilfe holen oder an dem Thema arbeiten.
Und sich ja insgesamt wirklich weiterentwickeln, einfach auch zu einem anderen Punkt hin, zu einem anderen Punkt, wo man dann wirklich sagen kann, okay, jetzt funktioniert das auch, jetzt macht das Sinn.
Ja, okay, danke. Jetzt langsam zum Abschluss, würde mich noch interessieren, was ihr für besonders junge Konsument*innen vielleicht präventiv mitgeben wollt, damit sich sowas nicht entwickelt oder dass man trotz Ausprobierphase und im Freundeskreis wird gekifft und so weiter, man will nicht Außenseiter sein und es macht ja auch Spaß und so,
trotzdem irgendwie aufs sensibel auf sich achtet.
Ich glaube, du hast es schon gesagt. Man muss sensibel auf sich selber achten. Ich glaube, das ist ein Riesenthema. Ich weiß, dass das in jungen Jahren oft wahrscheinlich schwieriger ist, weil da diese sozialen Mechanismen sind.
Aber ich glaube, es ist wichtig zu merken, mir geht es nicht mehr gut damit und das dann vielleicht auch anzuerkennen. Ich glaube, ausprobieren ist alles in Ordnung und das ist so, man kann keinem Teenie sagen, du darfst niemals irgendwas konsumieren.
Das ist einfach fernab der Realität, aber wenn man merkt, ich komme damit nicht gut klar, sich Menschen anzuvertrauen, sich Hilfe zu suchen, zu schauen, wie kann ich damit umgehen, was hilft mir?
Man sieht oft, dass sich dann Jugendliche auch mit anderen Jugendlichen vergleichen, die noch schlimmer dran sind ungefähr.
Ja, das bringt dann meistens leider nicht weiter. Ich glaube, klar wird es immer jemand geben, dem es schlimmer geht oder vor allem, glaube ich, was Konsum angeht, jemand, der mehr konsumiert.
Das Problem ist, aber man kann es halt einfach nicht vergleichen. Der eine verträgt das besser, der eine hat vielleicht einfach sowieso schon ein depressives Symptom oder andere Sachen, die einen einfach schon als Vorbelastung, die man mitbringt. Und ich glaube, das ist einfach ein Vergleich, leider meistens nicht der beste Ratschlag.
Aus medizinisch und wissenschaftlicher Sicht wäre es schon nochmal wichtig, den ganz Jungen mitzugeben.
Jeder Monat, jedes Jahr, dass man nicht konsumiert und dass man älter ist, schützt einen auch, weil je jünger man ist, desto höher ist einfach auch das Risiko auf das noch nicht voll entwickelte Gehirn, dass Cannabis auch zu einer Psychose führen kann. Also je weiter man es rauszögern kann, desto eher hat man auch ein bisschen wieder was gewonnen.
Und mir wäre einfach auch nochmal wichtig, auf den Mischkonsum hinzuweisen. Das heißt, nicht mehrere Substanzen zur gleichen Zeit. Und das sagt sich ja zu schön.
In der Realität ist es ja aber häufig so, dass man, wenn man Alkohol trinkt, auch enthemmter ist und vielleicht durch diese Enthemmung ja auch eher geneigt ist, was anderes, was gerade noch da ist, auszuprobieren. Aber das ist natürlich auch für das Risiko höher.
Und auch einfach wirklich darauf zu achten, was kriege ich da eigentlich angeboten, was ist das, woher stammt das. Das ist glaube ich auch nochmal ganz, ganz wichtig.
Nicht gleich irgendwie mit hochpotentem Cannabis gleich sozusagen anzufangen. Und es gibt schon nicht weniger, gerade auch Mädels, die dann Cannabis konsumieren und wirklich gerade beim ersten Mal einen Bad Trip haben, wo sich das ganz schlimm anfühlt.
Und wenn die dann auch in einer Situation sind, in einer Partysituation vielleicht auch mit vielen fremden Menschen, dass man sich einfach auch nicht sicher fühlt, dass das sehr bedrohlich sein kann.
Dass in der Situation natürlich auch ausgenutzt werden kann. Also das muss man sich vielleicht auch noch klar machen.
Set and Setting, Truck Set and Setting. Okay, vielen Dank für die Inhalte. Es war wirklich sehr, sehr, sehr spannend und aufschlussreich. Ich habe auch viel mitgenommen. Kommen wir langsam zum Ende.
Was möchtet ihr denn unseren Hörerinnen und Hörern noch mit auf den Weg geben?
Also mir, also erstmal vielen Dank, dass wir hier sein durften. Ich glaube, ich finde es ganz wichtig, dass die Leute einfach, dass man weiß, was ist in der Psychose, wie ist das definiert, was denn so früh waren Symptome, was ist mit dem Begriff gemeint.
Und dass das eben mit Cannabiskonsum, aber auch Konsum von anderen Substanzen zusammenhängen kann. Und ganz wichtig, ja, da kann man sich Hilfe holen. Da gibt es zum Beispiel hier in Bayern, wir sind auch überregional tätig, da gibt es CAP.
