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NEWS – National Early Warning System – Interview mit Esther Neumeier
In der 21. Folge des MINDZONE-Podcasts „sauberdrauf!“ ist Dipl. Psychologin Esther Neumeier – Projektleiterin des Forschungsprojekts NEWS – zu Gast. Nach einer kurzen Vorstellung ihrer Person geht es um die Entstehung des Projekts, die wissenschaftlichen Grundlagen sowie um die Frage, warum ein solches System für Prävention, Fachpraxis und Politik unverzichtbar ist.
Weiter beleuchten wir die Erfolge des Projekts, ethische Grundsätze bei der Erhebung wissenschaftlicher Daten und erörtern ganz allgemein den Unterschied von wissenschaftlich erhobenen Daten zu Alltagsbeobachtungen.
Über Dipl. Psych. Esther Neumeier
- Leiterin der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen- und Drogensucht (DBDD) und Projektleitung vom Forschungsprojekt NEWS – National Early Warning System am IFT München (Institut für Therapieforschung)
- Infos zum Institut für Therapieforschung: https://ift.de/
- Kontakt Esther Neumeier: neumeier@ift.de
- NEWS: https://mindzone.info/news/
Das Podcast-Gespräch behandelt nachfolgende Themen:
Das NEWS-Projekt
- Rolle und Aufgaben der Mitarbeiterin im Nationalen Frühwarnsystem
- Entstehung und Zielsetzung des NEWS
- Persönliche Motivation für die Arbeit im Projekt
- Warum ein Frühwarnsystem gesellschaftlich notwendig ist
- Wie Interessierte über Ergebnisse und Warnmeldungen informiert werden
Wissenschaft verständlich erklärt
- Welche Daten im Rahmen des Frühwarnsystems erhoben werden
- An welche Zielgruppen sich die Datenerhebung richtet
- Sicherstellung wissenschaftlicher Qualität und Belastbarkeit
- Ethische Leitlinien: Transparenz, Zustimmung, Autonomie, Datenschutz, Fairness und Verantwortung
- Unterschied zwischen wissenschaftlichen Daten und medialen bzw. anekdotischen Wahrnehmungen
Methodik und Praxiseinblicke
- Die Informationsgeber des NEWS-Projekt: Konsumierendenbefragungen, Forenanalysen, Expert*innenbefragungen, Daten aus Krankenhäusern, aus der Strafverfolgung und Forensik, Meldungen aus dem Netzwerk
- Herausforderungen bei Datenerhebung und -auswertung
- Wie evidenzbasierte und belastbare Ergebnisse gewährleistet werden
Erfolge und Wirkungen
- Beispiele, bei denen NEWS frühzeitig neue Entwicklungen sichtbar gemacht hat
- Einfluss der Ergebnisse auf Fachpraxis und politische Entscheidungsprozesse
- Reaktionen aus Fachkreisen und Öffentlichkeit
Gesellschaftliche Relevanz & Finanzierung
- Bedeutung des Frühwarnsystems aus politischer Perspektive
- Zukunftsperspektiven des NEWS-Projekts
- Unterstützungs-Möglichkeiten
Infos vom Infostand:
Wissenswertes zu Cannabis-Edibles und Safer-Use-Strategien
In der aktuellen Folge erklärt Mindzone-Peer Jan, was unter Cannabis-Edibles zu verstehen ist, warum sie aktuell wieder stark im Umlauf sind und weshalb es dabei besonders häufig zu Überdosierungen kommt. Wir sprechen über Wirkungsweisen, Risiken und rechtliche Grauzonen. Zudem ordnen wir ein, warum Edibles besondere Herausforderungen für einen reflektierten und risikoarmen Konsum mit sich bringen.
- Was sind Cannabis-Edibles und welche Produkte zählen dazu?
- Warum Edibles aktuell wieder stärker verbreitet sind?
- Aktuelle rechtliche Lage zu Edibles in Deutschland
- Unterschiede zwischen Edibles und dem Rauchen/Vaporisieren von Cannabis
- Verzögerter Wirkungseintritt und lange Wirkdauer
- Warum Dosierungsfehler bei Edibles so häufig vorkommen
- Empfohlene Einstiegsdosierung und Tipps zur Risikoreduktion
- Typische körperliche und psychische Nebenwirkungen
- Was es für einen sicheren und legalen Umgang bräuchte
- Wichtige Safer-Use-Hinweise vor dem Konsum
Infos zu Jan‘s Projekten:
- https://www.instagram.com/calmyjane/
- https://www.instagram.com/wiredkimchi/
- Infos vom DHV zu Edibles: https://hanfverband.de/zuviel-des-guten-thc-haltige-nahrungsmittel-und-ihre-risiken
Das Transcript der Podcast Folge zum lesen
Disclaimer: Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dient zur Informationsgewinnung und Weitergabe.
Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zur neuen Podcastfolge des Mein Zorn Podcast Sauber drauf. Jetzt sind wir schon bei Folge 21 angekommen. Euch erwartet wieder eine informative Folge zu Party Drogen und Konsum. Heute habe ich zu Gast Esther Neumayer vom Institut für Therapie Forschung München. Sie leitet die Drogen Beobachtungsstelle der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht und ist Projektleitung vom Forschungsprojekt News – Das National Early Warning System.
Herzlich willkommen.
Esther
Hallo, Vielen Dank.
Schön, dass du da bist und dir Zeit genommen hast. Ich freue mich sehr auf das Gespräch. Im zweiten Teil der Folge erwartet euch wie immer die Infos vom Infostand. Dieses Mal mit Jan und wir werden über das Thema Cannabis Tablets sprechen, weil wir einfach gemerkt haben, dass da ja teilweise noch ein gewisser Aufklärungsbedarf besteht. Wenn euch das Ganze hier gefällt, dann lasst gerne ein Like da.
Sagt euren Freundinnen und Freundinnen Bescheid, dass der Podcast cool ist. Wir freuen uns immer über neue Zuhörende. Und ihr könnt das ganze auch auf Spotify, Apple Music usw anhören. Die Kontaktdaten von Esther findet ihr in der Videobeschreibung und nun steigen, wenn die Folge ein ist. Erzähl uns doch etwas über das News Projekt. Darum soll es heute gehen.
Esther
Ja, ich fange mal von vorn an. News ist angedockt an der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Das ist ein etwas längerer Begriff. Wir sagen immer nur DBT und generell ist unser Job die gesamte Berichterstattung zu illegalen Drogen in Deutschland, also sozialen Aspekten, Konsum, auch problematischer Konsum, aber auch ganz normaler Konsum, Konsum Folgen bis hin zum Drogentote sind auch unsere Analysen, aber auch der ganze Bereich Produktion.
Esther
Was kann man dagegen machen? Der ganze Bereich rund um die Therapie, Versorgung, um die Prävention und aber auch die ganze Strafverfolgung Geschichte, also Marktbeobachtung. Was passiert im Bereich Kriminalitäts Gefängnisse? Also so einmal alles nach Möglichkeit und News hat jetzt sozusagen die spezifische Rolle bekommen. Seit 2021 arbeiten wir daran, die Frühwarnung auf und auszubauen in Deutschland aus der Logik heraus, das so diese alte Berichterstattung, das alte Monitoring, eine sehr große Zeitverzögerung immer drin hat.
Esther
Also da reden wir locker mal über ein Jahr Zeitverzögerung und dass das einfach nicht mehr ausreicht für das, was mittlerweile passiert im Thema Drogenmarkt, Drogenkonsum.
Neue psychiatrische Stoffe.
Esther
Genau da ist man einfach zu spät.
Und seit wann machst du das Ganze?
Esther
Also seit ungefähr zehn Jahren. Jetzt. Da bin ich eigentlich schwerpunktmäßig im Bereich Drogen, Todesfälle und Reduktion und Drogen bezogene Infektionskrankheiten auch unterwegs. Und News machen wir seit 2021. Wobei man sagen muss, dass es auch vorher schon speziell für dieses Thema neue psychoaktive Substanzen Berichterstattung gab. Im europäischen System aber das war in Deutschland, würde ich sagen, sehr begrenzt, wie viel da auch rausgegangen ist.
Esther
News hat jetzt einen viel breiteren Ansatz. Also es geht auch nicht nur um ganz neue Substanzen, sondern geht wirklich so um alle gesundheits relevanten Phänomene, die sich entwickeln können. Es kann ja auch ganz bekannte Substanzen sein, wo sich dann etwas im Konsum verändert, wo vielleicht neue Formen auf den Markt kommen, wo einfach Leute anders konsumieren. Das kann alles Mögliche sein.
Esther
Und genau da ist eben vor allem auch die Idee, dass wir sehr schnell auch warnen können und dass wir auch nicht nur Fachpersonal informieren, was wir schon immer machen, sondern dass wir wirklich auch Konsumierende selber warnen können bzw meistens gar nicht selber, sondern über unsere Partner warnen.
Genau so wie uns.
Esther
Ihr seid da schon immer sozusagen auch ja vorne mit dabei, mein Sohn für mich ist für uns so er der zentrale Partner auch für die Webseite, aber auch einfach um ich sage mal jüngere Leute zu erreichen. Und es sind aber natürlich auch die anderen Party Projekte in Deutschland. Das sind auch irgendwelche anderen Podcasts und YouTuber. Das sind einfach alle, die es aufgreifen und weitergeben.
Esther
Und es ist ja auch die Idee, dass man wirklich da dran kommt an die Sachen und das rausgeben kann.
Ja genau, das News Projekt ist ja angebunden ans Institut für Therapie Forschung und da gibt es schon seit 2012 eine Kooperation mit mein Sohn. Wo es dann immer so einen Fragebogen gab, haben wir händisch dann am Infostand ausgeteilt haben und die die Stand Besuchenden konnten quasi ihren Konsum reflektieren und im Gegenzug haben wir quasi Informationen über Ja, was wird in München konsumiert bekommen?
Und das war für uns extrem wertvoll, weil es da einfach sonst nicht so viele Zahlen gab. Genau zu dieser Partyszene und da, wo wir eben sind und wir sind ja Sozialarbeiter und versuchen immer auch nach wissenschaftlichen Standards uns zu orientieren. Aber wenn es keine gibt, dann ist es schwierig. Und deswegen war diese Kooperation so extrem wertvoll, dass es halt überhaupt mal zahlen gab.
Und es ist auch einfach ein Riesenaufwand, solche Zahlen zu erheben und diese Fragebögen wissenschaftlich zu erstellen und auszuwerten. Und so weiter und so fort. Und deswegen waren wir da sehr. Oder sind immer noch sehr dankbar, dass wir da mit euch kooperieren können. Ja, wir auch. Genau. Und und wir wissen jetzt das News Projekt gibt es noch nicht so lang seit 2021.
Wie ist denn da deine Rolle zu verstehen?