Da kann man sich einfach informieren, da kann man das mal einschätzen lassen. Das fände ich wichtig. Und dass wir auch als Gesellschaft, wir haben Cannabis legalisiert, gut, aber dann lasst uns auch um die Konsequenzen uns kümmern.
Genau. Ich glaube, was mir noch wichtig ist, auch zum Thema Psychose einfach mitzugeben, ist, glaube ich, gesellschaftlich gibt es einfach ein Bild von einer Psychose.
Das sind diese aktiven Symptome, die man kennt. Eine Psychose ist aber durchaus mehr nach einer Psychose.
Menschen haben oft so eine Art depressive Symptome und ähnliche Sachen, nur weil die aktiven Symptome weg sind, ist jemand nicht wieder voll einsatzfähig. Da ist ein langer Weg dahinter. Das sind Menschen, die immer noch langfristig Unterstützung brauchen.
Und ich habe das auch wichtig zu wissen, dass eine Psychose mehrere Phasen hat.
Ich habe euch nochmal die Nummer vom Krisendienst auch mit in die Show Notes reingepackt. Da kann man auch jederzeit anrufen, wenn man irgendwie nicht mehr weiter weiß, einen Verdacht hat.
Oder eben den Kontakt zu eurer Stelle packe ich auch mit in die Show Notes.
Man könnte sich aber auch an die nächstgelegene Suchtberatungsstelle wenden, die dann die Situation einschätzen und Unterstützung je nachdem leisten. Man kann auch ein Krankenhaus kontaktieren.
Gut, vielen Dank, dass ihr da wart für die wertvolle Zeit. Echt toll.
Gleich nach einer kurzen Pause geht es weiter mit den Infos vom Infostand. Bleibt gerne dran und auf Wiedersehen. Vielen Dank.
Tschüss. Danke.
Mindzone ist ein Münchner Szene-Projekt, das zum Thema illegale Drogen in der elektronischen Musikszene Information und Unterstützung anbietet.
Wir sind erste Anlaufstelle für Konsumierende, Interessierte sowie Menschen, die einen Ausstieg suchen.
Unter dem Leitgedanken „Sauber drauf“ ist zu verstehen, dass unnötige Schädigungen und Folgeprobleme, die in Zusammenhang mit Drogenkonsum auftreten können, vermieden werden sollen.
Substanzkonsum wird als Tatsache angesehen und nicht moralisch bewertet.
In diesem Sinne ist Mindzone nicht für oder gegen Drogen, sondern bietet Informationen und Beratung auf Augenhöhe an.
Nach dieser kurzen Unterbrechung geht es weiter mit dem Thema „Safer use and harm reduction“ im Interview mit unseren ehrenamtlichen Piers.
Hallo ihr Lieben. Herzlich willkommen zurück zu den Infos vom Infostand. Heute ist Alexa hier. Hi Alexa, grüß dich.
Hi, ich freue mich hier zu sein.
Super, danke für deine Zeit. Schön, dass du da bist. Wir schauen uns zusammen das Thema an, wie man den eigenen Konsum beim Partydrogenkonsum einordnet.
Also wir haben so ein paar Fragen, wo man dran festmachen kann, ob das Ganze noch unbedenklich ist oder ob das schon, wenn man so weitermacht, auch vielleicht Richtung süchtigen Verhalten oder Abhängigkeit oder so sich verändern kann.
Alexa, du bist bei uns ehrenamtlich mit dabei, bist sehr aktiv und engagiert und gehst gern auf Veranstaltungen, bist Kinderpflegerin und wie war dein Weg dahin?
Über 1000 Umdrehungen. Also eigentlich, ich habe an der LMU mein Bachelor in Psychologie gemacht, habe dann meinen Master in Bildungsmanagement, Pädagogik gemacht, weil ich gemerkt habe, in die Richtung Psychologie will ich nicht ganz gehen, weil man nach dem Studium ja auch noch eine Therapeutenausbildung machen muss.
War dann in der KBO tätig, habe mit Schizophrenen gearbeitet, also habe viel mit Psychoten zu tun gehabt und bin dann aber in die Kinderpflege gegangen, da wollte ich eigentlich gar nicht landen.
Ich habe nie was mit Kindern zu tun gehabt, aber mir war das alles zu wenig bunt, zu wenig lebendig und jetzt bin ich genau da, wo ich hingegangen habe. Ich glaube, ich habe meine Berufung gefunden.
Schön, echt super. Ich würde sagen, wir steigen direkt ein. Also es ist einfach Realität, dass zum Feiern Substanzen dazugehören, dass das wirklich für ganz viele junge Menschen ganz normal ist, Alkohol, Nikotin, aber auch illegale, legalisierte Substanzen zu konsumieren.
Und wie oft sind die Leute, wenn die jung sind, dann kommen sie auf den Trichter, ey Party machen das total cool, machen das dann, wenn sie Zeit haben, jedes Wochenende oder was und wie würdest du denn einschätzen, was ist noch gelegentlicher Konsum und wo ist es unbedenklich und wo sollte man bei sich selbst einfach auch mal genauer hinschauen?
Ja, wir hatten ja, das war, bevor wir die Aufnahmen gestartet hatten, schon darüber gesprochen, dass man in diese Szene einfach reinrutscht. Reinrutschen, ich weiß gar nicht. Es passiert einfach, wenn man mit bestimmten Gruppen zu tun hat, in bestimmten Lebensphasen, wenn Jugendliche Schmerz eigentlich in sich tragen und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.
Es kann aber auch so, es können auch so einfache Dinge sein, wie die erste Liebeskummer, die Eltern scheiden sich, ich selber, ich bin Heimkind, ich wusste auch nicht, wie ich damit umgehen soll.
Ich habe immer wieder neue Freundesgruppen gehabt, bin von Freundesgruppe zu Freundesgruppe einfach auf Grund dessen, dass ich immer wieder aus den Heim rausgeflogen bin, habe mich nirgendwo dazugehörig gefühlt und bin einfach mal mit Feiern gegangen.
Und dann lernt man Menschen kennen und irgendwie, vor allem Ecstasy, Ecstasy ist ja auch ganz oft eine der ersten Drogen, die man konsumiert und lässt einen ja auch so verbunden fühlen mit anderen und auch man hat das Gefühl, man kann durch Drogen die Gefühle kontrollieren.
Man kann den Kontrolle erleben darüber, was fühle ich jetzt mit welcher Droge, es gibt ja verschiedene Substanzen, die verschiedene Gefühle auslösen und wenn man mit den Freunden dann feiern geht und Ecstasy konsumiert, hat man das Gefühl, okay, ich bin jetzt mit allen verbunden, mir geht es super und das lässt einen auch alles andere vergessen und später im Verlauf der Zeit, ich weiß nicht, es ist oft so, kommen andere Drogen dazu, die halt zum Beispiel Amphetamine, die unterdrücken auch oft Gefühle, man ist lang wach, man ist aber irgendwie ein bisschen dissoziert.
Also man ist nicht ganz bei sich und das lässt einen ein bisschen kühler seinen eigenen Gefühlen gegenüber stehen, was ja auch in manchen Lebensphasen ganz gut sein kann und irgendwie hat man das Gefühl, es gibt für jede Gefühlslage einen anderen Fluchtweg und den nutzt man dann auch, wenn man kann.
Und zur Regelmäßigkeit, ich denke, das ist total schwierig zu sagen. Bei mir hat es wirklich so angefangen, jedes Wochenende direkt, also weil ich aber auch keine, ich hatte ja keine Base, zu der ich zurückkommen konnte, also ich hatte keine Familie, ich war ja im Heim, also habe ich jedes Wochenende genutzt.
Ich kenne aber auch viele von meinen Freunden, wo es wirklich total langsam anfängt, wo es erst total der Konsum ist, den man eigentlich einhalten sollen, also die Konsumpausen, so alle drei Monate mal ein Teil.
Und das halten die dann auch brav ein in den ersten zwei Jahren und dann ist es halt dann plötzlich nicht mehr so. Es ist total unterschiedlich, deswegen finde ich die Frage immer sehr schwer zu beantworten.
Ja, es ist auch gar nicht so oft dran festzumachen, wie regelmäßig man was konsumiert, sondern auch welche Stellung das Ganze im Leben so einnimmt.
Ja und wenn es halt wirklich so eine ganz starke Belohnung ist oder wirklich, wie du sagst, so ein Fluchtreflex ist, dann geht es natürlich schneller, als wenn man wirklich, ja, das nur ganz stark zum Rausch erleben oder zum, also wenn wirklich was Nebensächliches bleibt.
Ja, das ist ja auch dieses, bei mir war es, gut, ich habe eine ganz lange Trauma-Geschichte auch hinter mir und deswegen ist es bei mir wahrscheinlich auch so gewesen, so von 0 auf 100.
Weil ich habe was gefunden, was mir gut tut, wo ich reinfliehen kann und ich musste ja trotzdem im Alltag immer funktionieren, da kommen wir wahrscheinlich später auch nochmal dazu.
Also ich musste funktionieren, ich hatte trotzdem meinen Alltag, aber ich wusste, wenn Wochenende ist, kann ich mich entspannen.
Und du sagst ja auch, gerade bei manchen ist es ja erstmal Genuss und Rausch, das war bei mir gar nicht so, das war bei mir immer von Anfang an, es hat eine Funktion und das war auch das Gefährliche.
Ja und das ist bei anderen ja auch oft gar nicht so klar erkenntlich, für mich war das von Anfang an klar, ich war mir dessen bewusst, viele sind sich dessen nicht bewusst und dann passiert es so schleichend, also ja.
Gibt doch mal einen Tipp, wie kann man denn bei sich selber rausfinden, ob sich das verändert?
Ja, die Entwicklung von Genuss zu Abhängigkeit ist ja eben genau das, wenn du einfach feiern gehst oder mit Feiern gehen mein ich eigentlich auch Drogen konsumieren.
Wenn du vor irgendwas zu fliehen oder vor irgendwas zu drücken oder etwas zu unterdrücken, dann tust du das, das ist eigentlich wie Alkohol am Wochenende, mal alle paar Wochen trinken.
Wenn du das aber wirklich machst, so wie ich von Anfang an, weil du weißt, ok jetzt kann ich mich entspannen, jetzt kann ich alles loslassen, jetzt kann ich Kontrolle entweder abgeben oder kann Gefühle unterdrücken, dann ist es schon Abhängigkeit.