Esther
Also ich bin Projektleitung, was heißt ich kümmere mich um ja so was wie Anträge und dass das ganze Ding läuft und die Planung und so und ich schreibe aber natürlich auch mit. Ich konzipiere auch mit. Es ist ein ganz kleines Projektteam. Von daher finde ich es eigentlich schwer zu sagen, was jetzt jeder einzelne macht. Wir teilen das schon so ein bisschen auf, dass ich auch mehr noch mal Richtung Politik auch mache und.
Öffentlichkeitsarbeit.
Esther
Auch Öffentlichkeitsarbeit. Wobei wir das auch aufteilen. Wir halten auch wirklich alle, halten Vorträge, also neuerdings halt auch. Wir haben eine schon lange, die schon lange dabei ist, eine wissenschaftliche Hilfskraft. Die hat neulich auch mal einen Vortrag auf dem Kongress gehalten. Also wir versuchen das ja alle, die wollen sozusagen, die sich engagieren im Projekt, dürfen auch sehr gerne damit sich melden, öffentlich, wenn sie wollen.
Ja, das ist ja schon eine spezielle Arbeit. So was motiviert dich denn am meisten, diese Arbeit zu machen?
Esther
Also ich mache auch die Auswertung zu Drogen Todesfällen und das ist eine ziemlich gute Motivation, weil ja, ich komme ursprünglich auch mal aus der Praxis vor langer Zeit. Ich bin von Haus aus Psychotherapeutin, habe auch im Bereich gearbeitet.
Disclaimer
Die folgenden Inhalte sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen euch zur Selbstreflexion anregen und dient zur Informationsgewinnung und Weitergabe.
Liebe Hörerinnen und Hörer, herzlich willkommen zur neuen Podcastfolge des Mein Zorn Podcast Sauber drauf. Jetzt sind wir schon bei Folge 21 angekommen. Euch erwartet wieder eine informative Folge zu Party, Drogen und Konsum. Heute habe ich zu Gast Esther Neumayer vom Institut für Therapie Forschung München. Sie leitet die Drogen Beobachtungsstelle der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht und ist Projektleitung vom Forschungsprojekt News Das National Early Warning System.
Herzlich willkommen.
Esther
Hallo, vielen Dank.
Schön, dass du da bist und der Zeit genommen hast. Ich freue mich sehr auf das Gespräch. Im zweiten Teil der Folge erwartet euch wie immer die Infos vom Infostand. Dieses Mal mit Jan und wir werden über das Thema Cannabis Tablets sprechen, weil wir einfach gemerkt haben, dass da ja teilweise noch ein gewisser Aufklärungsbedarf besteht. Wenn euch das Ganze hier gefällt, dann lasst gerne ein Like da.
Sagt deinen Freundinnen und Freundinnen Bescheid, dass der Podcast cool ist. Wir freuen uns immer über neue Zuhörende. Und ihr könnt das ganze auch auf Spotify, Apple Music usw anhören. Die Kontaktdaten von Esther findet ihr in der Videobeschreibung und nun steigen, wenn die Folge ein ist. Da erzähl uns doch erst mal etwas über das News Projekt. Darum soll es heute gehen.
Esther
Ja, ich fange mal vorne an News ist angedockt an der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht. Das ist ein etwas längerer Begriff. Wir sagen immer nur DBT und generell ist unser Job die gesamte Berichterstattung zu illegalen Drogen in Deutschland, also sozialen Aspekten, Konsum, auch problematischer Konsum, aber auch ganz normaler Konsum, Konsum Folgen bis hin zum Drogentote sind auch unsere Analysen, aber auch der ganze Bereich Produktion.
Esther
Was kann man dagegen machen? Der ganze Bereich rund um die Therapie, Versorgung, um die Prävention und aber auch die ganze Strafverfolgung Geschichte, also Marktbeobachtung. Was passiert im Bereich Kriminalitäts Gefängnisse? Also so einmal alles nach Möglichkeit und News hat jetzt sozusagen die spezifische Rolle bekommen. Seit 2021 arbeiten wir daran, die Frühwarnung auf und auszubauen in Deutschland aus der Logik heraus, das so diese alte Berichterstattung, das alte Monitoring, eine sehr große Zeitverzögerung immer drin hat.
Esther
Also da reden wir locker mal über ein Jahr Zeitverzögerung und dass das einfach nicht mehr ausreicht für das, was mittlerweile passiert im Thema Drogenmarkt, Drogenkonsum.
Neue psychoaktive Stoffe.
Esther
Genau da ist man einfach zu spät.
Und seit wann machst du das ganze?
Esther
Also seit ungefähr zehn Jahren. Jetzt. Da bin ich eigentlich schwerpunktmäßig im Bereich Drogen, Todesfälle und haben Reduktion und Drogen bezogen und Infektionskrankheiten auch unterwegs. Und News machen wir seit 2021. Wobei man sagen muss, dass es auch vorher schon speziell für dieses Thema neue psychoaktive Substanzen Berichterstattung gab Im europäischen Early Warning System. Aber das war in Deutschland würde ich sagen sehr begrenzt, wie viel da rausgegangen ist.
Esther
News hat jetzt einen viel breiteren Ansatz. Also es geht auch nicht nur um ganz neue Substanzen, sondern geht wird es so um alle gesundheits relevanten Phänomene, die sich entwickeln können. Es kann ja auch ganz bekannte Substanzen sein, wo sich dann etwas im Konsum verändert, wo vielleicht neue Formen auf den Markt kommen, wo einfach Leute anders konsumieren. Das kann alles Mögliche sein.
Esther
Und genau da ist eben vor allem auch die Idee, dass wir sehr schnell auch warnen können und dass wir auch nicht nur Fachpersonal informieren, was wir schon immer machen, sondern dass wir wirklich auch Konsumierende selber warnen können bzw meistens gar nicht selber, sondern über unsere Partner warnen.
Genau so wie uns.
Esther
Genau wie ihr seid da schon immer sozusagen auch ja vorne mit dabei, mein Sohn für mich ist für uns so er der zentrale Partner auch für die Webseite, aber auch einfach um ich sage mal jüngere Leute zu erreichen. Und es sind aber natürlich auch die anderen Party Projekte in Deutschland. Das sind auch irgendwelche anderen Podcasts und YouTuber. Das sind einfach alle, die es aufgreifen und weitergeben.
Esther
Und es ist ja auch die Idee, dass man wirklich da dran kommt an die Sachen und das rausgeben kann.
Ja genau, das News Projekt ist ja angebunden ans Institut für Therapie Forschung und da gibt es schon seit 2012 eine Kooperation mit meinem Sohn. Wo es dann immer so einen Fragebogen gab, hatten wir händisch dann am Infostand ausgeteilt haben und die die Stand Besuchenden konnten quasi ihren Konsum reflektieren und im Gegenzug haben wir quasi Informationen über Ja, was wird in München konsumiert bekommen?
Und das war für uns extrem wertvoll, weil es da einfach sonst nicht so viele Zahlen gab. Genau zu dieser Partyszene und da, wo wir eben sind und wir sind ja Sozialarbeiter und versuchen immer auch nach wissenschaftlichen Standards uns zu orientieren. Aber wenn es keine gibt, dann ist es schwierig. Und deswegen war diese Kooperation so extrem wertvoll, dass es halt überhaupt mal Zahlen gab.
Und es ist auch einfach ein Riesenaufwand, solche Zahlen zu erheben und diese Fragebögen wissenschaftlich zu erstellen und auszuwerten. Und so weiter und so fort. Und deswegen waren wir da sehr. Oder sind immer noch sehr dankbar, dass wir da mit euch kooperieren können. Ja, wir auch. Genau. Und und wir wissen jetzt das News Projekt gibt es noch nicht so lang seit 2021.
Wie ist denn da deine Rolle zu verstehen?
Esther
Also ich bin Projektleitung, was heißt ich kümmere mich um so was wie Anträge und dass das ganze Ding läuft und die Planung und so und ich schreibe aber natürlich auch mit. Ich konzipiere auch mit. Es ist ein ganz kleines Projektteam. Von daher finde ich es eigentlich schwer zu sagen, was jetzt jeder einzelne macht. Wir teilen das schon so ein bisschen auf, dass ich auch mehr noch mal Richtung Politik auch mache und.
Öffentlichkeitsarbeit.
Esther
Auch Öffentlichkeitsarbeit, wobei wir das auch aufteilen. Wir halten auch wirklich alle halten Vorträge, also neuerdings halt auch. Wir haben eine schon lange, die schon lange dabei ist, eine wissenschaftliche Hilfskraft. Die hat neulich auch mal einen Vortrag auf dem Kongress gehalten. Also wir versuchen das ja alle, die wollen sozusagen, die sich engagieren im Projekt, dürfen auch sehr gerne damit sich melden, öffentlich, wenn sie wollen.
Ja, das ist ja schon eine spezielle Arbeit. So was motiviert dich denn am meisten, diese Arbeit zu machen?
Esther
Also ich mache auch die Auswertung zu Drogen Todesfällen und das ist eine ziemlich gute Motivation, weil ja, ich komme ursprünglich auch mal aus der Praxis vor langer Zeit, bin von Haus aus Psychotherapeutin, habe auch im Bereich gearbeitet und ich glaube meine Grundmotivation ist immer noch einfach zu sagen okay, Drogenkonsum ist halt so, Menschen nehmen Substanzen und ich finde alles, was dazu beiträgt, dass Leute das ein bisschen aufgeklärter machen können und vielleicht weniger Schäden davontragen, ist gut und das ist meine Hauptmotivation dafür.
Esther
Und das andere ist natürlich auch, dass es auch keinen Spaß macht, eine Berichterstattung zu machen, von der man selber weiß, die ist ein Jahr hinterher. Das ist auch nicht so schön, das braucht man für so langfristige Sachen, ganz klar. Aber ja, das finde ich, kann auch nicht der Anspruch sein, dass man immer so weit hinterher ist. Und dann gibt es ja auch noch so eine strukturelle Ebene, die ich auch ganz wichtig finde, dass man ja auch Richtung Politik, auch Richtung Planung auch versucht, so ein bisschen zu sagen Ah, das entwickelt sich jetzt gerade, was könnte sich daraus noch entwickeln?
Esther
Wie müsste man vielleicht reagieren, damit dann auch das Versorgungssystem darauf auch so ein bisschen sich schon mal vorbereiten kann und man nicht Jahre hinterher es mit einem Ja konkretisiert?
Auch mal bitte, warum wir jetzt gerade so ein schnelleres System brauchen.
Esther
Also ich glaube, man kann es anfangen von der Seite der Märkte aus. Das ist finde ich das einfachste, das zu erklären. Die Märkte funktionieren einfach nicht mehr wie vor 30 Jahren. Wir haben heute Drogen, Todesfälle, die sind Die Zahlen sind so hoch wie sie das zuletzt Anfang der 90er waren. Anfang der 90er war Heroin Krise und es war schlimm.