Und wie schnell, das finde ich auch immer so schwierig darüber zu sprechen, weil das von Droge zu Droge abhängig ist, von Mensch zu Mensch abhängig ist und auch von Situation zu Situation.
Ich war eigentlich von Anfang an abhängig, also das wusste ich, ich habe zwar nicht so oft konsumiert gehabt, aber bei manchen ist es so, sie sind es am Anfang wirklich nicht und das passiert über Jahre.
Welche Abstufen gibt es denn da auf dem Weg hin?
Also am Anfang ist es Genuss, es ist ein Rausch, irgendwann ist es wirklich Entspannung und man fängt schon an auf diese Phasen hin zu, eigentlich ist es nur Vorfreude erstmal, wenn es aber von Vorfreude umschwankt zu, puh endlich kann ich dann wieder entspannen, endlich kann ich dann wieder Spaß haben.
Es ist ja immer unterschiedlich, ob es jetzt Entspannung ist, Spaß haben oder unterdrücken und dann aber zu, okay, ich brauch’s um zu funktionieren und das war für mich auch immer, das hat bei mir aufgehört, bei mir war ganz klar von Anfang an, wenn ich das montags mache, dann ist es der Anfang vom Ende.
Und da habe ich mich, weil ich wie gesagt auch Heimkind bin und niemanden habe, der auf mich aufpasst und auch keine Familie hat, die mich dann versorgt und unterstützt, ich wusste, wenn das anfängt, ist der Ende da, also das Ende da, Entschuldigung.
Also das wäre wirklich der Anfang vom Ende, wenn ich anfange montags zu konsumieren und deswegen war für mich da auch immer die klare Grenze, ich muss funktionieren und das hat mich gerettet am Ende.
Und das habe ich in meinem Umfeld selten gesehen, weil die natürlich, die haben ihre Familien, der Kühlschrank ist immer voll, die haben vielleicht auch nicht so hohe Erwartungen von sich selbst, wir hatten andere Probleme, ich habe immer sehr viel von mir erwartet und auch mich viel durchbeißen müssen und für mich war klar, ich habe nur diese eine Chance und wenn ich nicht funktioniere, dann funktioniert gar nichts.
Und das habe ich in meinem Umfeld leider oft nicht erlebt.
Es hat trotzdem alles funktioniert, der Kühlschrank war wie gesagt voll, Mama und Papa haben unterstützt und ja, so wurde das halt dann Abhängigkeit, ohne dass es denen bewusst war, mir war es bewusst.
Manche Menschen merken bei sich selber gar nicht so richtig, dass es schon ein problematisches Verhalten ist und dass es auch negative Auswirkungen hat, ich denke jetzt da an sowas wie, ja ich gerate immer wieder in Konflikte rein, ich habe immer das Gefühl die anderen sind alle doof oder er wird auf der Arbeit angesprochen oder auch im Bekanntenkreis, ob irgendwas ist und so.
Und manche Menschen, die koppeln das dann aber nicht mit dem Substanzkonsum, also die gestehen sich selber nicht ein, dass das auch an den eigenen Konsumstrategien liegt.
Ja, ich frage mich oft und es ist auch unterschiedlich, ob das ein Schutzmechanismus ist, dass man sich selber anlügt und einfach wirklich tief im Inneren weiß, man braucht das und man ist eigentlich schon abhängig und man möchte das vor sich selbst nicht gestehen.
Also dann natürlich auch nicht vor anderen, wenn man sich selbst nicht eingestehen kann und sich selbst belügt, lügt man natürlich auch andere an und sucht die Schuld bei anderen, ob es eben das ist.
Manchmal ist es aber auch wirklich und da möchte ich echt ein Beispiel aus meiner Vergangenheit nehmen, ich hatte einen sehr, sehr guten Freund, der war Benzodiazepin-abhängig und es gibt Substanzen, die lassen sich auch total vergessen, was du getan hast.
Also der wusste von, der hat jemanden körperlich angegriffen, das ging wirklich, der hat ihn auf den Kopf geschlagen und der war bewusstlos.
Und er hat sich nicht daran erinnern können und ich war wirklich am Ende unserer Freundschaft, am Ende, und habe angefangen ihn aufzunehmen, ihn wirklich mit Video aufzunehmen, um ihm das danach zu zeigen und ihm beweisen zu können, hey guck mal, das hast du gemacht.
Gut Benzodiazepin ist natürlich ein Extrembeispiel, der war auch bei 30 Xanax, eine sehr hohe Dosis.
Da kann es hingehen, ne?
Ja, das geht aber schnell, also jede Droge hat ja auch ihre anderen Toleranzstufen.
Wenn wir jetzt aber nicht von Benzodiazepin sprechen, sondern einfach Amphetaminen jetzt zum Beispiel.
Es gibt sehr viele, die dann drei Tage wach sind und das habe ich dir ja vorher auch schon erzählt, das ist ja dann so, du bist von Freitag bis nach der Arbeit, nach der Arbeit fängst du an zu konsumieren.
Bei manchen ist es so, umso schneller ist es dann auch bei okay, fangen Freitag, Mittag, in der Mittagspause schon an.
Das weitet sich ja dann total aus.
Sind so Anzeichen schon, dass eine Abhängigkeit schon im Anmarsch ist.
Absolut, weil dieser Suchtdruck ja schon da ist und das weitet sich dann immer mehr aus und dann irgendwann bist du dann bis Sonntag wach, weißt, okay, du hast drei Tage hinter dir, du müsstest eigentlich schlafen, kannst vielleicht noch gar nicht schlafen, hast ein paar Stunden geschlafen, wachst Montag auf, hast eigentlich das Ganze noch im Blut und fängst dann an, Dienstag hast du eigentlich den Entzug und du bist total fertig und Leute sprechen dich drauf an, also sowas erlebe ich auch oft immer im Umfeld, die verlieren dann auch ihre Jobs.
Natürlich, du bist nicht mehr zuverlässig und um dann wieder zuverlässig zu sein, fängst du dann an Montag zu konsumieren.
Dann ist da mal eine Nase unter der Woche drin und ich bin wirklich froh, dass ich das noch nie in meinem Leben hatte.
Ich habe dann Schwierigkeiten gehabt, ja, aber ich wusste wirklich, wie gesagt, dass das Anfang vom Ende ist, weil bei einer Nase am Montag, um in die Arbeit zu gehen, um halt fit zu werden, bleibt es niemals.
Und das merke ich auch in meinem Umfeld, nach ein paar Jahren fängst du immer an der Suchtdruck, also das passiert automatisch.
An einem Zeitpunkt switcht das und du hast den Zug verpasst und du bist abhängig, nicht nur emotional, weil es nicht nur mehr eine Funktion erfüllt, sondern auch körperlich.
Du bist nach so einem Amphetamin-Wochenende halt einfach auch super ausgezehrt und du gehörst einfach ins Bett, ja, musst dich in die Sauna, wenn du nicht im Bett bist so ungefähr.
Und dann hilft halt Amphetamin extrem gut und dann kommen auch so Symptome, du wirst krank und so, weil das Immunsystem so runtergefahren wird auch.
Und dagegen hilft halt Amphetamin auch wunderbar. Also das ist schon wirklich ein krasser Kreislauf, in dem man sich dann da reinbegibt auch.
Absolut und ich hatte ja vorhin auch gesagt, dass am Anfang der Feierzeit oft so ist, man denkt, man hat ein Kontrollerleben über die Gefühle.
Man kann Gefühle regulieren mit Drogen. Man hat für jede Droge, also für jedes Gefühl eine bestimmte Droge und die steuern dann die Gefühle.
So bei dem Thema, was wir gerade eben hatten, kann ich irgendwann wird Polytoxkonsum, weil du denkst, weil du so abhängig bist, dass du für jeden Gefühlszustand oder körperlichen Zustand,
wenn es schon so weit ist, dass du körperlich abhängig bist, brauchst du eine Drogen, die das reguliert, die das eine aufhebt, was das andere verursacht hat.
Genau. Und da raten wir auch ganz strikt von ab.
Ja.
Genau, ja super, vielen Dank. Jetzt hast du gesagt, du hast trotzdem, dass du sagst, du bist da ziemlich schnell reingerutscht, hast du Strategien entwickelt,
die dich davor bewahrt haben, dass es schlimmer wird oder dass du wirklich anfängst, dich auch selbst zu belügen oder dir selbst gegenüber auch unzuverlässig zu werden.
Da muss man ja jetzt nicht sagen, ich bleibe jetzt mein restliches Leben abstinent oder ich mache jetzt gleich eine Therapie, sondern was hilft denn da?
Ja, also ich hatte ja erwähnt, dass, Entschuldigung, ich habe dich nicht ausreden lassen.
Nee, passt, ich glaube, du weißt schon, was ich meine, wunderbar.
Ich hatte ja erwähnt, dass ich, ich musste funktionieren. Ich hatte niemanden, auf den ich mich verlassen kann. Mir war klar, dass ich mich auf mich verlassen muss.
Und das sage ich, lege ich auch jedem ans Herz, der merkt, okay, meine Abhängigkeit hat erfüllt eine Funktion, es ist nicht nur mehr Genuss.
Entwickelt für euch wirklich ein Konzept, was funktioniert. Ich meine damit, wenn ich mir die Frage gestellt hatte, okay, jetzt für immer abstinent ist,
ich wusste, ich würde mich selber belügen, wenn ich sagen würde, ich will nie wieder Drogen nehmen.
Dafür hat, das ist ja auch eine Szene, die Freude macht. Das kann ja auch was Schönes sein, wo man vielleicht auch nicht so schnell loslassen kann.
Man hat ja seinen Freundeskreis da drin. Man kann auch nicht von heute auf morgen sagen, so ich breche jetzt mit allen ab, das können viele nicht.
Ist auch unrealistisch, ist auch unrealistisch, das zu sagen, so man weiß ja eigentlich tief in einem drin, ob man sich selbst belügt oder nicht.