Esther
Aber alle wussten, was das ist. Jetzt weiß keiner so richtig, was es ist. Wir haben bei 80 % der Todesfälle haben wir eine multiple Substanz Beteiligung, zwei Substanzen oder mehr, und wir wissen viel zu wenig darüber. Gleichzeitig drängen ständig neue Substanzen auf den Markt. Wenn dieses ganze Riesenthema, synthetische Substanzen, alle möglichen verschiedenen Dinge. Keiner blickt irgendwie so richtig durch, und da müssen wir einfach schneller und besser werden.
Esther
Und dazu gehört eben auch, dass wir uns vernetzen. Das ist ja ein ganz starker Teil von uns, dass einfach das, was auch da ist, an Wissen genutzt wird, auch systematisch wirklich genutzt wird. Und das andere ist natürlich auch, dass man auch noch mal überlegt, was müssen wir für neue Sachen aufbauen und und ausbauen. Und diese schnellen Veränderungen da einfach auch ein bisschen mitgehen zu können, sich auch zu überlegen, was davon ist relevant, was vielleicht auch nicht so relevant noch wichtig, auch so in die Richtung Was machen wir mit Gerüchten?
Esther
Das, finde ich, ist ein ganz wichtiger Aspekt, weil gerade wenn wenig Wissen da ist, viel Gerüchte unterwegs sind und da eben auch zu versuchen, wirklich Fakten entgegenzusetzen. Ich glaube, das wird immer wichtiger, je mehr Veränderung da ist.
Wie erfahren denn jetzt die Interessierten von den Ergebnissen? Du hast vorhin schon angeschnitten, dass das wir kooperieren. Genau.
Esther
Genau. Also kann jetzt natürlich drauf an, wer interessiert. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Das eine ist, es wäre auch so ein ganz klassischen E Mail Verteiler haben, wo wir aber vor allem so ich sage mal Fachkollegen aus der Suchthilfe, aus den Laboren, auch für die toxikologischen Analysen und so Geschichten, dann alles, was öffentlich ist und das allermeiste ist öffentlich, kommt auf die Webseite.
Esther
Das ist relativ einfach. Und wenn wir Warnungen rausschicken, dann schicken wir es ja auch immer so raus, dass wir sagen Bitte verteilt es weiter. Das heißt eigentlich müsste man, wenn man egal welchem Projekt man jetzt folgt, müsste man eigentlich die wichtigsten Informationen, die wirklich Warnungen auch kriegen. Und dann gibt es natürlich noch so Hintergrundinfos, wenn wir so Transporter machen, wo wir uns ein bisschen vertieft mit Themen auseinandersetzen.
Esther
Die stehen auch auf der Website. Das weiß ich, glaube, die gehen jetzt nicht so groß über die Verteiler, aber da kann man auch einfach mal reingucken, wenn man Interesse hat und das einfach nachlesen. Und ansonsten muss ich auch ehrlicherweise sagen, wir sind auch ganz gut erreichbar. Also wenn jemand wirklich dringend was wissen muss, kann man sich auch bei uns melden.
Esther
Das machen auch Leute. Und ganz oft müssen wir natürlich auch sagen dazu haben wir keine wissenschaftlich belastbaren Sachen, da können wir nichts zu sagen. Aber dann weiß man auch das schon mal.
Das ist schon mal auch eine Aussage. Die Transporter, das sind quasi Expertinnen, Befragungen, also Gruppen, wo es dann um ein bestimmtes Thema geht, zum Beispiel Lachgas. Verbreitung in Deutschland. Und dann werden aus verschiedenen Bundesländern Expertinnen befragt, die dann dazu was sagen und was werdet ihr dann aus? Und es eine Möglichkeit wissenschaftlich Daten zu erheben?
Esther
Genau. Also das sind im Kern immer qualitative Erhebungen. Auf jeden Fall Also Expertenrunden spielen eine große Rolle, machen Fokusgruppen, je nachdem, welches Thema es geht, interviewen wir auch, konsumieren da einfach selber. Natürlich, weil das auch gerade bei neuen Phänomenen super spannend sein kann. Wir nehmen aber auch zum Beispiel Daten aus den Gift Informations zentralen zu Vergiftungen oder wenn es aus den Kliniken schon Nachrichten gibt dazu, dann nehmen wir die auch auf.
Esther
Also das ist immer so der Versuch, in einer sehr begrenzten Zeit wirklich ein neues Phänomen so weit darzustellen, wie es eben darstellbar ist. Und auch zu sagen Guck mal, da haben wir Lücken, da können wir nichts zu sagen, da müsste man mal genauer hinschauen.
Ja, und da kombiniert ihr dann verschiedene Möglichkeiten, Daten zu erheben. Also qualitativ bedeutet ja, ich habe Expertinnen, Interviews, also Gespräche sozusagen bekommen da meine Daten. Und quantitativ bedeutet dann ich mach ja Befragungen mit einfach einer Zielgruppe, mit verschiedenen Personen und möglichst möglichst hohe Genauigkeit.
Esther
Viele Leute.
Möglichst viele Personen. Genau. Und so setzt sich das Ganze dann zusammen.
Esther
Und das ist eben auch so ein Thema, gerade bei so ganz neuen Entwicklungen. Das sind ja meistens auch noch nicht so viele Leute und die muss man auch noch erwischen, die so was sagen können. Deswegen ist das, finde ich oft eher so ein Quality Character jetzt so in diesem ganz klassischen Sinne, dass also in der Uni, würden wir sagen, es ist eher Hypothesen generieren.
Esther
Wir stellen erst mal eine Beobachtung überhaupt an, wir stellen was fest und sagen erst mal wir sehen hier was und wir können aber meistens gar nicht sagen, wie groß ist das Ausmaß jetzt erst mal? Also was wir jetzt in einer großen Studie machen würden, dass wir sagen okay, hochgerechnet soundso viele Personen in Deutschland konsumieren, sagen wir Heroin. Das kann man einer großen Studie hochrechnen, das kann man für so ganz neue Phänomene noch gar nicht machen.
Esther
Und deswegen meine ich eben eher so ein qualitativer Ansatz Wirklich Trends angucken, gucken, was passiert, gerade.
Die Leute befragen, die auch wirklich Kontakte zu haben und die das konsumieren. Welche Zielgruppe ist das?
Esther
Das kann alles. Also News Kann das alles sein? Wir haben schon was zu Crack gemacht, da ist dann die Zielgruppe halt. Das ist ja wirklich offene Drogenszene am große Überschneidung auch mit der Obdachlosigkeit. Und da sind dann die Expertinnen und Experten eben auch so Leute aus der klassisch niedrigschwelligen Hilfe, also Streetworker, Leute in Drogenkonsum räumen Leute in Kontakt, Kaffee so ja.
Esther
Als sie was zu Lachgas gemacht haben, war es natürlich ganz anders. Das ist ein Thema für junge Leute, das ist ein Thema aus der Partyszene Freizeit, Konsum. Klar, da hatten wir dann auch die Kliniken mit drin, so für die Vergiftungen Fälle, da gab es ja schon auch ein paar zumindest. Aber wir passen das wirklich immer daran an, um welche Zielgruppen geht es?
Esther
Wer ist überhaupt betroffen? Weil das halt ein riesen Feld ist, da noch Entwicklungen bei Drogen und ist auch die große Herausforderung so an diesem, an einem Auftrag, den wir auch haben. Ist aber auch das was das so interessant macht und was es auch so so spannend für uns macht, damit zu arbeiten.
Da müsst ihr auf jeden Fall auf ein Netzwerk zurückgreifen.
Esther
Ja, auf jeden Fall. Also das ist, das ist das A und O in diesem Projekt. Wir haben ja, das ist auch das Gute daran, dass wir es angesiedelt haben an der DBT, die es schon sehr lange gibt, die schon sehr lange auch wirklich Netzwerk mit den unterschiedlichsten Leuten, mit den unterschiedlichsten Expertisen, auch in Deutschland. Und das ist an uns noch mal ganz verstärkt.
Esther
Gerade wenn man so neue Phänomene sich angucken muss, wo sich vielleicht auch Leute noch gar nicht unbedingt öffentlich zu äußern wollen. Da geht es dann ja auch um Vertrauen. Da geht es auch darum, dass man sagt ja, jetzt, wir machen das anonym und da kannst du dich auch drauf verlassen, dass wir das so machen. Und das wäre gar nicht möglich ohne unser Netzwerk.
Esther
Und wir brauchen auch immer wieder Expertisen, die wir selber nicht haben. Also keiner von uns ist Toxikologe zum Beispiel. Es geht ganz viel ja auch um Analyse von Substanzen und ich bin halt keine Toxikologen und ich brauche dann einfach Toxikologen, die mir auch die Details erklären können und mir eben wirklich auch im Detail sagen können okay, das können wir nur rauskriegen mit diesem und diesem Analyseverfahren.
Esther
Das hat die und die Probleme dann auch. Also wo können wir auch vielleicht keine Aussagen treffen und dafür brauchen wir einfach ein riesen Netzwerk Und Gott sei Dank haben wir das auch super.
Das klingt auf jeden Fall nach einer vielfältigen und abwechslungsreiche Arbeit. Aber jetzt möchte ich mal noch ganz kurz einsteigen in wissenschaftliche Arbeit, weil das ist ja schon euer Kern und es zeichnet euch auch aus, dass diese Daten, die ihr erhebt, auch wirklich belastbar sind und dass die auch nach gewissen Standards erhoben werden. Was unterscheidet denn jetzt wissenschaftlich erhobene Daten von Alltagsbeobachtungen?
Esther
Das Systematische, also die Idee an der Wissenschaft, ist immer das Systematisieren. Das bedeutet erstens befragen wir möglichst viele Personen so, Wir können, wie gesagt, immer in dem Rahmen, wie es möglich ist. Wir befragen immer nach einer bestimmten festgelegten Methodik. Die ist auch beschrieben. Das heißt, man weiß tatsächlich was was ist reingegangen an Annahmen, was ist reingegangen an Fragen und und das ist ein ganz wichtiger Teil von Wissenschaft.
Esther
Wir sagen auch immer, wo endet die Erkenntnis, wo sind die offenen Punkte, wo ist die, wo ist die Aussagekraft dann auch wirklich vorbei? Und das ist was sehr anderes. Wenn ich jetzt eine Alltagsbeobachtungen einfach habe, normalerweise denkt dann ja, das ist jetzt so, ich habe das jetzt gesehen, jetzt ist es so In der Wissenschaft muss man immer sagen, ich habe das jetzt gesehen.