Und man muss, um da peu á peu rauszukommen, ehrlich zu sich selber sein und ein Konzept entwickeln, was funktioniert.
Wenn du wirklich schon so weit, es kommt natürlich dran dran, wie weit du drin bist, aber wenn du jeden Tag konsumiert, dass du sagst, okay, wie viele Tage schaffe ich denn?
Oder wie viele Wochen schaffe ich denn? Wie viele Monate schaffe ich denn? Je nachdem, wie weit du drin bist.
Und bei mir war das eben so, okay, ich wusste, ich will nicht ganz aus der Szene raus. Ich wusste, ich will aber auch nicht weiter rein.
Und ich wusste auch, dass ich älter werde, dass ich natürlich auch irgendwann langfristig Konsequenzen davon tragen werde, wenn ich nicht für mich Regeln aufstelle, die ich einhalten kann.
Und von Anfang an mich selber nicht belüge, sodass ich mich auch mich auf mich selber verlassen kann, dass ich dann nicht doch konsumiere, wenn ich sage, ich werde es nicht tun.
Das finde ich das Allerwichtigste. So viele von meinen Freunden sind unehrlich zu sich selbst und sagen lieber, ich werde jetzt einen Monat nichts konsumieren und ich weiß, wenn ich in deren Augen schaue, weiß ich auch, dass sie es wissen, das schaffst du nicht. Du bist noch nicht so weit.
Und wenn es dann auch drauf hinausläuft, dass die Person nach einem Monat und einem Tag sich da schon fünf Tage lang so drauf freut, dass sie endlich wieder konsumieren kann, dann ist das Ziel auch nicht so ganz erreicht.
Natürlich ist es gut, weil man dem Körper mal den Monat Entgiftung gönnt, sage ich mal. Aber was du, glaube ich, sagen willst, sind so Rituale, die man pflegt.
Dass man genau sagt, okay, das sind die Situationen, da konsumiere ich. Ja.
Ja, genau. Also, ja, du hast Recht, es ist nämlich dann oft so, dass es total eskaliert und dann folgt ein Monat Exzess. Das soll so auf keinen Fall sein. Man soll halt wirklich sagen, okay, so und so viel schaffe ich, das versuche ich jetzt einzuhalten und das werde ich einhalten.
Das ist nicht nur ein Versuch, sondern das werde ich einhalten. Und alle Situationen, die ich nicht schaffen würde, zum Beispiel bei mir ist es so gewesen, ich wusste, wenn ich feiern gehe, werde ich nicht nüchtern sein.
Und da war ich, das wusste ich und ich habe auch oft von Leuten gehört, okay, Alexa, das ist aber ganz schön traurig, wenn du das nicht kannst, wenn du nicht nüchtern feiern gehen kannst. Ja, Entschuldigung, ich kann das nicht.
Also ich werde, ich kann das nicht und ich wusste. Realistische Selbsteinschätzung. Genau. Und ich wusste, eigentlich geht es nur um mich und meinen Konsum.
Und wenn ich, wenn ich clean werden möchte, muss ich eigentlich nur mir selber was beweisen.
Und da ich von Anfang an ehrlich zu mir selber war und auch wusste, was ich kann und vor allem nicht kann und die Situation gemieden habe, dann war ich halt, ich war viel allein dann, weil eben ich weiß, dass mein Freundeskreis einfach sehr viel konsumiert.
Und am Anfang war es wirklich radikal und habe gesagt, okay, ich bin jetzt alleine, habe mich auch oft einsam gefühlt dann, aber nur so hat es funktioniert.
Und über die Jahre konnte ich dann eben konnte ich da immer mehr raus und einfach Situationen finden.
Das muss man auch mal erwähnen. Ich glaube, wenn man ganz tief drin ist, zum Glück war ich nicht so tief drin, aber wenn man tiefer drin ist, dass man einfach vergisst, welche Situationen so ein normaler Mensch am Wochenende macht.
Was macht man denn am Wochenende, wenn man nicht feiern geht? So und vor allem mit welchen Leuten, wenn man so tief schon drin ist, dass der ganze Freundeskreis konsumiert.
Die gehen ja alle feiern, nämlich auch der Grund, was ich sagen wollte, warum ich alleine war, weil mein ganzer Freundeskreis eben keine normalen Wochenenden hatte, also keinen normalen Mini-Golf-Besuch oder.
In die Berge gehen oder.
Ja genau.
Jahresurlaub planen, keine Ahnung.
Kaffee trinken gehen oder so oder in Urlaub gehen. Es war ja alles nicht drin, weil die eben alle substanzabhängig sind und sich treffen. Am Anfang ist es ja auch Treffen um feiern zu gehen und irgendwann ist das Treffen um zu konsumieren und da wollte ich nie rein.
Und als mir das klar wurde, habe ich gesagt, okay, ich halte mich jetzt von den Leuten fern, ich muss und im schlimmsten Fall hätte ich auch, wäre ich umgezogen.
Zum Glück muss ich das nicht und habe einfach.
Es ziehen ja auch immer ein paar ein bisschen mit und wenn man anfängt, darüber zu sprechen,
gestehen sich die ein oder anderen auch ein paar Dinge mehr zu und wenn man sich selber verletzlich zeigt, zeigen sich andere dann auch verletzlich.
Manche überhaupt nicht und sind eigentlich die, die einen am meisten Sorgen machen sollten.
Also Menschen, die mehr darüber sprechen, bei denen weiß man, okay, die sind so selbst reflektiert und so ehrlich zu sich selber, dass sie einen Weg finden werden.
Die kriegen es vielleicht noch nicht perfekt hin, aber die haben schon wenigstens den Punkt erkannt, wo was zu verändern ist.
Genau und wenn man anfängt mit den Leuten darüber zu sprechen, dann geben sie auch zu, wo sie Schwierigkeiten haben und dann kann man sich ja mal zusammen treffen.
Und was mir auch geholfen hat, ist immer offen darüber zu sprechen, so hey, ich sehe dich jetzt nüchtern.
Ich war bis jetzt, es ist schon wirklich sehr lange her, aber das ist mir wirklich, als ich mich auf den Podcast vorbereitet habe, gekommen.
Ich habe dann gesagt, hey, ich bin jetzt nüchtern und ich bin mir total unsicher, ob ich jetzt nüchtern so bin, wie ich eigentlich bin.
So wie du mich kennst. Aber das bin ich eigentlich und wenn es einen großen Unterschied macht, habe ich Angst, mich zu verlieren, weil aber ich habe das offen kommuniziert, wie unsicher ich war.
Im Endeffekt war ich genauso, ich war trotzdem ich. Man ist ja trotzdem man selbst, man konsumiert ja, um gewisse Dinge vor sich selber eigentlich zu verstecken, nicht vor anderen.
Doch auch vor anderen, doch, doch. Aber wenn man offen kommuniziert, dann hat man keine Angriffspflicht mehr irgendwie.
Okay. Ja und dann, was mir auch total geholfen hat, ist, Freunden zu sagen, hey, können wir zusammen alleine sein?
Einfach zusammen auf der Couch sitzen und vielleicht nichts sagen. Klappt immer noch nicht so gut.
Ich habe oft den, man hat ja auch diesen Druck, irgendwie sozial gefallen zu wollen.
Und Angst, also Angst alleine nur, wenn man atmet, nicht genug zu sein.
Ich sehe auch allgemein, wenn man konsumiert, hat ja immer einen tiefer liegenden Grund.
Und oft sind es so Basic Ängste wie ich bin nicht gut genug, kein Selbstwertgefühl. Die anderen mögen mich nicht.
Ich will dazugehören zur Gruppe. Ja, genau so war es. Ich will nicht der, der gemobbt wird sein oder genau.
Ja, wenn man jünger ist, noch oft dieses Zugehörigkeitsgefühl.
Aber wenn man dann mit dem, wenn man das ausbaden muss, was man da jahrelang gemacht hat und dann ins tiefer liegende,
also tiefer greifende Bindung, im tiefer greifenden Bindung geht und man sich halt einfach mit jemanden zusammensetzen will und eigentlich komplett man selbst sein möchte,
dann kann man, dann geht es halt wirklich darum, ok, schaffe ich das, mir selber so zu vertrauen, dass ich gut genug bin.
Ohne irgendwelche Hilfsmittel. Ok.
Ja, vielen Dank für die aufschlussreichen Informationen. Danke für deine Offenheit.
Ich glaube, es hat sehr vielen weitergeholfen, die das hören. Also wirklich mal gut so die Perspektive auch zu hören.
Was magst du denn abschließend den Leuten noch mit auf den Weg geben?
Ja, was mir auch wichtig wäre zu sagen, ist, dass man oft vergisst, dass wenn man ein Problem hat, was eigentlich, wo man eigentlich in Therapie gehört,
worüber man reden sollte und es dann versucht, mit Drogen zu behandeln, dass man dann in über die Jahre oder Monate, es fängt eigentlich schon an,
in so Kommoborbiditäten heißt es einfach so, andere Störungen kommen mit dazu.
Am Anfang ist es vielleicht, die Droge hilft einem, irgendwas zu vergessen und vielleicht ist es dann so viel Ecstasy, dass dein Gehirn so wenig Serotonin noch hat,
dass dann eine Depression dazu kommt und mit der Depression dann noch andere Dinge und dann versucht man vielleicht die Sucht zu regulieren
und verlagert die Sucht auf eine andere Substanz oder es gibt ja auch noch Subtanzen, unabhängige Süchte und wenn man dann irgendwie versucht,
das Suchtmittel wegzulassen, dann kommen dann andere Probleme dazu. Deswegen seid euch dessen bewusst, was ihr konsumiert, wie viel ihr konsumiert und seid vor allem ehrlich zu euch selbst,
weil im Nachhinein das Ganze auszubaden, was ihr euch angetan habt, ist viel schwieriger.
Ja, gut gesagt, vielen Dank. Danke für die letzten Worte. Cool. Ja, wir machen weiter mit dem Podcast.
Ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Lasst gerne ein Like da auf den gängigen Streaming-Portalen, sonst findet ihr das Angebot auch immer auf der Website.
Und wir hören uns. Bis bald. Danke Alexa. Gerne. Super. Tschüss.
Tschüss.