Esther
Was bedeutet das? Wie weit kann ich das verallgemeinern? Was spricht auch gegen diese Hypothese, die sich daraus jetzt bilden lässt? Und das ist der Grundgedanke, ist sozusagen ein anderer. Und das unterscheidet es auch ganz massiv von dem, was wir auch so in der Presseberichterstattung sehen, wo wir ja ganz häufig dann Einzelfälle haben, die sehr groß berichtet werden. Teilweise sind es auch dramatische Einzelfälle, ist überhaupt keine Frage.
Esther
Aber für uns ist eben wirklich bei einem Einzelfall immer die Frage Was sehen wir drum herum? Sehen wir weitere Fälle, die in die Richtung deuten und können wir da noch, ich sage mal ein bisschen Fleisch und Knochen bringen? Können wir das drum herum sehen, weil die Interpretation am Schluss ja, das ist, worum es geht. Und welche Aussagen kann man ziehen?
Und ihr seid auch dafür da, um der Politik ja Handlungsempfehlungen zu geben, Teilweise. Oder werdet herangezogen.
Esther
Manchmal. Genau. Wir werden natürlich auch befragt, natürlich auch nicht nur wir, sondern es gibt ja zum Beispiel Gesetzesvorhaben oder für größere Vorhaben werden ja auch die Fachverbände befragt. Und um Gotteswillen nicht nur wir. Aber klar, unser Job ist wirklich auch, Evidenz zur Verfügung zu stellen für die Politik. Auch da muss man sagen Politik wird nicht ersetzt durch Evidenz.
Esther
Am Schluss geht es immer.
Evidenz, ganz kurz.
Esther
Entschuldigung, eine wissenschaftliche Grundlage, Belege für oder gegen etwas? Okay, also das was? Was wissen wir tatsächlich? Wissenschaftliche Faktenbasis kann man, glaube ich, sagen. Und das versuchen wir. Oder das geben wir der Politik da wo es da ist. Unser Job ist aber eben auch ganz klar zu sagen da und da gibt es keine wissenschaftliche Basis, da können wir keine Aussagen für oder wider treffen.
Esther
Und das heißt aber nicht, dass die Politik sich nicht entscheiden muss. Trotzdem zu handeln. Und das ist natürlich dann eine große Frage mal was passiert dann? Und das andere ist natürlich auch Politik muss sich nicht an Evidenz halten. Also Leute werden ja nicht unbedingt dafür gewählt, dass sie das machen, was irgendwie wissenschaftlich passiert ist, sondern die werden gewählt für ein bestimmtes Programm.
Esther
Und das ist eben auch die Freiheit der Politik.
Hersteller wie Wie wird denn jetzt definiert, welche Richtlinien so eine wissenschaftliche Erhebung folgen muss, damit das Ganze ja ethisch korrekt abläuft? Dass alle freiwillig dabei sind? Genau.
Esther
Genau. Und du hast gerade schon ein ganz wichtiges Stichwort gesagt Freiwilligkeit ist ein riesen Stichwort damit was ethisch erlaubt. Es muss die Teilnahme freiwillig sein, das heißt es darf niemandem Nachteil daraus entstehen, zum Beispiel die Teilnahme abzubrechen, nicht teilzunehmen. Das wäre ganz schwierig. Das ist natürlich bei uns nicht so, das ist immer absolut freiwillig. Ein Riesenthema in Deutschland ist der Datenschutz, und je sensitiver das Thema, desto größer der Datenschutz.
Esther
Und das ist bei illegalen Drogen ein Riesenthema, weil also für Konsumierende, Wenn wir jetzt Expertinnen und Experten befragen, die aus der Praxis kommen, ist das Thema Datenschutz nicht so riesig. Auch die haben ein Recht auf Datenschutz. Auch daran halten wir uns. Aber gerade Für Konsumierende ist das natürlich ein gigantisches Thema, weil einfach ganz viele von diesen Sachen ja strafrechtlich relevant sind.
Esther
Und wenn jetzt jemand sagt, ich habe eine Substanz konsumiert, die strafrechtlich, deren Besitz strafrechtliche Folgen hätte für diese Personen, dann müssen wir natürlich sicherstellen, dass das absolut anonym ist. Das machen wir aber auch. Das ist gar nicht so schwierig. Da gibt es ein riesen Datenschutz Konzept dazu, Das muss man schreiben, das muss man absichern lassen vom Datenschutzbeauftragten. Der hat dann immer noch Rückfragen.
Esther
Das ist gerade wenn man so ein Projekt neu anfängt und diese Erhebung ein Neustart des Ansatzes. Also es ist wirklich aufwendig gewesen.
Braucht man eine Rechtsberatung? Wahrscheinlich auch.
Esther
Dafür haben wir ein Datenschutzbeauftragten, der ist sozusagen die in Haushaltsberatung dazu und ist sehr streng bei uns. Das finde ich aber wirklich gerade bei dem Thema auch richtig und wichtig. Und es hat dann natürlich so ganz praktische Sachen, so was wie, dass die IP Adresse nicht erhoben wird. Wenn man den Fragebogen klickt, finden wir selbstverständlich muss man aber immer wieder dazu sagen.
Esther
Das hat aber auch zum Beispiel diesen Aspekt, dass es immer eine teilnehmenden Information gibt, wo ganz klein klein drinsteht, die Daten werden da unter gespeichert. So und so lange das und die Fristen, die sind auch alle festgelegt in Deutschland. Danach wird es gelöscht. Und dann gibt es natürlich noch die noch so ein bisschen schwierigeren Sachen sind eigentlich die Interviews.
Esther
Also wenn wir direkt konsumieren und sprechen, dann ist es ja noch mal anders. Wenn man eine Einzelstimme hat von der Person, wenn man da auch wirklich aufpassen muss. Und da ist natürlich so, dass einerseits Leute sich einfach anonym bei uns melden können. Wir brauchen gar nicht erst den Namen oder das genaue Alter oder den Wohnort oder so von der Person, Das reicht immer so ganz grob und da dann natürlich auch die entsprechenden Fristen, dass auch klar ist, wir werden keine einzeln aussagen zitieren.
Esther
Ja, also da halten wir uns an alles was es so gibt. Und genau das dieses Thema Freiwilligkeit und das heißt immer so ein Format consent. Also ich muss die Leute erst mal informieren, damit sie überhaupt zustimmen können. Das machen wir halt wirklich auch über diese sehr ausführlichen Informationen, die wir vorher rausgeben, die jeder wirklich auch schriftlich kriegt, damit man ganz sicher sein kann, alle haben eine Chance, es zu verstehen.
Esther
Und natürlich, man kann jederzeit auch abbrechen, wenn man befragt wird. Und wenn man jetzt einzeln befragt wurde und man hat so einen Personal Identifier, also so einen Code bekommen, dann kann man sich auch mit diesem Code melden, Monat später und sagen Ich will, dass ihr meine Daten wieder löscht und dann machen wir das selbstverständlich.
Na ja, okay, also die Leute haben immer die Autonomie, über ihre Daten selbst zu entscheiden.
Esther
Genau das ist die Grundidee und natürlich auch was ja ganz klar ist, was aber auch wirklich STANDARD ist in wissenschaftlichen Veröffentlichungen. In einer Veröffentlichung kann man nicht mehr nachvollziehen, wer hat was gesagt, welche Personen wo genau kam die jetzt vielleicht her, Außer manchmal machen wir das mit den Expertinnen und Experten, dass die ganz explizit auch sagen können Ja, also doch, Du kannst schon sagen, dass das jetzt zum Beispiel aus München ist, Könnte schon reinschreiben und dann machen wir das auch.
Esther
Aber das ist halt was, was man immer einzeln abstimmt und das würden wir mit Konsumierenden gar nicht machen. Also die Frage würde ich gar nicht stellen konsumieren.
Okay, danke. Um diesen Faden jetzt hier mal weiter aufrechtzuerhalten. Nennt uns doch mal bitte noch die verschiedenen Puzzleteile der Methodiken von Datenerhebung, die ihr beim News Project benutzt.
Esther
Genau. Ja, wir hatten es ja vorhin so von quantitativ und qualitativ. Ich gehe vielleicht noch mal die Bereiche auch durch, also was so einfließt in so ein Warnsystem überhaupt. Und wir hatten jetzt schon relativ viel gesprochen über einfach Informationen direkt von konsumierenden. Und da gibt es die Befragungen der unterschiedlichen Art, was wir da auch machen, ist, dass wir uns User Foren angucken, ja auch in Zusammenarbeit zum Beispiel mit euch und auch mit ein paar anderen Leuten, die da eh unterwegs sind, auch in den User Foren, weil wir gemerkt haben, da gibt es so die teilweise wirklich allerneuesten Trends, die sonst noch nirgendwo so groß angekommen sind.
Esther
Dann befragen wir, wie gesagt, Expertinnen und Experten schriftlich, mündlich in den unterschiedlichsten Formen. Wir kriegen Daten aus Krankenhäusern zu Vergiftungen, Daten von der Strafverfolgung auch. Also zum Beispiel wenn jetzt irgendwelche besonders auffälligen Sicherstellung waren, wo dann? Was? In letzter Zeit? Öfter mal hatten wir dieses Thema, gefakte Pillen zum Beispiel. Das kam teilweise auch wirklich aus der Strafverfolgung. Medikamente, Effekte, Medikamente, dass sie gesagt haben, ah ja, wir haben entweder Todesfälle oder wir hatten einfach sicher Stellungen, wo das jetzt wieder aufgetaucht ist.
Esther
Das melden die uns eben auch. Wenn es soweit ist, sage ich mal von Strafverfolgung Seite aus, dass man es auch öffentlich machen darf. Das ist ja auch immer dann so eine So ein Thema ist aber wirklich auch eine wichtige Quelle geworden inzwischen. Und wir haben so das, was wir so die Wundertüte nennen. Das ist einfach Meldung aus dem Netzwerk.
Esther
Also es melden sich immer wieder Leute, die im Netzwerk sind und berichten uns Ja, hier haben wir das und das und das jetzt gerade gefunden, was gerade passiert. Und dann ist es eben auch oft so, dass wir dann noch eine kleine Abfrage stellen an bestimmte andere Leute im Netzwerk und sagen Hier ist jetzt das gekommen, Habt ihr davon mal was gehört, um da wirklich zu versuchen, alle mit einzubeziehen?
Esther
Wir haben auch zwei klinische Labore, zum Beispiel, die uns so die Routine Testung die Ergebnisse auch mitteilen. Das sind relativ große Datenquellen, wo man eben auch sehen kann. So bei Leuten, die im Krankenhaus gelandet sind, aus unterschiedlichen Gründen. Also nicht nur Vergiftung Fälle, sondern ganz verschiedene Gründe. Am was findet sich da eigentlich? Was wird sich da substituiert? Substituieren Patienten?
Esther
Gerade wenn wir jetzt über Opioide, haben wir da zurzeit viel gesprochen, da sind auch die substituieren Patienten wichtig. Ja, ein bunter Strauß, würde ich sagen.
Okay, das ist ja dann sehr vielfältig. Auch wieder.
Esther
Ja, wir versuchen auch dauernd zu erweitern, wie man sich vorstellen kann, weil natürlich, es ist nicht nicht perfekt und es ist nicht vollständig. Und es ist ja auch unser Job zu versuchen, das immer weiter zu vervollständigen. Das Bild und das ist ja nie fertig, es wird auch nie fertig sein, weil man sich auch immer anpassen muss an das Neue, was passiert.
Esther
Und es ist aber auch einfach total spannend, das auch methodisch sehr, sehr spannend, das dann alles zusammenzubringen.
Ja, es kommen ja jedes Jahr 25 bis 50 neue Drogen auf den Markt und da kann ich mir vorstellen, dass bei euch da wirklich viel, ja auch viel Traffic ist. Und ihr versucht dann auch, wenn jetzt die eine Person was, was meldet, dann fragt ihr in anderen Bundesländern nach Wie sieht es denn bei euch aus? Ist es bei euch schon angekommen, um einfach auch so so ein Bild zu entwickeln?
Ich finde es spannend. Ich such immer wieder nach einer Liste für neue psychoaktive Stoffe im Internet, aber die gibt es einfach nicht.
Esther
Nein, die gibt es nicht. Es gibt eine Datenbank, aber da kommt man nicht dran, wenn man keinen Zugang hat.
Und das wär halt wirklich mal eine sehr sinnvolle Sache, dass man einfach den aktuellen Stand zu jeder jeweiligen Substanz. Weil meine Aufgabe ist es, die Leute auch dahingehend zu beraten und zu akzeptieren, dass die Menschen auch was weiß ich im TV oder sonst was konsumieren. Und da ist es einfach total wertvoll, wenn man irgendwie auf eine tagesaktuelle Seite gucken könnte, wo einfach drinsteht, was es zu dieser Substanz bekannt, welche Risiken, welche Wechselwirkungen und welche Langzeitfolgen sind bekannt, was ist neu dazugekommen oder so?
Das wäre wirklich sehr wertvoll, aber das wäre ja vielleicht dann auch ein weiterer Faktor über euch, dass ihr so was quasi Ja.
Esther
Ja, also wenn das jemand bezahlt, ich glaube, das ist ja eine Herkulesaufgabe. Also es gibt was, es gibt es diese, die heißt Identity European Database of New Drugs. Das ist aber wirklich nur für Menschen mit Zugang, also für Leute, die auch in dem Bereich arbeiten und auch mit der EU zusammenarbeiten, direkt. Wir haben natürlich einen Zugang dazu und da sind ja inzwischen auch über 1000 Substanzen drin.
Esther
Und selbst da ist es aber so, dass ich das dann für eine Substanz, also ich kann die Substanz raussuchen und dann habe ich halt die einzelnen Berichte, die dazu drin sind, zur Substanz. Und manchmal ist es dann wirklich nur diese erste Struktur Aufklärung. So sieht es chemisch aus. Und wenn es halt Substanzen sind, wo überhaupt schon zum Beispiel klinische Daten vorliegen, dann kann ich die ja auch angucken.
Esther
Na ja, aber das jetzt irgendwie so aufzubereiten, dass man da öffentlich drauf zugreifen kann, ist, glaube ich, eine Riesenaufgabe. Ich stimme total zu. Es wäre, glaube ich, echt auch noch mal ein Gewinn, auch für viele Menschen. Und ich glaube auch nicht nur für dich, sondern auch für Leute, die sich selber informieren wollen. Ich glaube aber, das ist relativ aufwendig und vielleicht können wir das auf EU Ebene mal einbringen, dass das eher mit diesen ich sage mal, weil ja auch es gar keinen Sinn macht, das nur mit deutschen Daten zu machen, sondern es ist ja so, wir machen so was immer auf EU Ebene und es ist auch total gut und das auch bei uns.
Esther
Wenn ich jetzt in Deutschland so eine Info kriege zu einer möglichen Neuentwicklung in Deutschland, aber ich frag aber auch bei den Nachbarländern zum Beispiel ganz stark ab und ich frag auch bei der europäischen Drogen Beobachtungsstelle direkt Habt ihr dazu schon mal was gehört? Gibt es dazu was? Also wir wissen schon, dass sie das gehört haben, dann weiß ich es.
Esther
Aber wir fragen tatsächlich auch die Kollegen, weil es ja gerade auch in den Nachbarländern, wenn es jetzt in ich sag mal Österreich und der Schweiz und Holland auftaucht, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas auch in Deutschland auftaucht, einfach extrem hoch.
Ja, ja, sprechen wir kurz über eure Erfolge und über die Wirkung des News Project. Gibt es schon Beispiele, wo das Frühwarnsystem tatsächlich Entwicklungen sichtbar gemacht hat?
Esther
Also da ich ja mehrere Also ich glaube, die Frage ist immer, für wen machen wir es sichtbar? Ich glaube, mein Eindruck ist immer, wenn jetzt Leute in der Szene viel unterwegs sind, die wissen es vor uns. Deshalb fragen wir die ja auch. Das ist ja immer die Idee. Also mein Anspruch ist nicht, das zu wissen, bevor die Konsumierenden es wissen.
Esther
Das wäre irgendwie auch verrückt als Anspruch. Aber wir machen das sichtbar in dem Sinne, dass wir es wirklich so rausbringen, in der Form, die eben auch angenommen werden kann, zum Beispiel von der Politik, aber auch von Fachleuten. Das war bei HC war das definitiv so und auch bei den anderen halb synthetischen Cannabinoide in HC ist jetzt schon wieder ein alter Hut.
Esther
Da war das so Wir waren die ersten, die in Deutschland zu Lachgas wirklich systematisch mal was gemacht haben. Also wir wussten schon das immer diese Sache wir wissen irgendwas passiert, aber wir wissen nicht so richtig was und das ist immer das, was wir versuchen da wirklich auch zu machen. Wir waren nicht die ersten, die über Crack berichtet haben damals, aber wir waren auch da, die ersten, die es für ganz Deutschland gemacht haben und die dann eben nicht nur gesagt haben, ja, in Frankfurt oder in Hamburg passiert, sondern ganz Deutschland.
Esther
Sehen wir Folgendes Das machen wir schon. Und dann gibt es natürlich noch diese ganz konkreten Warnungen, die auch dann teilweise eben als erstes von uns kamen, wo wir aber auch ganz klar auch Warnungen von anderen Leuten weitergeben. Also wir stehen jetzt überhaupt nicht drauf, dass was von uns kommen muss, sondern im Gegenteil, wir finden es total wichtig, dass wirklich ein Netzwerk mäßig solche Sachen weitergegeben werden, damit wirklich möglichst viele Leute da auch dran kommen.
Und habt ihr da einen nennenswerten Einfluss in die Politik? Also bedient sich die Politik auch schon an diesen Erkenntnissen.
Esther
Das tut sie definitiv. Also wir wissen, dass sie das nutzen. Wir wissen auch, dass es jetzt dieses Thema Crack zum Beispiel ist. Ja, was, was gerade politisch auch relativ viel diskutiert wird. Und das ist natürlich was, was auch genutzt wird. Es ist aber ja auch so, dass nur weil wir sagen okay, schau mal, hier gibt es das und das und das.
Esther
Und die Expertinnen und Experten empfehlen folgendes. Heißt es ja nicht, dass die Politik das unbedingt umsetzen muss. Und ich glaube, in Deutschland ist man sagt immer so die Politik, aber die Frage ist ja auch, über welche Ebene rede ich eigentlich? Also es gibt einen großen Unterschied. Wir sind eigentlich auf Bundesebene. Genau. Es gibt aber auch die Länder und total wichtig, es gibt die Kommunen, die Kommunen sind ganz viel zuständig für diese ganzen paradoxen Geschichten.
Esther
Und das ist natürlich jetzt für so eine einzelne Kommune auch ein bisschen schwierig. Dann das umzusetzen, was wir so groß auf Bundesebene immer sagen. Ja, das müsste man jetzt mal machen. Dann sagt die Kommune Ja, das ist schön, aber ich brauche dafür auch Geld. Ja, da kommt man dann so in diese niedersächsisches.
Konkret noch mal ein bisschen spezieller, weil gerne Stadt das und das und das mitbringt und der öffentliche Platz anders gestaltet ist oder so.
Esther
Und tatsächlich ist es auch so was, wo wir versuchen, auch hinzugehen, dass es auch möglichst regional aufgelöste Ergebnisse dann gibt, damit wirklich auch vor Ort, dass möglichst gut benutzt werden kann. Das ist für mich so ein nächster Entwicklungsschritt, an dem wir arbeiten.
Jetzt kurz noch mal ein Punkt zur Finanzierung eures Projekts. Da hat sich ja jetzt ein bisschen was getan. Der Bundes Drogenbeauftragte Henrik Streck betont immer wieder, wie wichtig so ein Frühwarnsystem ist. Das haben meines Wissens nach die Drogenbeauftragte davor nicht so gemacht. Ähm, es kann auch daran liegen, dass es dieses Frühwarnsystem jetzt einfach noch nicht so lange gibt wie Wie sieht es denn jetzt gerade so bei euch aus?
Wird das News Projekt bestehen bleiben?
Esther
Ja, wir glauben schon, es sieht ganz gut aus. Es gibt natürlich jetzt gerade einen Drogenbeauftragte, der das sehr unterstützt. Der davor hat es auch schon unterstützt, muss man sagen. Da gab es noch ein paar andere Themen, die öffentlich sehr wirksam waren im Bereich Drogenpolitik. Aber ja, Cannabis war immer so das Riesending und Cannabis hat natürlich mit Frühwarnung nur begrenzt viel zu tun.
Esther
Also wenn es um Cannabinoide geht, sind das aber sie kommt ganz gut aus, also trotz engen Bundeshaushalt und alle wissen das, glaube ich momentan, dass so die Haushaltslage in Deutschland insgesamt so mittel ist, sieht es ganz gut aus. Wir waren ja mal ein Pilotprojekt. Wir sind auch immer noch ein Pilotprojekt, aber wir hoffen, dass sich das so nächstes Jahr klären wird und dass es dann auch wirklich ja, ich sage mal andere eine dauerhafte Basis gibt.
Esther
Ich spreche immer erst drüber, wenn es wirklich in Schriftform mir vorliegt. Aber sieht tatsächlich gut aus und es gibt einen klaren politischen Willen auf jeden Fall das fortzuführen und das auch auszuweiten noch auf andere Ebene.
Das wär für euch auch noch mal eine bessere Arbeitsgrundlage, wenn ihr sagt, ihr habt jetzt eine längere Projektphase, weil ihr dann auch vorausschauender planen könnt. Einfach auf.
Esther
Jeden Fall. Das hat dann auch ganz praktische Auswirkungen. Wie wie lange ist eigentlich Arbeitsvertrag genau? Wie viel, wie viel Energie muss ich stecken, um dauernd wieder Projektanträge zu schreiben? Wo kann ich dann die Energie vielleicht sonst für verwenden und auch für unsere Partner? Also ich meine für meinen Sohn ist das jetzt ja auch nur ein kleiner Teil, aber trotzdem, es ist glaube ich für alle, die irgendwie darin involviert sind, schöner, wenn man nicht sich immer fragt okay, machen wir das nächstes auch noch zusammen oder wird es wegbrechen und wir müssen uns was Neues ausdenken?
Genau. Und man kann, auch wenn man jetzt anfängt, irgendwie einen neuen Baustein, dann muss man nicht erst warten, bis man damit anfängt. Wenn die Projektfinanzierung dann wieder sicher ist, weil man sich denkt, sonst arbeite ich vielleicht umsonst, weil das dann doch eingestellt wird oder die Finanzierung nicht da ist. Und so kann man einfach ja denke ich mal, wirksamer auch mehrere Projekte ineinander laufen lassen.
Und das ist auf jeden Fall immer sinnvoll. Also wir merken das auch genau.
Esther
Ich denke, das ist auch, also wir hatten das genau deshalb glaube ich ja auch so ein Pilotprojekt jetzt mal einige Jahre, weil es auch ein bisschen Zeit braucht, solche Strukturen aufzubauen. Und wenn man jetzt aber halt sieht, okay, das gelingt auch und es bringt auch was. Uns Projekt ist ja auch evaluiert worden und was man dann immer alles macht, auch positiv evaluiert vorhin.
Esther
Sonst würden wir jetzt glaube ich nicht hier sitzen. Und ja, dann hat man einfach eine andere Grundlage, um wirklich langfristig aufzubauen. Und da auch ja dieses strukturelle Thema, da stecken viele strukturellen Themen drin, die jetzt gar nicht nur uns betreffen, sondern ganz viele Aspekte in Deutschland. Da hat man dann eine ganz andere Grundlage, um das auch langfristig anzugehen.
Esther
Und von daher sind wir da sehr froh, wenn das jetzt so gelingt.
Jetzt noch die Frage Was sind denn ganz praktisch die Daten, die ihr abfragt, die wirklich so für die Zielgruppe, die selbst auch die Substanzen konsumiert? Welche Daten sind da so am wichtigsten? Also wenn man sich jetzt so eine also ich stell mir jetzt vor, ich bin jemand, der oder die sich da so eine Auswertung anguckt, worauf gucke ich denn, um selbst für mich da einen Nutzen daraus zu ziehen?
Esther
Also ich glaube, mein Eindruck ist immer zumindest, dass für konsumierende wirklich das Wichtigste ist, die Informationen über Substanzen, wo irgendwas beigemischt wurde. Und das habe ich immer den Eindruck. Das ist so das, was auch am meisten geteilt wird. Das sieht man ja auch so ein bisschen in sozialen Netzwerken und so, und wo dann die meisten Reaktionen darauf kommen, und da haben wir gerade dieses Riesenthema defekte Medikamente, wo wir, glaube ich, wirklich nur die Spitze des Eisbergs sehen, wo wir jetzt ja ein paar Meldungen auch zu hatten mit gefakten Benzodiazepine.
Diese Szenen drin.
Esther
Ich glaube in dem Fall was offen, aber ja, also neues, synthetisches Opioid auf jeden Fall mit gefälschter Opioid Medikation, wo dann in der Szene auch mit drin waren. Und da habe ich immer den Eindruck, das ist das allerwichtigste eigentlich. Leute, die konsumieren so direkt und ich habe schon auch, zumindest hoffe ich das, dass das auch funktioniert, dass sozusagen dieses Thema auch zu verstehen, dass das auch was.
Esther
Es geht ja wirklich auch um so eine, finde ich gesamt Aufklärung, dass man einfach ungefähr weiß, was passiert eigentlich. Aber wir sagen immer Ja, wir wollen, dass die Leute ihre Risiken mindern können. Aber das heißt ja auch, dass sie überhaupt erst mal Wissen brauchen. Und sonst kann ich kein Risikomanagement betreiben, wenn ich kein Wissen habe. Und das sind halt diese ganz konkreten Sachen wirklich, was es gerade am Markt, was ist, auch in Onlineshops verkauft wurden, wo wir jetzt wissen, oh, richtig gefährlich, viel gefährlicher als du gedacht hast.
Esther
Aber zum Beispiel auch sowas wie jetzt diese Blogger Warnung die rumgehen mit Bloggern, wo dann die Szene drauf waren es einfach Schweine gefährlich, sehen aus wie LSD, wurden noch nicht mal als LSD verkauft. Aber sobald das Ding raus ist aus der Tüte, sieht das aus wie ein LSD Brother und es zumindest.
Wird es ja so potentes Objekt.
Esther
Und wenn man keine Toleranz hast, dann ist die Wahrscheinlichkeit für eine Überdosis leider einfach extrem hoch. Dass wenn du eine hast, ist immer noch hoch. Aber das sind einfach so Sachen, da denke ich, das muss man wissen und da muss einfach jemand, der konsumiert, muss auch wissen Ach guck mal, so was gibt es jetzt auch. Und ich weiß schon, dass das nicht heißt, dass niemand mehr LSD Blocker verwendet, um Gotteswillen.
Esther
Aber das heißt, vielleicht schalte ich eher. Wenn dann jemand umfällt, schalte ich vielleicht eher. Vielleicht sorge ich dafür, dass Naloxon vorhanden ist an irgendwelchen Party ständen, damit man im Notfall eingreifen kann. Und solche Sachen, denke ich, sind eben schon sehr sehr wichtig.
Um was können denn jetzt Fachkräfte, die diesen Podcast hören, noch tun, dass eure Warnungen schneller verbreitet werden?
Esther
Also weitergeben, weitergeben, weitergeben ist immer mal das erste Mal, wenn ich irgendwo bin. Keine Ahnung, ob es ein Social Media Account ist oder ob ich einfach mit Leuten spreche. Ich habe das Gefühl, das auch immer total wichtig, so was, ob ich das ausdrücke und aufhängen. Also ich weiß, dass das in Kontakt Läden zum Beispiel, wo jetzt ja eher bisschen ältere Leute unterwegs sind, die nicht so digital unterwegs.
Sind, weil.
Esther
Sie hängen, da ist so viel rum. Da ist es total wichtig, dass sie das einfach ausdrucken und aufhängen können und Leuten erzählen, Ich würde sagen immer genau da, wo man ist, soll man die Sachen weitergeben. Da ist man glaubwürdig. Das ist ja für uns auch umgekehrt genau das Thema, dass die Leute uns erzählen aus ihrem Arbeitsalltag Hey, bei uns passiert Folgendes, weil das auch für uns immer so eine wichtige Information ist, weil wir halt jetzt nicht in 700 Beratungsstellen sein können in Deutschland.
Esther
So ist es halt.
Das ist es ist spannend, dann irgendwie auch rauszufinden, ist es jetzt wirklich nur ein lokales Phänomen oder wird das ja, wird es ein Trend? Also wird sich die Substanz oder diese neue Konsum Form oder ich denke da zum Beispiel so an diese, an diese Liquids mit denen. Also mir war das auch vorher nicht bewusst, dass das der Hauptgrund zum Weg ist, diese hochProzentigen synthetischen Opioide zu konsumieren, dass man die über die übern Weg verdampft.
Und ja, wird sich das dann auf andere Substanzen ausweiten? Wird es normaler und das schon wirklich? Also ja.
Esther
Ja und ich glaube das ist so was, wo wir uns auch dran gewöhnen, müssen auch alle so ein bisschen umdenken. Alle die in dem Bereich arbeiten, zumindest, dass die Konsum Form immer beliebiger wird. Es ist einfach, wenn ich hoch hoch potente synthetische Stoffe habe, egal was es ist, ob das jetzt Cannabinoide sind, ob es Opioide sind, was auch immer, ob ich das jetzt tape oder ob ich das in irgendeiner anderen Form einnehme, ist fast egal.
Esther
Natürlich wirken die Form schon noch ein bisschen unterschiedlich, stark halt auch je nachdem was ist dann, was es bindet und schnell und trallala. Aber trotzdem geht quasi alles und das ist was. Da müssen wir, glaube ich, uns echt drauf einstellen und da müssen sich auch die konsumieren und brutal drauf einstellen, dass die Form, in der ihnen was angeboten wird, nicht mehr notwendigerweise was zu tun hat mit dem, was drin ist.
Esther
Das ist, glaube ich, so eine Erkenntnis, die muss sich erst mal durchsetzen, insbesondere vielleicht auch bei Leuten, die schon ein bisschen länger konsumieren. Ich hab da immer den Eindruck, die ganz Jungen wissen das vielleicht hoffentlich eh, ja, aber bei denen, wo das vielleicht nicht so ist, da ist das wirklich noch mal auch eine Erkenntnis, die sich erst mal durchsetzen muss.
Also ich sehe tatsächlich so ein bisschen das Ganze auch mit Sorge, weil diese Onlineshops es einfach Ich denk, die Strafverfolgung kann da nicht viel gegen tun, es wird immer mehr und die Substanzen werden auch meiner Meinung nach gefährlicher und experimenteller, je mehr Substanzen dann auch irgendwie verboten werden. Also ich finde das ist noch mal extremer geworden, dass man wirklich ganz viel Aufklärung stecken muss, habe ich das Gefühl.
Esther
Es ist auch wirklich extremer geworden. Also es ist einfach, einerseits seit wir diese ganze Schwemme an synthetischen Stoffen haben, das ist es, wenn die sagen, es ist nicht zu kontrollieren, aber es ist jedenfalls extrem schwierig zu kontrollieren, wenn man es denn schafft. Und es ist ja wirklich auch immer die Frage, worein stecke ich meine Ressourcen? Und ja, es ist halt einfach so, dass immer wenn was verboten wird, wird ein neuer Stoff auf den Markt kommen.
Esther
Es ist einfach so, wir wissen das, dass es zu genüge beobachtet inzwischen und da muss man einfach ganz klar sagen, wir müssen die Leute auch aufklären, die müssen Bescheid wissen, um dann wirklich auch die Entscheidungen selber treffen zu können. Und das klingt immer so wahnsinnig hart. Aber ich sage irgendwann auch nur wenn Leute aufgeklärt sind und selber entscheiden, hochriskant zu konsumieren, dann ist es irgendwo auch ihre Entscheidung.
Esther
Wenn jemand abhängig ist, es keine freie Entscheidung mehr, überhaupt keine Frage. Ja, aber das ist dann ja wirklich auch dann wieder Richtung Richtung Behandlung. Schon Richtung der Frage Kann man vielleicht was mit Substitution machen? Das ist ja jetzt auch schon den neuen Stoffen bei unter zehn zum Beispiel, da sind jetzt schon die ersten in Substitution gelandet.
Die ersten Leute, die Objektive befrage ist es auf jeden Fall. Aber wenn ich so im Austausch mit den Personen bin, zum Beispiel digitalen Streetworker, dann merke ich ja extrem viele Hürden. Und die Leute, die nehmen lieber das Risiko in Kauf, eine unerforschte Substanz aus dem Internet zu kaufen und die zu konsumieren, als sich zum Beispiel in der Substitution zu begeben oder überhaupt mal ein Beratungsgespräch zu dem Thema in Anspruch zu nehmen.
Und also das ist schon ja, also hochriskant einfach. Da wird mich doch ganz kurz interessieren. Hast du Informationen dazu, wie also ob die Medikamente und und und. Sachen, die in diesen in diesen Shops verkauft werden, ob die eigentlich immer auch so deklariert sind und auch so rein sind, wie das angegeben ist. Das wäre interessant, weil da gibt es nämlich unterschiedliche Aussagen.
Es gibt einmal die Aussage, die erste Charge wird getestet und dann steht da ist zu 100 % Labor geprüft und rein. Und so weiter und dann kommt wird einfach die nächste Charge verkauft und der Text steht immer noch da. Also ist es, Würdest du sagen, es ist ein erweiterter Schwarzmarkt? Diese ganzen Siegel heißt eindeutig ja.
Esther
Es gibt keine durchgehende Qualitätskontrolle in diesen Dingern. Wir wissen ja jetzt auch, wir hatten eben diesen Fall von der Pro Druck von ein paar Ultra Entschuldigung, die dann nur mal was völlig anderes enthielt, wie es auch in so einem Shop verkauft worden als Hey, das ist eine Produkt, alles super save Chemical, super getestet bla bla. Und ich will gar nicht sagen, dass da nie einer testet.
Esther
Das kann absolut sein, aber von außen ist das überhaupt nicht zu erkennen, ob das getestet ist oder nicht und dass es draufsteht, dass es getestet ist. Also sorry, aber das sagt einfach gar nichts. Und das ist halt, das ist das Riesenproblem. Es gibt überhaupt keine Qualitätskontrolle. Das gilt ja auch zum Beispiel für diese ganzen Webs mit synthetischen Cannabinoide drin.
Esther
Auch dafür gibt es überhaupt keine Qualitätskontrolle. Also vergessen wir mal kurz, ob da andere psychoaktive wirksame Stoffe drin sind. Was ist mit dem ganzen anderen Kram, der in so einem Liquid es ist da von irgendwas gesundheitsschädlich? Keine Ahnung, das ist nicht kontrolliert.
Und es schwierig ist ja auch, dass diese Onlineshops einfach hochprofessionell aussehen und super aufgemacht sind und da dann ein riesiger Text steht, warum das Ding der neueste Scheiß ist und wer sich das alles einpflegen soll und wie.
Esther
Sicher das.
Ist. Genau. Und da dahinter finde ich teilweise Informationen zu Substanzen, wo ich überhaupt nichts finde. Ich nicht mal Wikipediaartikel dazu. Aber dieser Shop, der das verkauft, der hat schon mehrere Seiten darüber geschrieben, wie das genau wirkt und wo das andockt und wie das mit der politisiert wird. Und so weiter und so fort. Da denke ich mir auch ja, okay.
Esther
Ja und das hat halt mit dem, was wir sonst an Qualitäts Kontrolle erwarten würden, hat es überhaupt nichts zu tun. Also da gibt es keine großen klinischen Studien, die da dahinter stehen, wie das bei jedem Medikament sein müsste. Da hat Medikamente in Deutschland auf dem Markt, darf geht das durch riesige Studien mit unglaublich vielen Personen. Das ist da selbstverständlich nicht der Fall.
Esther
Die können da alles hinschreiben. Niemand kann das jemals ernsthaft kontrollieren. Und wie gesagt, das heißt ja nicht, dass niemals irgendwer von denen irgendwas getestet hat. Das will ich überhaupt nicht behaupten, Aber es ist von außen überhaupt nicht nachvollziehbar. Es gibt keinen einzigen STANDARD dafür. Ja, und da habe ich schon den Eindruck, auch da fehlt ein bisschen das Bewusstsein dafür.
Esther
Und gerade auch wenn Sachen als Medikamente verkauft werden, das sieht ja inzwischen auch wirklich echt aus. Also da sind die Blister, sehen gut aus, die Packungen drum herum sehen gut aus. Und das heißt aber überhaupt nicht, dass das ein echtes Medikamentes und dafür das Bewusstsein auch noch irgendwie herzustellen, das fänd ich wichtig, weil das ja auch ein Thema ist, was sich irgendwie durch viele konsumierende Gruppen zieht.
Esther
Also das bei jungen Leuten. Wir wissen aber auch bei älteren Leuten.
Verschiedene Szenen auf.
Esther
Verschiedene Szenen, diese gerade dieses ganze Riesenthema Medikamenten, Schwarzmarkt. Was davon ist jetzt abgezweigt? War mal legal, was ist einfach illegal hergestellt? Man weiß überhaupt nicht, was drin ist. Das ist von außen nicht zu unterscheiden.
Danke. Ja, da hast du mir wirklich viele Fragen beantwortet. Danke für den Austausch zum Abschluss. Was möchtest du denn unseren Hörerinnen und Hörern noch mit auf den Weg geben? Wir haben meist zuhörende Fachpersonal. Wir haben aber auch zu Hörende, die einfach generell interessiert sind und auch Leute, die auch Substanzen konsumieren.
Esther
Boah, ich will hier nicht das Wort zum Sonntag sprechen. Ich glaube, was wir besprochen haben, gilt Informiert euch, wo ihr könnt, wer wer Fachpersonal ist. Lasst euch auf News Verteiler setzen, informiert euch auch gerne bei uns, bleibt im Gespräch miteinander und ich glaube, man kann nicht mehr sagen als das, was wir schon gesagt haben. Trefft die beste Entscheidung, die treffen könnt.
Gut. Danke schön. Danke für das tolle Gespräche. Ich pack euch die ganzen Links zu den Sachen, die wir besprochen haben in die Beschreibung und danke für den fundierten Einblick Deine Zeit. Und dann machen wir weiter mit den Infos vom Infostand nach einer kurzen Unterbrechung. Danke. Danke schön, dass du da warst.
Esther
Danke.
Schau sympathisch.
Disclaimer
Mein Sohn ist der Münchner Szene Projekt, das zum Thema illegale Drogen in der elektronischen Musikszene Information und Unterstützung anbietet. Wir sind erste Anlaufstelle für konsumierende Interessierte sowie Menschen, die einen Ausstieg suchen. Unter dem Leitgedanken Sauber drauf ist zu verstehen, dass unnötige Schädigungen und Folgeprobleme, die im Zusammenhang mit Drogenkonsum auftreten können, vermieden werden sollen. Substanz Konsum wird als Tatsache angesehen und nicht moralisch bewertet.
Disclaimer
In diesem Sinne ist also nicht für oder gegen Drogen, sondern bietet Information und Beratung auf Augenhöhe an. Nach dieser kurzen Unterbrechung geht es weiter mit dem Thema Safe House und Hamlet Aktion. Im Interview mit unseren ehrenamtlichen Peers.
Willkommen zurück zu den Infos vom Infostand. Heute habe ich unseren ehrenamtlichen Jan zu Gast. Hallo Jan, schön, dass du da bist und hier im Büro der Zeit genommen hast, mit mir über Cannabis Asyl zu sprechen. Hallo Patrick, danke dir. Super! Du bist fleißig in unserem Projekt aktiv Unter dem Namen Call Me Jan veröffentlichst du eigene Sticker? Du beteiligst dich in der Tricia Festival Orga und du hast eine eigene Band namens Wired Kimchi.
Genau. Genau so war die Links. Packe ich euch in die Videobeschreibung, dass ihr euch die Sachen auch mal anschauen und anhören könnt. Wir sprechen über Cannabis Natives. Die gibt es ja schon ewig. Das war aus meiner Perspektive eigentlich immer so ein Randphänomen, was man mal ausprobiert hat. Aber die jungen Leute haben lieber mal einen Joint geraucht oder Bong oder sonst wie.
Ja, jetzt hat sich das Ganze aber flächendeckend etabliert und man sieht einfach eine hohe Verfügbarkeit. Also Jan, was genau sind denn Cannabis Natives? Was fällt alles unter diesen Begriff? Ja, also ich denke, das ist recht einfach zu definieren. Es sind alles essbaren Produkte oder auch trinkbar Produkte die THC enthalten oder theoretisch auch andere Cannabis Produkte. Primär geht es aber natürlich um THC, also psychoaktiven Wirkstoff von Cannabis.
Genau. Es können sein Gummibärchen, Schokolade, Gebäck, Getränke, Öle, alles mögliche und in der Regel wird dann das THC vorher in Alkohol oder in Fett gelöst und in die Produkte eingebracht. Als Butter ist so ein ganz klassisches klassischer. Und warum ist das Thema gerade wieder so aktuell? Warum greifen wir es heute im Podcast auf? Na ja, wir hatten ja letztes Jahr die Cannabis Legalisierung.
Ja, 1. April und seitdem ist natürlich die Verfügbarkeit von Cannabis ja massiv gestiegen. Aber es ist auf jeden Fall für viele Leute einfacher geworden, an Cannabis zu kommen. Jetzt und dementsprechend natürlich ist es auch einfacher geworden Cannabis Produkte selbst herzustellen. Zu Hause viel gemacht, hört man auch immer wieder. Und gleichzeitig sind aktuell Onlineshops gestartet, in denen man auch Tablets kaufen kann mit THC.
Da sprechen wir dann noch mal drüber, aber auch mit anderen legalen Alternativen. So was wie THC, V zehn und so andere, ja legale Stoffe, die da in der letzten Zeit auf den Markt gekommen sind. Und auch die gibt es dort als Labels zu kaufen, aber auch seit neuerem reine THC Tablets. Ja wie ist denn da aktuell die rechtliche Lage in Deutschland?
Weil ich eigentlich im Hinterkopf habe, dass man keine Tablets herstellen und verkaufen darf. Bist du da? Absolut. Ja, also genau richtig. Man darf Tablets Deutschland nicht herstellen. Das gilt als die Herstellung von Cannabis Produkten. Tablets sind ein Cannabis Produkt und das darf man nicht einfach so machen. Gleichzeitig darf man sie auf gar keinen Fall auch verkaufen oder kaufen oder gut kaufen ist nicht illegal, aber verkaufen darf man sie nicht.
Ähm, genau deswegen ist es auch sehr interessant. Sage ich mal, dass über solche Online Shops aktuell auch THC, Audible verkauft werden. Da scheint irgendeine rechtliche Grauzone oder jemand ignoriert da das Recht scheint da der Fall zu sein. Ja, die haben das da. Ich habe mir das angeguckt, haben sich selbst so ein Schlupfloch geschaffen, indem sie gesagt haben, das Cannabis Produkt enthält unter 0,2 % THC als Wirkstoff.
Das bedeutet, dieser Audible wiegt sage ich mal fünf Gramm und davon sind dann soundsoviel Milligramm THC enthalten und die deuten das quasi so, als ob das wie so ein CBD Gras zu behandeln wäre, was dann legal wäre. Aber es ist eigentlich rechtlich nicht so, weil man darf ja gar keine Tablets verkaufen. Interessant. Ja, das. Und gleichzeitig muss man sich sagen, wir haben die auch testen lassen.
Wir hatten solche Gummibärchen, die Bayer bestellen konnte und haben dabei raus wollen, dass es sich tatsächlich um reine THC Erlebnis handelt. Also keine THC V oder andere Werte. Und das in den THC Tables. Sechs Milligramm THC pro Gummibärchen waren im Schnitt und es war angegeben mit zehn Milligramm. Also auch an der Stelle vielleicht gleich der Hinweis die Dosierung ist auch da nicht unbedingt verlässlich, kann schwanken, aber es waren definitiv mehr als die, was du jetzt gerade beschrieben hast.
Diese sehr geringe Dosis für CBD Produkte.
Okay, so viel zum rechtlichen. Wie unterscheidet sich denn die Wirkung von adipös im Vergleich zum Rauchen oder Welpen von Cannabis? Ja, das ist ein sehr guter Punkt. Sehr wichtiger Punkt. Die Wirkung beim Essen von THC oder bei der oralen Aufnahme setzt deutlich deutlich später ein. Also man sagt so 30 bis 120 Minuten in Extremfällen. In der Regel sage ich mal so eine Stunde sollte man einrechnen, bis man das wirklich merkt.
Und das natürlich massiv viel länger als bei einem Joint, wo man anzieht und eigentlich nach wenigen Minuten spätestens die volle Wirkung auf jeden Fall vor sich hat und ungefähr einschätzen kann, ob das jetzt genug war oder zu viel etc.. Genau deswegen sind da natürlich auch höhere Risiken, weil man eben eine Dosis zu sich nimmt und dann potenziell noch nichts merkt, vielleicht noch einen Keks ist oder noch ein Gummibärchen und dann aber schlagartig auf einmal viel zu viel konsumiert hat.
Ja, und die Wirkung kann natürlich auch einfach viel länger anhalten als wenn ich es jetzt rauchen würde. Genau, absolut. Also die Wirkung kann auch teilweise bis über sechs Stunden oder so anhalten. Beim Rauchen sagt man in der Regel so drei vier Stunden, also beim Essen ist zum Beispiel auch so das, was ich häufiger gehört habe. Erfahrungswerten, dass Leute irgendwie abends einen Keks gegessen haben und in der Früh aufwachen und immer noch eine Wirkung spüren.
Das ist durchaus zieht sich das länger. Also sollte man auch im Kopf behalten und wir sprechen ja darüber, weils da immer wieder Probleme gibt. Als gelten gelten zwar als so harmlos Deduktion Ansatz, weil man ja nichts raucht oder über die Lunge aufnimmt und deswegen klingt es ja an sich ganz gut, aber es gibt immer wieder Dosierung, Fehler, also Leute, die wirklich dann schwere Angstzustände erleiden oder wirklich wie so ein Schockzustand.
Genau. Und ja, warum tritt denn das so häufig auf? Ja, also da geht eben damit einher, diese Sache, dass man eben bei Audible schwerer sich rantasten kann an die Wirkung wie bei einem Joint zum Beispiel, sondern man muss eben auf einen Schlag die volle Dosis in Anführungszeichen nehmen oder die, die man sich eben verabreicht, und die hat man dann auch in sich.
Und dadurch kann das natürlich zu stark werden, weil eben Tablets teilweise sehr hohe THC Konzentrationen haben können. Also bei professionell hergestellten adipös sage ich mal, die man kaufen kann, gibt es teilweise Dosierungen mit über 100 Milligramm pro Keks oder pro Konsum. Und es macht auch Sinn für Leute, die regelmäßig Cannabis konsumieren, weil die in der Regel eine sehr hohe Toleranz haben und für die sind dann auch solche extrem hohen Dosen durchaus eine normale Konsum Einheit.
Aber für jemanden der unerfahren ist, ist es natürlich um ein vielfaches zu viel, sag ich mal und kann eben sehr sehr leicht passieren, dass man dann so ein viel zu starkes abbekommt. Und wo das ganze noch viel leichter passieren kann, ist eben bei Homage adipös. Also wenn jetzt der Freund Brownies gebacken hat und ungefähr sagen kann vielleicht was da drin ist, dann hat man natürlich keinerlei verlässliche Angabe und weiß nicht wie Verhält sich die Toleranz von dem Freund zu meiner Toleranz?
Also gerade mit so etwas ist natürlich sehr großes Risiko, weil man sich nicht drauf verlassen. Aber wie du auch sagst, mit den Gummibärchen die getestet wurden, da ist ja war ja professionell hergestelltes Gummibärchen aus dem Onlineshop und da hat die Dosis ja auch nicht gestimmt von dem was angegeben war. Also absolut. Und deswegen würde ich auch dringend warnen vor diesen Onlineshops quasi, weil das auf jeden Fall rein von der Dosierung her nicht verlässlich ist, was da verkauft wird.
Also genau da muss man aufpassen. Ja okay, und die Konsumenten sind ja oft auch nicht teilbar. Also man kriegt dann teilweise Gummibärchen und wer kommt auf die Idee, dann ein halbes Gummibärchen zu essen? Genau. Gerade bei den Gummibärchen muss ich sagen, die schmecken auch noch lecker, sehen lecker aus. Eher dazu viel zu essen, was drüber nachdenkt als ein halbes.
Also gerade da finde ich, ist es sehr riskant. Genau was. Wie kann man denn so eine Überdosierung vermeiden? Was würdest du jemandem raten, der das noch nie gemacht hat, oder. Ja, also um da überhaupt mal zu Risikoeinschätzung vornehmen zu können. Also ich sag mal so, wenn man das noch nie gemacht hat, sollte man sich natürlich erst mal überlegen, ob man überhaupt Cannabis konsumieren möchte.
Wenn man sich aber dann dazu entscheidet und sagt ja, ich möchte Adblock konsumieren, sollte man sich auf jeden Fall gewisse Dinge abklopfen. Also ein ganz wichtiger Faktor ist natürlich, wenn man schon irgendwelche psychischen Vorbelastung hat, Ist natürlich grundsätzlich vom Cannabiskonsum abzuraten. Ob jetzt adipös oder rauchen auch natürlich bei Sachen wie in der Schwangerschaft oder auch wenn man andere Substanzen vielleicht schon mal hatte, dann schadet es euch, das nicht zu machen.
Ansonsten wie gesagt, mit niedrigen Dosierungen beginnen. Also eine Empfehlung könnte sein 2,5 Milligramm als Staat Dosis, das ist schon also da sollte wirklich jeder noch halbwegs mit zurechtkommen. Genau. Und eben auch wichtig ist, wenn man adipös hat, die man eben nicht kennt. Ähnlich auch wie man, wie wir das auch bei anderen Substanzen empfehlen, Dass man eben von diesem Label vielleicht erst mal nur 1/4 von dem Brownie ist oder nur 1/8 und einfach mal guckt an einem Abend.
Und wenn man dann merkt, okay, das war super angenehm, dann kann man vielleicht den Rest essen, aber eben nicht gleich das, was einem jemand hinlegt. Auf einmal aufessen. Unbedingt. Was sind denn diese Nebenwirkungen bei einer Überdosierung, die man vermeiden will? Ja, also klassische Cannabis Überdosierung Symptome sind natürlich so was wie Angstzustände, Übelkeit, Kreislaufprobleme werden starke ja verfolgt heiß Gefühl.
So was wird auch häufig bei Leuten auf. Genau das kann sehr unangenehm sein. Man sollte vielleicht werden, dass es keine bekannten Todesfälle mit Cannabis gibt. Das sollte man natürlich im Kopf behalten. Also selbst wenn man jetzt eine extreme Überdosierung hat ist sollte man nicht davon ausgehen, dass das jetzt ja irgendwie tödlich endet oder krasse Schäden verursacht. Aber es wird definitiv unangenehm sein.
Ja, aber man sollte sich auf jeden Fall nicht im Straßenverkehr beteiligen, weil da kann es natürlich dann auch Unfälle geben. Absolut. Okay, so viel jetzt zur Dosierung und Informationen für Menschen, die Überdosierungen vermeiden wollen. Noch mal zurück zum Rechtlichen Ganz kurz Was müsste sich denn deiner Meinung nach ändern, damit adipös die ja konsumiert werden und auch von vielen gewünscht sind, dass sie sicherer und legal konsumiert werden können?
Ja, also ganz klar, dafür bräuchten wir eine Änderung vom KANN vom Konsum Cannabis Gesetz, weil aktuell sind Tablets eben illegal. Die Herstellung ist illegal, das heißt man kann sie aktuell nicht selbst herstellen und der Verkauf auch. Das heißt, ich kann mir auch nicht in irgendwelchen Fachgeschäften einen Tipp mit einer sicheren Dosierung holen. Und das wäre natürlich der wünschenswerte Zustand wäre, dass sich eben ähnlich wie in Kanada in Colorado einfach in eine dispensieren gehen kann, mir dort beliebige Tablets kaufen kann, die neutral verpackt sind, keine Werbung oder keine attraktive Aufmachung für Kinder zum Beispiel auch haben.
Sowas ist ganz wichtig dabei. Genau die absolut verlässliche Inhaltsangabe haben, die auch entsprechend geprüft werden. Und es gibt dann auch es. Auch in Colorado gibt es auch eine maximale THC Grenze pro Konsum. Das heißt, selbst wenn Leute die sehr viel konsumieren, gerne hoch dosierte Tablets möchten, gibt es die in Colorado nicht zu kaufen, was auch okay ist. Wenn man dann sagt, man möchte solche Dosierungen haben, dann muss man eben eine Tafel Schokolade essen oder das schützt eben die Leute, die dann vielleicht bei irgendjemand anderem mit konsumieren.
Und ja dann also es schützt auf jeden Fall vor Überdosierungen, auch absolut genau dadurch verhindert man, dass man so eine völlig utopisch hochdosiert AdBlue bekommt. Genau. Und auch mit den Verpackungen ist eben auch der wichtige Punkt.
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Wichtiger Hinweis:
Die Inhalte dieses Podcasts sollen nicht als Anleitung zum Drogenkonsum verstanden werden oder motivieren. Sie sollen zur Selbstreflexion anregen und dienen der Informationsgewinnung und Informationsweitergabe.