 

 

Mehr anzeigen
Weniger anzeigen
Abhängigkeit Angstzustände Bad Trip Beratung Cannabis Cannabis und Psychose Cannabis-Teillegalisierung cannabisinduzierte Psychose Cannabiskonsum erhöhtes Psychose-Risiko Mindzone-Podcast Panikattacken Partydrogen problematischer Substanzkonsum professionelle Hilfe Psychose Risikofaktoren sauberdrauf Substanzwarnung synthetische Cannabinoide THC THC-Gehalt
Previous StoryAktuelle Substanzwarnungen von Saferparty.ch
Next StoryAktuelle Substanzwarnungen von ChEckiT! Wien

Related Articles

  • checkit_-ProfilePicture
    Aktuelle Substanzwarnungen von ChECkit! Wien
  • saferpartych
    Aktuelle Substanzwarnungen von Saferparty.ch

Drogenberatung

drogenberatung.sauberdrauf.com - die webbasierte Beratung zu Freizeit- & Partydrogen.

Der Partydrogen Podcast!

sauber drauf steht auf einem schwarzen X geschrieben das ein pulver durchstreicht... darunter eine pille - - der party-drogen podcast von mindzone

Dr. Schepper antwortet..

Dr- Schepper X Drogen und feiern Fragen und Antworten Logo Ani

Über uns

Wir sind mindzone: eine Initiative von jungen Partygängern, die 1996 in München entstanden ist und mittlerweile bayernweit unter dem Motto 'sauber drauf!' im Nachtleben aktiv ist. Unser Team setzt sich mit den Problemen auseinander, die beim Konsum von legalen und illegalen Substanzen in verschiedener Weise auftreten können.

Aktuelles

  • checkit_-ProfilePicture
    Aktuelle Substanzwarnungen von ChEckit! Wien Freitag, 10, Apr.
  • Bildschirmfoto 2026-03-30 um 12.02.52
    Warnmeldung: Gefälschte Xanax-Tabletten mit Nitazen-Derivaten Montag, 30, März
  • 1
    Warnmeldung: Zwei Todesfälle und Intoxikationen in Bayern nach Konsum von Vapes mit synthetischen Opioiden (u.a. Etodezitramid)! Samstag, 28, März
  • saferpartych
    Aktuelle Substanzwarnungen von Saferparty.ch Samstag, 28, März
  • checkit_-ProfilePicture
    Aktuelle Substanzwarnungen von ChECkit! Wien Freitag, 27, März

Drogen

  • 2C-B und 2C-X-Derivate
  • Alkohol
  • Amphetamin (Speed)
  • Benzodiazepine
  • Butylon (bk-MBDB)
  • BZP (Benzylpiperazin)
  • Cannabidiol (CBD)
  • Cannabis
  • CAT (Methcathinon)
  • Codein
  • Crack, Freebase
  • Crystal / Crystal-Speed / Crystal-Meth
  • DMT
  • DOB / DOM / DOI
  • Downer (Benzos + Opiate)
  • DXM (Dextromethorphan)
  • Ecstasy / MDMA
  • Ephedrin
  • Fentanyl
  • GHB / GBL / BDO
  • Hawaiianische Holzrose
  • Herbal Ecstasy
  • Heroin
  • Hexahydrocannabinol (HHC)
  • Ketamin
  • Koffein
  • Kokain
  • K.O.-Tropfen / Spiking
  • Kratom
  • Synthetische Cannabinoide (Kräutermischungen)
  • Lachgas
  • Legal Highs
  • LSD
  • MDPV (Methylendioxypyrovaleron)
  • Mephedron (4-MMC)
  • Meskalin
  • Methoxetamin (MXE, Metha-Keta)
  • Methylon (Explosion, Ease, bk-MDMA, MDMC)
  • Nachtschattendrogen (Naturdrogen, Hexendrogen)
  • Naturdrogen
  • Nikotin
  • Nitazene
  • Neue psychoaktive Substanzen (NPS)
  • Opiate / Opioide
  • Oxycodon
  • PCP
  • Pilze
  • Poppers
  • Research Chemicals
  • Salvia Divinorum (Aztekensalbei)
  • Spice & Co (Kräutermischungen)
  • Tilidin
  • Tramadol
  • Vaporizer (Vapes), E-Zigaretten, Tabakerhitzer, Shisha, Oraltabak (Snus & Co.)
  • Wasserpfeife (Shisha)
  • Streckstoffe
  • Mischkonsum
  • Nachweiszeiten
  • Gesetz
  • Analyseverfahren
  • Glossar

Themen

Schlagwörter

2C-B Aktuelle Pillenwarnung Aktuelle Substanzwarnung Aktuelle Substanzwarnungen Amphetamin Cannabis Checkit! Wien Drogen Drugchecking-Ergebnisse Ecstasy Ecstasy-Pille extrem hochdosiert extrem hochdosierte XTC-Pille Fake-Cannabis Fake-MDMA Falschdeklaration Hochdosiert hochdosierter LSD-Filz Hochdosiertes MDMA hochdosierte XTC-Pille Ketamin Koffein Kokain LSD MDMA Mephedron Methamphetamin neue psychoaktive Substanzen NPS Partydrogen Pillenwarnung Research Chemicals Saferparty Safer Party Saferparty Zürich sauberdrauf Speed Substanzkonsum Substanzwarnung synthetische Cannabinoide synthetisches Halluzinogen unerforschte Substanz XTC XTC-Pille Überdosierung

Über uns

  • Profil
  • Leichte Sprache
  • Peers
  • Presse
  • Intranet
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Kontakt & Standorte

Standorte

  • München
  • Würzburg
  • Augsburg
  • Traunstein
  • Rosenheim
  • Regensburg

Das Projekt

  • Projekt
  • Kampagnen
  • Substanzen
  • Beratung
  • Gesundheit
  • Infomaterial

Soziale Netze

mindzone wird finanziert und unterstützt von dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege,
Projektträger ist der Landescaritasverband Bayern e.V.. Gestaltung und Website von schönereWelt! © 2001-2024 Impressum

   Logo des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention